Kinder lernen die Natur lieben

Die Walderlebnisschule in Harpen leistet seit 15 Jahren wichtige Aufbauarbeit. Denn viele Schüler wissen offenbar kaum noch, wie schön es im Unterholz ist.
Die Walderlebnisschule in Harpen leistet seit 15 Jahren wichtige Aufbauarbeit. Denn viele Schüler wissen offenbar kaum noch, wie schön es im Unterholz ist.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Harpen..  Zurück zur Natur: Wer gerne mal wieder erleben möchte, warum es im Wald so schön und die Luft dort so gut ist, der ist in der Harpener Walderlebnisschule richtig. Seit 15 Jahren leistet der umtriebige Förderkreis Lernort Natur eine teils dringend nötige Nachhilfe: Denn vor allem Kinder würden kaum noch wissen, wie reizvoll es in der Natur sein kann. „Von denen denken einige, alle Kühe wären lila“, sagt Sprecher Jörg Krogull.

In einem alten Gerätehaus der Feuerwehr am Harpener Hellweg richtete die Walderlebnisschule ihre Räume ein. Schüler der Albert-Schweitzer-Schule in Langendreer halfen dabei, das Gebäude zu renovieren. Das war im Jahr 1999, und seither steht ein Besuch der Walderlebnisschule für eine Vielzahl von Schulklassen und Kindergärten regelmäßig auf dem Programm. „Wir machen etwa 150 Veranstaltungen pro Jahr“, so Krogull.

Der Förderkreis zählt 130 Mitglieder. Vor Ort kümmern sich zwölf Aktive um die Führungen. Und die sind richtig spannend: Kreuz und quer durch das benachbarte Berghofer Holz nahe der Stadtgrenze zu Dortmund streifen die Schüler durchs Unterholz, um den Wald in all seinen Facetten kennen zu lernen. „Dabei geht es manchmal um scheinbar ganz banale Dinge“, meint Krogull. „Wo geht die Sonne auf? Welche Tiere gibt es im Wald? Und was sind eigentlich die Zitzen einer Kuh?“

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"Von Insekten haben viele Kinder keine Ahnung“

Die Waldpädagogen stillen den Wissensdurst der meist jungen Kursteilnehmer und haben auf die meisten Fragen eine Antwort. „Auch von Insekten haben viele Kinder keine Ahnung“, wundert sich Jörg Krogull manchmal. Als Ort eigne sich das Berghofer Holz dafür ideal: „Das ist größtenteils ein Buchenwald, der alles bietet.“ Beim letzten Pfingststurm habe das Holz zwar mächtig gelitten, „aber es ist auch toll zu sehen, wie der Wald sich selber renaturiert.“

Über die Jahre ist die Walderlebnisschule zu einem festen Bestandteil der Bochumer Umweltbildung geworden. Für Furore sorgte vor drei Jahren eine Studie zum Thema „Wald statt Ritalin“, bei der es um die Frage ging, ob sich der Aufenthalt von Kindern mit ADHS im Wald positiv auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken könnte. „Eine Fortsetzung dieser Studie ist in Vorbereitung.“ Dafür habe die NRW-Stiftung „Natur, Heimat, Kultur“ die Übernahme der Personalkosten in Aussicht gestellt.

Nähere Informationen unter Tel. 0234 / 23 31 77.