Kliniken müssen Hilfe leisten

Volker Zuch ist einer von über 30 Bochumern (drei Viertel Männer), die sich jährlich in Bochum das Leben nehmen, Die Hauptgründe: Depressionen und Burnout.

„Jeder dritte bis vierte Bürger durchlebt einmal im Leben eine psychische Erkrankung. In der von Leistungsdruck geprägten Arbeitswelt verzeichnen wir gerade beim Burnout eine dramatische Zunahme“, sagt der Ärztliche Direktor der LWL-Universitätsklinik, Prof. Dr. Georg Juckel.

Beim Burnout münde ein oft jahrelanger Leidensweg in der totalen Erschöpfung von Geist, Körper und Seele. Man kann und will nichts mehr tun, nichts mehr geben. Gleichgültigkeit, soziale Isolation und innere Leere stellen sich ein. Selbstmordgedanken kommen auf.

Betroffen sind Arbeiter, Angestellte und Selbstständige gleichermaßen. Juckel: „Die Anforderungen in nahezu allen Branchen sind enorm gewachsen. Der Stress steigt, private Konflikte nehmen zu, das psychische Gerüst wankt. Wer in diesen Phasen seine Belastungsgrenze dauerhaft überschreitet, sich ständig selbst überfordert, empfindet Verzweiflung und das Gefühl, alles nicht mehr zu schaffen.“

Juckel bestätigt, dass die Wartezeiten bei niedergelassenen Nervenärzten inzwischen bis zu zwei Jahre dauern. „Da herrscht Notstand.“ In Notfällen könnten sich Patienten und Angehörige aber rund um die Uhr in den psychiatrischen Versorgungskrankenhäusern einfinden: in der LWL-Klinik an der Alexandrinenstraße, in Wattenscheid im Martin-Luther-Krankenhaus. „Sie sind verpflichtet, Hilfe zu leisten.“