Kirche soll Heimat für viele Kulturen werden

Stahlhausen..  „Bei diesem Stadtgespräch ist vieles anders als bei den anderen“, erklärte Burkhard Huhn vom Stadtplanungsamt. Von seinem Rednerpult aus blickte er auf Raumgerüste, teils birnenlose Deckenlampen, und unter den Sohlen der rund 70 Besucher der Veranstaltung klebte noch Baustellenmatsch: „Die Friedenskirche ist eines der bedeutendsten Projekte des Stadtumbaus.“

Die ehemalige Friedenskirche in Stahlhausen wird derzeit zu einem Stadtteilzentrum (Q1 – Eins im Quartier. Haus für Kultur, Religion und Soziales im Westend) umgebaut. Das neue Q1 soll in Frühjahr eröffnen.

Für das Bochumer Westend und die Innere Hustadt endete die umfangreiche Städtebauförderung Ende 2014 nach acht Jahren. Anlass genug, um zu fragen: Was ist in dieser Zeit passiert? Aber auch: Wirken die Förderprojekte nachhaltig? In dieser Phase wurden der Springerplatz im Griesenbruch und der Brunnenplatz in der Hustadt (beides für rund 2 Millionen Euro) umgebaut, hinzu kommen zahlreiche Spielplätze, Sportanlagen, Parks, Fassaden und ungezählte Bürgerprojekte.

Nachhaltig können all diese Maßnahmen allerdings nur sein, wenn die Menschen, für die sie gedacht sind, diese mögen und nutzen. Bürgerbeteiligung lautet deshalb immer wieder das Stichwort.

Darin sieht auch Pfarrer Holger Nollmann von der ehemaligen Friedenskirche einen der größten Erfolge des Stadtumbaus. „Durch den Stadtumbau ist es an vielen Stellen gelungen, die Bürger direkt an den Entwicklungen zu beteiligen, es sind viele neue, wichtige Vernetzungen zwischen sehr unterschiedlichen Akteuren entstanden.“

In diesem Sinne betonte auch Friederike Müller, Geschäftsführerin der Ifak, die gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Bochum Träger des neuen Q1 ist, dass die Strukturen für das neue Stadtteilzentrum bewusst offen gelassen wurden: „Wir möchten, dass sich in diesem Haus viele Dinge erst entwickeln. Möglichst viele interkulturelle Projekte sollen hier eine neue Heimat finden.“

Die Architekten standen deshalb vor der großen Herausforderung, einerseits den ortsspezifischen Ansprüchen gerecht zu werden und anderseits den Nutzern ausreichend Spielraum zu lassen, wie soan-Architekt Dirk Boländer ausführte.