Kinder lernen Klänge fremder Kontinente kennen

Didjeribone-Spieler Tjupurru bringt Grundschülern die Flötentöne bei.
Didjeribone-Spieler Tjupurru bringt Grundschülern die Flötentöne bei.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
„Jedem Kind ein Instrument, Singen, Tanzen“ kooperiert mit „Klangkosmos NRW“. Musiker Tjupurru zieht Grundschüler mit seinem Didjeribone in den Bann.

Bochum.. Erst ist es ein Rauschen, es hebt an und wird weit. Dann wird es ein Gurgeln und ein Urwaldschrei stimmt ein. Der Bass wird hörbar und spürbar wie ein mächtiger Puls. Ein Junge in der ersten Reihe wippt mit im Rhythmus dieses Klangkunstwerks, das jetzt den Raum erfüllt. Die Augen von Erst- und Zweitklässlern der Waldschule blicken fasziniert auf die Besucher aus Australien.

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk globaler Musik „Klangkosmos NRW“ lädt die Stiftung „Jedem Kind ein Instrument, Singen, Tanzen“ (JeKits) seit 2013 Musiker aus anderen Kulturkreisen in Grundschulen ein. Bei einem kleinen Konzert und einer persönlichen Begegnung mit den Künstlern, erhalten die Kinder die Chance, fremde Kulturen und ihre Instrumente hautnah zu erleben.

Andere Länder, andere Saiten

„Wir spielen manchmal vor Tausenden Zuschauern in großen Stadien. Doch wir verraten ihnen nie, wie wir unsere Musik machen. Aber euch verraten wir heute einige Geheimnisse“, sagte der australische Musiker Tjupurru zu Beginn des Konzerts. Er schaffte in der Waldschule einen Klangteppich, der ihm als Spielwiese diente für Tonexperimente. Das Instrument des australischen Künstlers ist das Didjeribone. Die Variante des Didgeridoo, das von den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, kultiviert wurde, besteht aus zwei Kunststoffröhren. Durch das Ineinander- und Auseinanderschieben werden, wie bei einer Posaune, unterschiedliche Töne erzeugt.

Während er das Didjeribone spielte, entlockte ihm ein spezielles Mikrofon im Mund spezielle Laute. Tjupurru erläuterte den so genannten „Face Bass“: „Es ist kein normales Mikrofon. Wenn ich spreche, funktioniert es nicht. Es braucht die Vibration.“ An seinem Fußende stand außerdem ein Elektropult mit Echomaschine und anderen Spielereien, mit dem der Soundtüftler die Klänge gestalten kann. Der Klangmix aus Didjeribone, Face Bass und elektronischen Effekten nennt der Künstler „Didgetronica des 21. Jahrhunderts“.

Musik ist keine Zauberei

Sein Partner, der Indonesier Efiq Zulfiqar, bereicherte das Konzert mit seinem Spiel auf dem Saiteninstrument Kacapi und der Bambusflöte Suling, die beide typisch für die Region West Java sind. Am Ende verriet Tjupurru den Zuschauern eine alte Musikweisheit. „Der Mund ist euer bestes Instrument“. Dann sind die Kinder an der Reihe: „Lalala“, „Uuuh, aaah!“, Tjupurru nimmt die Laute auf, spielt sie gemeinsam ab, sie bilden einem Rhythmus. Es wird klar: Musik kann magisch wirken, doch ist keine Zauberei. Jeder ist ein Musikant.