Kasse kürzt Apotheker Abrechnung um 1 Cent
27.08.2012 | 18:54 Uhr 2012-08-27T18:54:00+0200
Bochum. In einem zwei Seiten langen Brief teilte die Knappschaft Bahn See einem Bochumer Apotheker mit, dass seine Abrechnung über Kompressionsstrümpfe um 1 Cent gekürzt wurde. Den Aufwand der Kasse für diese Aktion kritisiert der Apotheker als Geldverschwendung.
Da wunderte sich der Bochumer Apotheker Fritz Düssel von der Kirchviertel-Apotheke an der Brenscheder Straße aber sehr: In einem zweiseitigen Schreiben teilte ihm die Knappschaft Bahn See mit, dass die von ihm eingereichte Rechnung über Kompressionsstrümpfe in Höhe von 50, 91 Euro korrigiert werden musste. Auf 50, 90 Euro - mithin um 1 Cent.
Eine „Rezeptkürzung “ wegen 0,01 Euro vorzunehmen, sprenge den Rahmen der Verhältnismäßigkeit, fand der Apotheker. Der dafür von der Knappschaft vorgenommene Bearbeitungsaufwand sei für jeden nachvollziehbar nichts anderes als pure „Geldverschwendung“.
Den Brief als "gegestandslos" betrachten
„Es kann sich nur um ein Versehen handeln. Um ein absolutes Versehen“, sagte Claudia Müller, Pressesprecherin der Knappschaft, dazu auf Nachfrage der WAZ. „Das ist wirklich lächerlich, eine Lachnummer. Dafür können wir uns nur entschuldigen.“ Den Brief solle der Apotheker daher als „gegenstandslos betrachten“.
Wie Müller zum Thema „Rezeptkürzung“ erläuterte, gehen alljährlich bei der Knappschaft rund zwölf Millionen Rezepte „über den Tisch“. Bei einer derartigen Menge würde nur „stichprobenartig“ geprüft, ob eine Rezeptkürzung angebracht sei. Als Beispiel nannte Müller „Verstöße gegen Rabattverträge“ . Die lägen etwa dann vor, wenn der Apotheker dem Kunden ein bestimmtes Medikament aushändigt, obwohl die Krankenkasse des Kunden mit dem Hersteller eines anderen Medikaments mit denselben Wirkstoffen einen Rabattvertrag abgeschlossen hat.
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unser land ist geprägt von selbstdarstellern und profilierungssüchtigen, armes deutschland!
22:26
@holmark
Sie arbeiten wohl nicht am Schreibtisch der freien Privatwirtschaft, denn sonst kämen Sie nicht auf die Idee das Klischee zu bemühen.
Jahrelange Erfahrung zeigen mir, dass der Amtschimmel auch in der Privatwirtschaft sein Unwesen treibt.
Und gerade die penibel auf Geheiß unserer Super-Ökonomen aus dem Kreis der Politiker auf neoliberal-betriebswirtschaftliche Grundsätze getrimmten Krankenkassen
machen genau alles richtig, wenn sie auf jeden Cent achten.
18:48
Naja. wer erwartet denn von Mitarbeitern einer Krankenkasse betriebbswirtschaftliches Denken? Da werden Paragrafen geritten...
00:05
Das ist gar nicht so lächerlich, wenn erst einmal die Juristen auf den Plan gerufen werden.
Wenn windigen Juristen mit einem "gequälten" Juraabschluss massenhaft Abmahnungen verschicken sieht das schon ganz anders aus.