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Kein Schalke-Trikot in der Osttribüne

23.04.2007 | 14:46 Uhr

Wie die Bochumer Polizei versucht, das Vor- und Nachspiel der Fans am Freitagabend im Griff zu behalten."Bannermarsch" vom Hauptbahnhof zum Stadion wird toleriert: Polizeipräsident ließ sich umstimmen

Nach den Ausschreitungen am 10. März 2007, als Borussia Dortmund in Bochum gegen den VfL verlor und erregte Fans in der City randalierten, hatte sich Bochums Polizeipräsident Thomas Wenner fest vorgenommen: Einen Bannermarsch auf der 1,5 km langen Strecke zwischen Hauptbahnhof und Stadion, Nährboden für aufkeimende Pöbeleien, wird es bei Bundesliga-Spielen nicht mehr geben. Nun gibt es ihn doch: Am Freitag kommt schließlich Schalke.

"Der Bannermarsch, das ist eine Prozession, ein Ritual," erklärte Polizeidirektor Ulrich Grzella die Wende mit der Macht des Faktischen. "Wir wollen kein Spielverderber sein. Wenn wir die Gastfans am Hauptbahnhof zur Wittener Straße abdrängen, bedeutet das Eskalation."

Stattdessen wollen die Ordnungshüter das "bewährte Konzept ein bisschen erweitern", nämlich ihre "Präsenz verstärken". Aber nicht nur. Laut Grzella soll die "direkte Begegnung von Problemsfans der beiden Vereine" vermieden werden. Gegen Einzelne wurde bereits ein "Bereichsbetretungsverbot" ausgesprochen, gegen neun Leute aus Bochum und vier aus Gelsenkirchen. Das müsse allerdings nicht Stadionverbot bedeuten.

Die eingesetzten Polizisten sollen "insbesondere Ansammlungen heimischer Fans, unter denen sich erkennbar Problemfans aufhalten, auf dem Weg zum und vom Stadion verhindern". Man wolle damit "erkannte Rädelsführer" treffen und nicht den "wirklichen Fußballanhängern" den schönen Abend verderben.

Die Schalker Fans sollen am Freitag zwar marschieren dürfen, dabei aber auch einige Polizeiregeln beachten. Etwa: Flaschen und Dosen sind vorher in extra bereitgestellten Behältern zu entsorgen. Und: Es darf (beim Bannermarsch) nur der Gehweg und eventuell nur der rechte Teil der Straßen benutzt werden.

"Trikot ausziehen" heißt es vor dem Spiel für Schalker Fans, die Karten für einen Platz in der Osttribüne erworben haben. Dieser Tribünenteil ist traditionell für die VfL-Fans da, deshalb will die Polizei dort keine Schalker Kennzeichen sehen. Dafür steht vor der Stadion eine fahrbare Garderobe: Dort können Fahnen, Schals und Trikots vorübergehend deponiert werden.

Weil im Stadion im Gegensatz zu den Vorjahren die Fan-Trennung weitgehend aufgehoben wird, werden Ordnungsdienst und ausnahmsweise auch Polizei im Stadion in größerer Zahl nicht nur das Spiel beobachten. Die Stadt werde außerdem Kontrollen durchführen, "um professionellen Kartenverkäufern das Handwerk zu legen", kündigt die Polizei weiter an. Aus Gelsenkirchen erwarten die Ordnungskräfte weit über zehntausend Fußballfans: Es geht schließlich nicht nur um den Bannermarsch.

Von Rolf Hartmann Foto: Polizei

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