Kein Strom: Auftakt in die tollen Tage endet vorzeitig

Tierisch viel Spaß hatten die fantasievoll kostümierten Mummenschanz-Besucher im Kunstmuseum.Foto
Tierisch viel Spaß hatten die fantasievoll kostümierten Mummenschanz-Besucher im Kunstmuseum.Foto
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Eine fehlender Stromanschluss verhagelte den Karnevalisten beim Biwak den Start in die tollen Tage. Beim Mummenschanz standen 1000 Gäste unter Strom.

Bochum.. Unplugged-Auftritte sind bei Rock- und Popfans beliebt. Für den Karneval eignen sie sich weniger. Das mussten die Jecken am Samstagmittag leidvoll erfahren. Beim Biwak auf dem Husemannplatz fehlte der Stromanschluss. Die Freiluftparty wurde vorzeitig beendet.

Das Wetter: herrlich. Die Stimmung: prächtig. Der organisierte Frohsinn: komplett vor Ort. Die Voraussetzungen für den Festausschuss Bochumer Karneval waren ideal, um mit einem Drei-Stunden-Programm ab 11 Uhr in der Innenstadt in die tollen Tage zu starten. Anders als in den Vorjahren sollte der „Saft“ für die Bühnentechnik in einem benachbarten Café abgezapft werden. So zumindest war es abgesprochen. „Aber es gibt Probleme mit dem Starkstrom“, stellte Schatzmeister Werner Lerch unmittelbar vor Beginn voller Schrecken fest. Ein eilends alarmierter Elektriker versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war: Den Jecken wurde der Stecker gezogen.

Karneval 2015 Zwar gelang es dem Festausschuss-Vorsitzenden Bernd Lohof dank seiner voluminösen Stimme, die rund 200 Besucher und Aktiven halbwegs hörbar zu begrüßen. Zwar überbrückte der Fanfarenzug der Ruhrlandbühne die Zeit ein ums andere Mal mit Pauken und Trompeten. Zwar ließen sich die meisten Narren die Laune im warmen Sonnenschein nicht vermiesen. Doch nach einer Stunde war Schluss mit lustig. Weil weder die Sänger noch die Tanzgruppen ohne Playback auftreten konnten, geht das Biwak 2015 als das kürzeste aller Zeiten in die Geschichte des Bochumer Karnevals ein. Ein Wiedersehen gibt’s am Montag ab 10.11 Uhr beim Rathaussturm. Dann ganz sicher wieder mit Strom...

Museum wird zum Laufsteg

Ohne technische Probleme ging am Samstagabend der Mummenschanz über die Bühne. Zum 13. Mal hatte Werbeprofi Michael Retter den Maskenball im Kunstmuseum aufgezogen. Einmal mehr verwandelte sich der ausverkaufte Musentempel in einen faszinierenden Laufsteg. Piraten und Prinzessinnen, Köche und Kobolde, Cops und Clowns, Pu der Bär und Peter Pan, Popen und Popeye, bärbeißige Bazis und ballerinenhafte Barbies, bissige Emus und bezaubende Elfen: Bei der schillernden Maskerade an der Kortumstraße sind die 1000 Gäste (darunter zehn WAZ-Gewinner) der Star. Die meisten Kostüme sind handgearbeitet. In diesem Jahr schwer im Kommen: Hippies aller Art. If you’re going to San Francisco...

Sehen und gesehen werden: Was gemeinhin (und meist zu Recht) als Schickimicki abgetan wird, wird beim Mummenschanz zum herrlich entspannten Erfolgsrezept: Karneval der kreativen Art und eine stimmungsvolle XXL-Party mit Live-Bands, die der Güte des Publikums entsprechen. Die großartige Jim Rockfort Band rockt den Käfig voller Narren ebenso wie das Schrader@Parisi Trio und die erstklassige Coverband Pay Attention.

Zum Erschrecken schön

Auffällig diesmal: die große Zahl an Paaren, die den Mummenschanz im Partnerlook als Maikäfer oder Batman/Batwoman zelebrieren. „Gibt’s etwas Schöneres, als den Valentinstag bei diesem Fest gemeinsam zu feiern?“, strahlte Jennifer Broll (37), die sich wie ihr Ehemann Lothar als Geist verkleidet hat. Zum Erschrecken schön.

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