„Just do it” gegen Tristesse in Wattenscheid
18.02.2010 | 12:45 Uhr 2010-02-18T12:45:00+0100
Bochum. Zum fünften Mal heißt es in der Kammerspielen: Hauptschule in Bewegung – mit einem Reggae-Musical.
Zum fünften Mal heißt es ab dem 23. Februar in den Kammerspielen „Hauptschule in Bewegung”. Statt Shakespeare, Ibsen oder Gynt zu interpretieren, haben die Schüler in diesem Jahr ein Stück in Eigenregie geschrieben und inszeniert. Herausgekommen ist dabei „Just do it!” - ein Reggae-Musical. Drei Jungs quält die Langeweile in Bochum-Wattenscheid. Der Alltags-Tristesse setzen sie die Erfüllung eines lang gehegten Traums entgegen: Sie gründen eine Reggae-Band. „Just do it” ist das Motto des Unterfangens. Mit viel Eigeninitiative verfolgen die Jugendlichen ihren Plan gegen alle teils dramatischen Rückschläge vom Casting bis zum ersten Auftritt.
Sieben Bochumer Schulen sind an dem Projekt des Jungen Schauspielhauses beteiligt. Eigeninitiative ist nicht nur im Stück Trumpf - auch die Theaterarbeit von und mit den Schülerinnen und Schülern lebt davon. Das Stück schrieb ein jugendliches Autorenkonsortium unter der Leitung von Anja Schöne. „In Workshops wurde erst einmal erarbeitet, wie so ein Theaterplot aussehen kann, was geht und was eben nicht geht”, erzählt Martina van Boxen, die künstlerische Leiterin des Projekts. Innerhalb der Rahmenhandlung kommt es zu allerlei amourösen Verwicklungen. Sex wird zum Thema und Freundschaften stehen auf der Probe. Auch ein tragischer Todesfall kommt vor. „Ich bin schon erstaunt darüber, wie viel Tiefe das Stück bekommen hat”, sagt Sandra Anklam, ebenfalls betraut mit der künstlerischen Leitung. Die Autorinnen haben viel von ihren eigenen Lebenswelten in das Stück einfließen lassen. Das sorgt in der Umsetzung mit den schauspielernden Schülern durchaus für Komplikationen: „Die Figuren im Stück sind sehr nah an den Schülern. Da passiert es häufig, dass die Schamgrenzen der Darstellerinnen und Darsteller überschritten werden”, erzählt Martina van Boxen.
Auch die Choreographien, das Bühnenbild und der Internetauftritt wurden von den Schülern gestaltet. In einer eigens zusammengestellten Band werden zum Teil eigene Stücke gespielt - alles live. Seit Oktober wird das Musical intensiv geprobt. „Meine Aufgabe gleicht dabei manchmal der einer Löwenbändigerin”, beschreibt van Boxen den teils turbulenten Ablauf.
Premiere ausverkauft
Die Premiere in den Kammerspielen, Königsallee 15, am 23. Februar ist ausverkauft. Am 24. Februar wird das Stück um 9.30 Uhr und um 12 Uhr gespielt. Am 3. und 4. März ist „Just do it” um 20 Uhr bzw. um 10 Uhr in den Kammerspielen zu sehen. Eintritt: 8, erm. 4 Euro.

20:30
Liebe Leser & Leserinnen
ich bin bereits zum 3.mal bei HiB und ich kann ihnen nur sagen das das was wir da auf die Beine gestellt haben Richtige Arbeit war! Wir haben dort nicht nur gesessen und nichts gemacht! wir haben JUST DO IT kennen & lieben gelernt!
Wir traten auf und die Menschenmenge im Saal des Schauspielhauses Bochum war begestert!Viele meiner Verwandten und Bekannten gehen regelmäßig ins Theater..Aber so ein vielseitiges stück haben sie bisher noch nicht gesehen erzählten sie mir ! Also immer sagen das Hauptschüler sich im Alltäglichen Schulalltag überhaupt nicht zeigen können was eigentlich alles so in Ihnen steckt! Aber nachdem man da mitgemacht hat ist man echt freier und geht aus sich raus.Lieben Gruß Bianca
10:35
@ Oma Bochum
So was sollte sich jeder anschauen, der nicht einen total gebrenzten Horizont hat! Das Stück ist lustig, emotional und interessant-und das alles von Jugendlichen bzw teilweise noch Kindern! So eine Arbeit sollte anerkannt werden statt von vornherein als nicht sehenswert zu bewerten.
Hingehen-angucken und dann erst bewerten!
12:21
@ Oma Bochum (Ist der Name Programm?):
So was sieht man sich als Theaterabonnement an und ist begeistert! Super und mitreißend, was die Schüler auf die Bühne gebracht haben. Also: Hingehen!
15:15
Gegen Tristesse hilft in Wattenscheid nicht mal Theater. Jau.
10:33
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
10:19
Wer sieht sich sowas an?