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Ruhr.2010

Kirchen werden zu Begegnungsstätten der Kulturen

27.11.2009 | 17:12 Uhr
Kirchen werden zu Begegnungsstätten der Kulturen

Bochum. Zum Kulturhauptadtjahr werden fünf evangelische Stadtkirchen entlang der A40 zu Begegnungsstätten für die Menschen im Revier. Hier können die Besucher Spiritualität erleben und auch fremde Kulturen kennenlernen.

Mit einem ambitionierten Projekt beteiligt sich die Evangelische Kirche an der Kulturhauptstadt. Fünf Stadtkirchen entlang der A 40/B 1 werden ein Jahr lang jenseits ihres religiösen Überbaus zu Begegnungsstätten für die Menschen im Revier.

„Was für Gott gilt, gilt für Kultur schon lange, auch sie wohnt nicht in Tempeln. Und weil Kirchen Räume für die Menschen, sind sie Spielräume der Freiheit”, erläutert Pfarrer Thomas Wessel von der Christuskirche am Rathaus das Vorhaben, an dem auch Bochums „Denkmal gegen Gewalt” teilnimmt.

Leitgedanken formulieren

„Stadtkirchen als öffentlicher Raum” steht als Leitgedanke hinter dem 2010-Projekt. Mit besonderen Offerten sollen in fünf Ruhrgebietskirchen Menschen zusammengeführt werden; um Spiritualität zu erleben, aber auch, um anderen zu begegnen, sich zu erinnern, in Dialog zu treten oder um fremde Kulturen kennenzulernen.

Das sind die fünf „Kirchen der Kulturen” für 2010:

St. Petri Dortmund: In der Kirche entsteht ein begehbares Boden-Labyrinth. Ursymbol der Menschheit für den Weg zu sich selbst

Christuskirche Bochum: Hier wird getreu dem Selbstverständnis als „Kirche gegen Gewalt” an Deutschland dunkle Geschichte erinnert. Das Kulturhauptstadtjahr beginnt mit der Erinnerung, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, am 27. Januar werden Marianne und Petra Rosenberg in Bochum zu Gast sein; die bekannte Sängerin und ihre Schwester lesen aus ihren Biografien „Kokolores” und „Das Brennglas”– Erinnerungen an ihren Vater Otto Rosenberg, der als „Zigeuner” das KZ Auschwitz überlebte. Am Ende des Jahres steht mit der Einweihung des Platzes des europäischen Versprechens der „Bauplatz unserer Vorstellungen”, wie Wessel sagt.

Bleckkirche GE: Hier wird ein interreligiösen und -kulturellen „Dialog der Erscheinungen” inszeniert. Neben der Kirche werden - temporär und symbolisch - eine Synagoge und eine Kirche errichtet, wird über Religionen neben dem Christentum informiert.

Marktkirche Essen: Hier gibt es eine Kunst-/Foto-Ausstellungsfolge „Dem Antlitz zugewandt”; gegliedert nach den Aspekten des Kirchenjahres werden die Werke bekannter Künstler/innen gezeigt.

Salvatorkirche DU: Sie lädt dazu ein, die Sprache des Ruhrgebiets wieder zu entecken: „Literatur & Gottesdienst” im eigenen Raum.

Übers ganze Kulturhauptstadtjahr hinweg sollen sich so evangelische Perspektiven entlang der A 40 eröffnen. „Wir wollen deutlich machen, wofür wir Protestanten im kulturellen Zusammenhang des Ruhrgebietes stehen”, so Pfarrer Wessel.

Jürgen Boebers-Süßmann

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