Kleingärtner bieten Hartz IV-Empfängern Arbeit
03.07.2009 | 08:29 Uhr 2009-07-03T08:29:00+0200Bochum. Der Stadtverband der Kleingärtner und ein Architektenbüro erproben eine ungewöhnliche Variante der Beschäftigungsmaßnahme für Langzeitarbeitslose. Sie lassen Hartz IV-Empfänger Wege sanieren - die Kleingärtner übernehmen dabei nur das Geld fürs Material.
Der Bochumer Stadtverband der Kleingärtner und ihr Architektenbüro erproben eine ungewöhnliche Variante der Beschäftigungsmaßnahme für Langzeitarbeitslose.
Bei gemeinnützigen Trägern und Sportvereinen vermutet die heimische Arge etliches Potenzial, um Langzeitarbeitslosen eine neue Job-Chance geben zu können. Dass diese oft kein Geld haben, um den Eigenanteil zu bestreiten, ist meist nicht das einzige Problem. Auch die ehrenamtlichen Strukturen entpuppen sich gern als Hindernis. Da gewinnt ein Modell an Interesse, das der Landschaftsarchitekt Emkes und der Stadtverband der Kleingärtner zum zweiten Mal erproben: „Eine win-win-win-Situation”, sagt Emkes.
Bürokratie-Hindernisse findig umschifft
Rund 80 Anlagen zählt der Stadtverband der Kleingärtner in seiner Mitgliederschaft. Anlagen, die den Bürgern offen stehen, in denen Wegebau und Pflegearbeiten die Kräfte der oft schon angejahrten Laubenpieper meist überfordern. Selbst zum „Maßnahmeträger” zu werden, wie es im Arbeitsmarktförderungs-Deutsch so schön heißt, wäre der Kollaps für den Stadtverband: „Wir bekamen allein elf neue Krankenkassen hinzu”, schildert Emkes, „und fast alle wollen unterschiedlich abgerechnet werden.”
So wurde also der gewerbliche Landschaftsarchitekt zum Ankerpunkt der Beschäftigungsinitiative: „Ihr könnt Leute kriegen, gebt dafür das Geld für die Steine”, schlug er den Kleingärtnern vor. Die 27 Langzeitarbeitslosen mussten umgekehrt ausschließlich bei den Kleingärtnern eingesetzt werden. Denn mit dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung ist man in der Branche schnell bei der Hand. Man habe zudem Aufgaben ausgewählt, die mit viel Handarbeit verbunden seien, sagt Emkes: „Das sind Aufträge, die man schwer kalkulieren kann und die deshalb keiner gern macht.”
Hilfsarbeiter-Misere dämpfen
Die Garten- und Landschaftsbauer könnten umgekehrt noch von der Maßnahme profitieren, denn viele der Sechs-Monats-Beschäftigten seien inzwischen so qualifiziert (selbst Baggerfahren und Höhenmessung), dass sie die „Hilfsarbeiter-Misere” dämpfen könnten. Das Gewerbe leide wegen unattraktiver Arbeit unter erheblicher Fluktuation.
Von den Maßnahme-Teilnehmern hat Detlev Emkes inzwischen eine hohe Meinung. Natürlich gebe es auch hier den „König der Krankenscheine” - aber die meisten habe er als diszipliniert, lernwillig und einsatzfreudig schätzen gelernt - auch Ältere: „Ein Mitarbeiter ist 61 Jahre, Maschinenbau-Ingenieur mit Zusatzqualifikationen. Den will keiner mehr.” Der Mann habe keinen Tag gefehlt, sei morgens als erster gekommen und abends als letzter gegangen: „Das sind Menschen, die zeigen wollen, dass sie nicht die Last der Gesellschaft sind.”
Nach Angaben der Arge befinden sich aktuell 347 Bochumer/innen in einer solchen Beschäftigungsmaßnahme in der so genannten "Entgeltvariante". Weitere 460 sind mit Beschäftigungszuschüssen bei entsprechenden Trägern untergebracht.

07:23
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09:07
Die Idee ist nicht schlecht,............
Warum sollen junge,kräftige und gesunde Langzeitarbeitslose nicht körperlich tätig werden??
Was spricht dagegen???
Ich bin zwar Berufstätig,fühle mich aber auch als SKLAVE meiner, ach so Bedürftigen und unfähig für sich selbst sorgenden Mitbürgern!!
Sozialgeld muß es geben,keine Frage....aber nur für SORGFÄLTIG ausgesuchte Härtefälle!!
19:39
Kommisch, dass sich Hartz IV - Empfänger immer Reißaus nehmen, wenn es um Arbeit geht.
18:24
Hält nun wieder die Sklavenarbeit in Deutschland Einzug?:Fehlt nur noch wer das ablehnt bekommt Prügel.
18:31
Sehr zweifelhaft !
Üblicher Weise, fallen solche Tätigkeiten unter Satzungen der Kleingarten.
Regelmässig werden Gemeinschaftsstunden eingefordert, die alternativ durch Zahlung von Geldern erbracht werden können, insofern der zur Leistung Verpflichtete der Anforderung nicht nachkommen kann oder will.
Insofern werden hier Tätigkeiten erbracht, die für einzelne Personen (einzelnen Pächtern) Geldwerten Vorteil darstellen.
Eine solche Tätigkeit darf meines Erachtens also nicht Gegenstand einer Massnahme sein.
18:22
Jahrelang schädigten Personen der Öffentlichkeit, wie etwa Bundesbankvorsitzende, MdB wie Mißfelder, der frühere Minister Clement und unendlich viele andere das Image der Betroffenen,
und die Medien sangen den Refrain in ihren Mit dem Hartz4 Jager auf der Spur Sendungen,
und jetzt wundert man sich, dass das bei den Arbeitgebern ankommt ?!
11:25
toll, da kürzt man den hartzern ihre kärglichen rentenbeiträge vonj 78 € auf 30 € und stellt sicher das sie für ein jahr einzahlung, einen rentenanspruch von ca. 5 € erwerben und stellt nun auch noch, in arbeit macht frei manier, menschen für den privaten gebrauch von kleingärtnern zur verfügung.
sollte dieser mangelhafte artikel jedoch nur verschweigen, daß die hartzer den anfallenden lohn für ihre arbeit, den die kleingärtner aus ihrer tasche bezahlen, zu ihren 320 €, unterstützung behalten dürften könnte man auch über solche maßnahmen nachzudenken.
08:48
Die Bürger der Bundesrep. können Ihre Politiker wählen.
16:34
Obwohl ich mich vehement gegen diese Projekt wende, so halte ich es dennoch nicht für richtig, hier alle Kleingärtner als schlecht darzustellen. Nach meinen Informationen hat es auch nicht wenige Proteste seitens der Kleingärtner selbst gegen diese Maßnahmen gegeben. Eine Verallgemeinerung halte ich daher für nicht angebracht.
Kleingartenanlagen erfüllen nach meiner Meinung eine sehr wichtige soziale und auch ökologische Funktion gerade in unseren Ballungsgebieten. Seit Jahrzehnten bilden sie der Allgemeinheit zugängliche grüne Oasen in unserem Ballungsraum und bieten vielen Menschen die Möglichkeit zum eigenen Garten. Man kann sicher unterschiedlicher Meinung sein, in wieweit man solches Engagement unterstützt. Ich bin jedoch der Meinung, dass das Kleingartenwesen so wichtig für unser städtisches Leben ist, dass es eine Unterstützung wert ist.
Dies beinhaltet jedoch nicht solche Maßnahmen, wie sie derzeit durchgeführt werden.
09:14
Bei meinem nächsten Umzug biete ich den Kleingärtnern auch Arbeit. Dass Fahrzeug stelle ich, die Möbel dürfen die Kleingärtner schleppen. Sicher ein schöner Ausgleich zum Bier trinken im Kleingarten
Also eine Win-Win Situation für alle.