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Jugendprojekt

Klettergerüst in der Kirche

18.01.2010 | 06:00 Uhr
Klettergerüst in der Kirche

Bochum. Ein Klettergerüst in der Kirche? Was sich anhört wie einem Film entsprungen, ist seit Sonntag Realität, in der Heimkehrer-Dankeskirche/Heilige Familie.

Eröffnung des Hochseilgartenprojekts in der Heimkehrer-Dankeskirche in Bochum-Weitmar. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool

Direkt nach der Sonntagsmesse wurde das rote Band für das Projekt „Zwischen Himmel und Erde” zerschnitten. „Ein Klettererlebnis mit Spirit”, versprach der Jugendreferent der Pfarrei St. Franziskus, Stephan Hill. Noch bis zum 21. März ist der Hochseilgarten der etwas anderen Art in Bochum.

„Wir wollen natürlich vor allem die Jugend ansprechen”, erläuterte Hill das Ziel des Projektes. Dabei sei es garnicht so wichtig, junge Menschen an die Kirche zu binden. „Wir wollen vor allem positive Erfahrungen in der Kirche vermitteln”, führt der Jugendreferent aus, „die meisten denken ja: Kirche sei langweilig”. Eine falsche Einschätzungen der Jugendlichen, denn mitten im Kirchenschiff geht es nun richtig zur Sache. Bis zu zehn Meter hoch können die Mutigsten kraxeln. Dann geht es über wackelige Hängebrücken, schaukelnde Seile und schmale Balken weiter.

Carolin im Hochseilgarten. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool

Aber nicht nur der sportliche Aspekt steht im Vordergrund des Projektes: „Wie bei jedem erlebnispädagogischen Konzept nehmen die Teilnehmer auch etwas mit nach Hause”, so Hill, „Mut, Vertrauen, Grenzerfahrungen”. Manche Hindernisse, wie die „Flying Bridge”, lassen sich nur in Teamarbeit überwinden.

Gedacht ist das himmlische Gerüst vor allem für Gruppen: Schulklassen, Vereine und so weiter. Zusammen sollen sie Gruppendynamik, Selbsterfahrung und Spiritualität erlben. Aber auch ohne Anmeldung gibt es Termine zum sogenannten freien Klettern. „Da bekommen dann halt auch Einzelne die Chance mitzumachen”, meinte Hill, „zwölf Jahre sollte man außerdem schon alt sein, wegen der Größe”.

Bochum ist übrigens nicht der erste Standort des Stahlgerüsts. „Das ganze ist ein Wanderprojekt”, sagte Lothar Jekel von der Pfarrei St. Augustinus in Essen, „vorher war es schon in Oberhausen und bei uns”. Insgesamt 1186 Kletterer haben das Gerüst in Gelsenkirchen erstiegen – vom Pfadfinder bis zu Jugendlichen aus der Justizvollzugsanstalt. „Wirklich eine tolle Erfahrung”, erinnerte sich Jekel, „mit all diesen verschiedenen Menschen ins Gespäch zu kommen”.

Die Eröffnung am Sonntag zog nicht nur junge Menschen an. Auch Peter Hoffmann (62) traute sich mit seinen Enkeln Jan und Tim die Klettertour zu. „Eine tolle Abwechslung”, freute er sich, „das Spirituelle mal mit dem Körperlichen zu verbinden”.

Die Zeiten

Gruppen bis zu 15 Personen könne sich für einen Termin anmelden, im Internet, unter www.pnz-ge.de. Offenes Klettern kostet sieben Euro pro Person. Öffnungszeiten sind: Montag, 19. Januar, 19.30 Uhr, 31. Januar, 14. Februar, 28. Februar und 14. März, jeweils um 15.30 Uhr. Das Gerüst steht in der Heimkehrer-Dankeskirche, Karl-Friedrich-Straße 111. Weitere Informationen, unter www.pfarrei-st-franziskus.de.

Lutz Tomala

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