Keine Verwechslung bei Bochumer Neugeborenen

Stationsleiterin Ute Lütkenhaus zeigt das Identifikationsbändchen, welches in zweifacher Ausführung für die Sicherheit der Neugeborenen sorgt.
Stationsleiterin Ute Lütkenhaus zeigt das Identifikationsbändchen, welches in zweifacher Ausführung für die Sicherheit der Neugeborenen sorgt.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Nach der Verwechslung zweier Säuglinge in Frankreich haben wir nachgefragt, wie Bochumer Krankenhäuser Irrtümern vorbeugen.

Bochum.. Dass die Geschichte von zwei vertauschten Babys in Frankreich sich so nicht auch in Bochum abspielen könnte, darin sind sich Vertreter sowohl des St. Elisabeth-Krankenhauses als auch der Augusta-Klinik einig. Den Familien der Kinder, die vor rund 20 Jahren auf der Säuglingsstation eines französischen Krankenhauses vertauscht worden waren, wurde gerade eine Entschädigungssumme im Millionenbereich zugesprochen.

Ein sogenanntes Identifikationsbändchen wird den Kindern noch im Kreißsaal angelegt. „Das Bändchen ist verschließbar und ist so leicht nicht mehr abzubekommen“, erklärt Dr. Jürgen Frech vom St. Elisabeth Krankenhaus. Dort kann sich niemand, egal wie lange im Dienst, an einen Vorfall erinnern, bei dem zwei Babys vertauscht wurden.

Related content Bestenfalls an eine kurzzeitige Verwechslung erinnert sich Ute Lütkenhaus, Leiterin der Wochenbettstation im Augusta-Krankenhaus: „Einmal hat hier eine Mutter im Halbschlaf im Kinderzimmer ins falsche Bettchen gegriffen und ein fremdes Kind gestillt. Ich habe sie dann schmunzelnd darauf aufmerksam gemacht.“

Kennzeichnung am Hand- und Fußgelenk

Auch in der Frauen-Klinik der Augusta-Kranken-Anstalt kann sich kein Mitarbeiter an einen Vorfall erinnern, wie er in Frankreich geschehen ist. Hier werden die Babys gleich an zwei Stellen gekennzeichnet, nämlich am Hand- und Fußgelenk.

„Die Mütter bekommen ihre Kinder hier mit ins Zimmer. Es ist wirklich extrem unwahrscheinlich, dass da etwas passiert. Die Bändchen sitzen so sicher, die müsste man schon mit Gewalt abreißen“, sagt Oberarzt Benedikt Gottschlich.

Ihr Kind in Sicherheit wiegt auch Sandra Picken. Die 35-Jährige ist vor vier Tagen Mutter der kleinen Helen geworden und sagt: „Da habe ich mir überhaupt keine Gedanken drum gemacht. Ich fühle mich absolut sicher.“

Eine kleine Verwechslung gibt es doch noch

Ähnlich denkt Anika Gottschlich (32), Ehefrau von Oberarzt Benedikt und vor drei Tagen von Töchterchen Clara entbunden worden. Sie zuckt gelassen mit den Schultern und sagt: „Ich war beim ersten Kind auch hier und das hat super geklappt mit den Bändchen. Ich kenne das gar nicht anders. Meine Mutter hat mir erzählt, dass es bei der Geburt meines Bruders so war, dass man da abends das Kind bei der Schwester abgegeben und morgens wieder zurück bekommen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass damals wohl einiges passiert ist.“

Eine kleine Verwechslung gibt es dann doch noch: Papa Benedikt spricht Tochter Clara versehentlich mit „Greta“ an. Seine Frau verbessert ihn sofort. „Greta war mein Erstes“, grinst er verlegen.