Kampf um ein Gotteshaus
25.08.2010 | 15:50 Uhr 2010-08-25T15:50:00+0200
Bochum.In diesen Tagen kommt es im Streit um das Gotteshaus Vierzehnheiligen und die ehemalige Gemeinde darum herum offenbar zur Eskalation. Der Pfarrer der neuen Großgemeinde wollte erfolglos Schlösser austauschen.
Im Jahr 2008 ist die Gemeinde in Weitmar-Bärendorf in der Großgemeinde St.Franziskus aufgegangen, doch einige Aktivisten wehren sich noch immer vehement gegen das bischöfliche Dekret. Nach dem Scheitern aller kirchenrechtlichen Widersprüche sind nun noch Klagen vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen den Regierungspräsidenten anhängig.
Pfarrer stirbt während der Messe
Zunächst hatte es vor Ort noch ein Moratorium gegeben: Bis Ende Juli hielt der pensionierte Pfarrer Raimund Bröske noch Gottesdienste an der Erlenstraße ab. Dem Pfarrer, der lange in der DDR tätig war, wollte niemand den Altar wegnehmen. Am 25. Juli starb der 84-jährige Bröske unerwartet am Ende einer Messe. Jetzt sollte scheinbar ein Schlussstrich gezogen werden.
Pfarrer Humberg von der St.Franziskusgemeinde untersagte schon kurz nach der Beerdigung Wortgottesdienste in dieser Kirche, kürzlich schickte er dann sogar einen Schlüsseldienst. Versammelte ehemalige Vierzehnheiligen-Gemeindemitglieder hinderten die Handwerker daran, die Schlösser auszutauschen.
Schismatisches Verhalten
„Das ist Illoyalität gegenüber dem Bischof und schon schismatisches Verhalten“, poltert nun Pfarrer Norbert Humberg „Hier machen wenige eine Art Sportereignis aus der Sache“.
Gerd-Peter Buyken, lange Jahre aktiv in der Gemeinde Vierheiligen, schätzt dagegen die Zahl der „Aufständischen“ auf 150 bis 200 der knapp 2000 Gemeindemitglieder. Von der Illoyalität gegenüber dem Bischof will er nichts wissen: „Ich bin meinen Mitmenschen und Gott zu Loyalität verpflichtet“. Die Widerständler wollten „keinen Krieg“, so Buyken weiter, vielmehr wolle man die angefangenen Gespräche fortsetzen über die Zukunft des Gotteshauses. Dort wolle man eine integrative Einrichtung und einen Versammlungsort und somit die Möglichkeit, Gottesdienste abhalten zu können. Wenn das geregelt wäre, zöge er auch seine Klage vor dem Verwaltungsgericht zurück.
Ruhe bis zur Kirchenvorstandssitzung
Eine integrative Einrichtung will offenbar auch die Amtskirche dort errichten, Humberg spricht von einer „Sozialeinrichtung nach integrativem Modell mit einem Multifunktionsraum“. Des Weiteren werde man „den Strukturen weiter nachgehen“. Gottesdienste in Vierzehnheiligen gehören nicht dazu.
Bis zur Kirchenvorstandssitzung am 1. September werde er nicht mehr versuchen, die Schlösser auszutauschen, sagte Humberg. Dann werde über das weitere Vorgehen gesprochen.

19:59
@LukasBo
EInfach mal im Pfarrbüro anrufen. Telefonnummer findest Du auf www.psfb.de
Da wird dir sicher geholfen!
12:10
Schön, dass es noch mehr Leute gibt, die ein realistisches Bild der Situation haben. Einen eigenen Schlüssel für die Jugend, so dass die an ihr Material kommen, gibt es jedoch auch mit den neuen Schlössern wohl noch nicht.
11:02
Danke neueWege, du sprichst mir aus der Seele.
09:17
Ich selbst komme aus St. Albertus Magnus, kann also mitreden. Das nur vorweg!
Was ich hier über 14 Heiligen lesen muss, finde ich wirklich unerträglich. Da spielen sich ein paar wenige als Retter der Kirche auf. Instrumentalisieren Ihre Mitchristen, und machen sie, jeden einzelnen zum Kläger gegen den Bischof. Ich wage zu behaupten, dass dieses denen, die eine Unterschrift auf ein Stück Papier gesetzt haben, gar nicht klar war oder ist!
Die Handvoll Handelenden sind sich völlig darüber im Klaren, dass Sie überhaupt keine Chance habe! Und trotzdem verfolgen Sie Ihren Weg. Ob aus lauter Boshaftigkeit oder zur Befriedigung ihrer Profilneurose will ich mal dahin gestellt lassen! Auch behaupten Sie, man würde mit Ihnen nicht reden! Eine klare Lüge! Soviel zum Gebot Nr. 8 „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider (gegen) deinen Nächsten.“
Auch sind die Begrifflichkeiten völlig falsch! Einen Kirchenvorstand gibt es in 14 Heiligen nicht mehr! Dieses ist höchst Kirchenrechtlich entschieden! Die letzte mögliche Instanz hat man vorsorglich gar nicht erst beschritten! Jetzt wird das Verwaltungsgericht bemüht. Wohlweißlich, dass dort die Mühlen SEHR langsam mahlen! Ein neuer Schachzug! Die Klage ist meines Wissen noch nicht mal angenommen! Ob sie es je wird, wage ich zu bezweifeln! Und was kommt dann?
Was ich aber wirklich unerträglich finde, ist die Tatsache, dass den Gläubigen einen Würdevollen Abschied verweigert wird. Gläubige die sich bewusst neu orientiert haben, werden als Verräter beschimpft! Jugendliche die sich eine neue Bleibe gesucht haben, kommen nicht mehr an Ihr Eigentum dran! Wohl aber jetzt, da die Schlösser endlich gewechselt worden sind!
Hier ist von Religionsfreiheit die Rede! Die wird den Christen, die dort ‚festgehalten‘ werden, aber verwehrt! Allen sollte klar sein, das in 14 Heiligen nie wieder ein Katholischer Priester Eucharistie feiern wird! Oder wollen die paar Handelnden jetzt ihre eigene Glaubensgemeinschafft gründen! Sie können ja mal bei Pius-Bruderschaft nachfragen. Vielleicht haben die ja Interesse!
Ich kann nur an alle Appellieren. Machen Sie den schmerzlichen Schritt, nehmen Sie Abschied! Das tut einmal weh! Wirklich weh! Ich weiß wovon ich rede! Aber danach ist das Herz frei für neue Freunde und für neue Freude. Ich kann für mich sagen, dass ich jetzt wieder Eucharistie FEIERN kann!
12:32
Man braucht keinen besonderen Raum, um zu beten. Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. So sagte Jesus.
Also treffen Sie sich doch abwechselnd bei Ihren Freunden und halten Gottesdienst. Die Energie, die Sie in Ihrem Kampf verschwenden, nutzen Sie besser für Bedürftige. Das wäre Kirche!!!.Es ist mir klar, dass der Abschied von Gewohntem weh tut. Aber was dort getrieben wird, ist Starrsinn und hat nichts mehr mit unserem Glauben zu tun.
Kirche sind wir Gläubigen, nicht das Haus.
17:21
Da gibt es doch nur eins, wenn Verhandlungen nichts mehr bringen: Kirche besetzen, eigene Gottesdienste feiern, evtl. eigenen Priester einstellen (z.B. einen verheirateten, den die Amtskirche verstossen hat). Das könnt der Anstoss für viele, viele Gemeinden in gleicher Situation sein.
Nehmt den Bischöfen ihre Macht und ihr Geld, und holt sie zurück auf die Erde.
Messt sie an den Worten des Mannes aus Nazareth, und handelt in seinem Sinne.
20:30
Ja, ja, der HUMBERG, der Grössenwahnsinnige!
Kein Herz und kein Fingerspitzengefühl.
Mit viel Geld hat er St. Franziskus unnötig umgebaut, jetzt braucht er Geld!
17:05
Pressemitteilung an die Bochumer Zeitungen
Die Pfarrei St. Franziskus plant, auf dem Gelände der ehemaligen katholischen Kirchengemeinde Vierzehnheiligen ein integratives Wohnprojekt zu verwirklichen, in dem behinderte Menschen leben und betreut werden. Es sind weiterhin barrierefreie Wohnungen für ältere und alte Menschen geplant, um diesen selbst im hohen Alter ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Es ist dabei daran gedacht, einen Mittagstisch zu etablieren, der auch von den in der Nachbarschaft wohnenden Senioren genutzt werden kann. Darüber hinaus soll dort ein Treffpunkt für junge Familien entstehen, um so in der ehemaligen Pfarrei Vierzehnheiligen weiterhin ein lebendiges, soziales Leben zu ermöglichen.
Der kirchliche Investor (Franz Sales Haus) wird dem Kirchenvorstand der Pfarrei St. Franziskus das Ergebnis der Planungen am 29. September 2010 vorstellen. Der Kirchenvorstand begrüßt diese Entwicklung, da dieses Konzept der Verwirklichung karitativer Anliegen und integrativer Stadtteilentwicklung dient und Vierzehnheiligen als Standort kirchlichen Lebens im Bochumer Süden erhalten bleibt.
Im Rahmen der Neustrukturierung des Bistums Essen war Vierzehnheiligen mit der bischöflichen Entscheidung vom Januar 2006 zur „weiteren Kirche“ erklärt worden, die als gemeindlicher Gottesdienstort aufgegeben werden muss. In Konsequenz dieser Entscheidung und aufgrund der sich nun positiv abzeichnenden Planungen hat der zuständige Kirchenvorstand der Pfarrei St. Franziskus die Schließung und Außerdienststellung der Kirche beschlossen. Ob das Kirchengebäude zu einem späteren Zeitpunkt auch profaniert wird, hängt von der weiteren Planung des integrativen Wohnprojektes ab.
08:51
An Pfarrer Humberg hätte ich folgenden Vorschlag zu machen: Wenn in seiner Haushaltskasse 2500 Euro übrig sind, soll er die doch bitte an hilfsbedüftige Menschen spenden. Die Schlösser in Vierzehnheiligen funktionieren einwandfrei, die müssen ja nun wirklich nicht ausgetauscht werden!!!!
Verschwendung von Kirchensteuern.
14:29
Ich kann es wirklich nicht verstehen.
Mit der 308/318 sind sowohl die Meinolphuskirche als auch Franziskus sehr gut erreichbar, auch für Kinder und ältere Mitbürger. Daneben gibt es in unmittelbarer Nähe noch die Heimkehrerdankeskirche. Im Krankenhaus Bergmannsheil werden ebenfalls katholische Gottesdienste abgehalten. Da wird ja wohl jeder eine alternative zur Kirche Vierzehnheiligen finden, die mitlerweile noch nicht einmal zu Festhochämtern wie Fronleichnam gut besucht ist.
Hätte man die Energie, die in Protest investiert wurde, darein investiert, sich in einer anderen Gemeinde einzufinden, hätten wohl alle mehr davon und würden sich an einem aktiven Gemeindeleben erfreuen.