Kandidaten für das Amt des Superintendenten stellen sich vor

Wer wird neuer Superintendent im Ev. Kirchenkreis Bochum? Diese Frage stand nur am Rande im Raum, als die Kandidaten Pfarrer Hansjörg Federmann (Hattingen) und Pfarrer Gerald Hagmann (Bochum) sich bei einer öffentlichen Synodalversammlung im Gemeindehaus Weitmar vorstellten. „Hier geht es darum, dass Sie einen Eindruck von den beiden bekommen“, erklärte der scheidende Superintendent Peter Scheffler, als er etwa 100 Gäste begrüßte.

Die Kandidaten standen vor der nächsten Bewährungsprobe auf dem Weg zum Amt. Sie mussten einen halbstündigen Vortrag halten. Thema: „Die Rolle und die Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft wandeln sich. Die Zeit der Volkskirche geht zu Ende: Welche Ansatzpunkte sehen Sie, den Wandel zu gestalten?“ Federmann begann und hielt fest, ebenso wie Hagmann später, dass es auf den Wandel für die Kirche nicht eine, sondern viele Antworten gebe. Und beide betonten, dass den Ortsgemeinden da eine besondere Rolle zukomme.

Federmann vertiefte das inhaltlich. Ob Morgenkirche, Mittagskirche oder Abendkirche, ob Johannespassion, Kleiderkammer oder Familienfreizeit: er sah schon heute in den Gemeinden Ansätze für ein „buntes, lebendiges, evangelisches Umgehen“ mit Veränderungen. „Damit es nicht zu bunt wird, ermutige ich, Schwerpunkte zu setzen, nicht alles zu tun“, so der 48-Jährige.

Der Harpener Pfarrer Hagmann startete mit einer gelungenen Rhetorik. Forsch stellte er das „Bett“ und die biblische Geschichte von der „Heilung des Gelähmten“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Sein Tenor: „So wie der Gelähmte wieder wandeln kann, sind viele Bochumer stolz darauf, nach dem Verlust von Opel und Nokia den (Stuktur-)Wandel bewältigen zu können.“ Das gelte auch für die Ev. Kirche in Bochum, so der 42-Jährige. Zur Bewältigung des kirchlichen Wandels rief er zum Projekt „Bochum 2030“ auf. Hagmann: „Wie wir uns als Kirche aufstellen, ist Sache der Gemeinde, weil da die Kompetenz liegt.“ Der Pfarrer forderte zudem eine „öffentliche Theologie“ für eine solche Kirche. Diese müsse sich im Umgang mit anderen Menschen und Konfessionen messen lassen. Zum Beispiel beim Umgang mit armen Kindern oder Flüchtlingen.

Die Kreis- und Wahlsynode tritt am Samstag, 9. Mai, zusammen.