Kinder retten den Planeten
06.07.2007 | 00:27 Uhr 2007-07-06T00:27:05+0200In der Sternwarte lernten die Kleinen, was sie für den Klimaschutz tun können
"Ins Weltall reisen? Neee, das will ich nicht. Mir gefällt es auf der Erde ganz gut", sagt Alexa. Und damit es auf unserem Planeten auch noch lange lebenswert bleibt, will die Fünfjährige künftig alles dafür tun, um einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Gemeinsam mit 500 anderen Kindern aus Bochum lernte Alexa gestern in der Sternwarte, wie das geht.
Früh morgens erreichten die Kids den "Weltraumbahnhof" an der Blankensteiner Straße. Zur Begrüßung gab es erst einmal - wie bei den großen Vorbildern - Astronautenfutter als Frühstück. Fasziniert blickten sich die "Umweltdetektive" im Radom der Sternwarte um und schauten hinauf zu der gigantischen Satellitenschüssel - mit großen Augen, versteht sich.
Die Leistung der Sat-Schüssel wurde den Besuchern anhand XXL-Aufnahmen der Erde demonstriert. Auf der überdimensionalen Weltkarte, die den Planeten bei Nacht zeigt, konnten die Gäste gestern gut erkennen, welche Länder und Städte nachts besonders stark leuchten - und somit auch besonders viel Energie verbrauchen.
"Dagegen können wir selbst etwas tun", weiß die fünfjährige Charlotte. In Vorträgen erfuhren die Kinder, wie sie weniger Energie verschwenden, indem sie etwa das Licht ausschalten, wenn sie das Zimmer verlassen. Wie dramatisch die Folgen des Klimawandels sein können, das bekamen die Kids nicht mitgeteilt, sondern sollten es eigenständig herausfinden. Zu "Umweltdetektiven" ernannt, verglichen sie diverse Ansichten der Erde im Laufe der Jahre und Jahrzehnte. "Da ist heute weniger Eis", fällt Osman (6) auf. Verschwindende Gletscher, dichte Wolkenwirbel und deutlich weniger Regenwald sind nur ein paar der Signale, die für die fortschreitende Veränderung des Planeten bzw. Patienten Erde stehen - denn gut erkennbar sind auf den Satellitenbildern auch die austrocknenden Seen.
"Wir vermitteln das Thema Klimawandel kindgerecht und verknüpfen Umweltschutz mit modernen Technologien. Unsere Gäste lernen so verschiedene neue Facetten kennen", erklärt Thilo Elsner, Leiter der Sternwarte. Als Bildungswerk bietet die Einrichtung in regelmäßigen Abständen auch Umweltbildungsangebote an, insbesondere für Kinder.
Doch nicht nur das Pädagogische, auch das Kreative war gestern Bestandteil des Tagesprogramms: Der Fantasie freien Lauf ließen die Kinder beim Bau von Space-Shuttle-Raketen. "Ich habe meine aus einer Klopapierrolle, ein wenig Alu-Folie und zwei Korken gebastelt", sagt die fünfjährige Alexa und präsentiert stolz ihren Eigenbau.
Den Rest der Zeit verbrachten die jungen Umweltdetektive mit der Besichtigung der Sternwarte, der nachgebauten Mondlandschaft und ein paar der Raketenmodelle, die das Innere des Radoms zieren.
"Wir vermitteln das Thema Klimawandel kindgerecht"

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