Kommunales Musikprojekt schlug Wellen zur Kulturhauptstadt

Die Musikschule Bochum gab 2003 in Kooperation mit den Grundschulen und der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS-Treuhand den Startschuss für das musikpädagogische Programm „Jedem Kind ein Instrument“. „Die Idee entstand 2001 in einem Gespräch zwischen mir und der Zukunftsstiftung. Die Stiftung war neu gegründet und suchte ein markantes Förderprojekt. Wir hatten dabei die Praxis der Waldorfschulen vor Augen, die darauf dringen, dass jedes Kind ein Instrument lernt. Ich sollte dann planen, wie so ein Projekt ,Bochum-weit’ zu organisieren wäre. Als ich dann auf einen Betrag von
500 000 Euro kam, die ich dafür von der Stiftung haben musste, hat die Stiftung das zugesagt. Die Zusage über diese Riesensumme war quasi der JeKi-Urknall!“, schildert Musikschulleiter Manfred Grunenberg.

Als die Kommunen anfingen, das Kulturhauptstadtjahr 2010 vorzubereiten, entschied die Landesregierung, JeKi auf das Ruhrgebiet auszudehnen. Die Organisation des Projekts obliegt seit 2007 der dafür eigens gegründeten, gleichnamigen Stiftung in Bochum. Bis 2010 schlossen sich 42 Revierstädte mit rund 600 Grundschulen an, in denen bis heute fast 60 000 Kinder musizieren, etwa 5000 davon in Bochum. Im Ruhrgebiet wird JeKi in 80 Prozent aller Grundschulen umgesetzt. „Alle Erstklässler der Region sollen die Möglichkeit erhalten, ein Musikinstrument zu erlernen. Die Instrumente sind kostenlose Leihgaben. Bis zu 16 Instrumente entdecken die Schüler im ersten Schuljahr: Geige, Querflöte, Posaune ebenso wie Horn, Mandoline oder die türkische Bağlama“, informiert die JeKits-Stiftung.

NRW ist das JeKi-Land schlechthin

Seit 2011/2012 ist das Land NRW alleiniger Förderer von JeKi. Das musikpädagogische Programm ist in diesem Umfang deutschlandweit einmalig. „In anderen Bundesländern wird Jeki im Schnitt an 50 bis 60 Grundschulen durchgeführt“, informierte Birgit Walter von der JeKits -Stiftung. „Eigentlich kann man den Erfolg von JeKits noch gar nicht einschätzen, sondern erst in zwanzig Jahren. Wir erreichen Kinder, die ansonsten gar nicht wüssten, wie es ist, miteinander zu musizieren“, so Walter zur Nachhaltigkeit des Projekts.