Junge Bochumer berichten von spannenden Auslands-Erlebnissen

Nummernschild, Reisepass und Banknoten; Souvenirs von (v.l.) Matthias, Tobias, Maike und Thomas.
Nummernschild, Reisepass und Banknoten; Souvenirs von (v.l.) Matthias, Tobias, Maike und Thomas.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Vier Bochumer erzählen, warum sie ins Ausland gegangen sind und was sie bei ihren Aufenthalten in England, Südafrika oder Australien erlebt haben.

Bochum..  „Auf einmal geben wir Vollgas und brettern über die Sandpiste, verfolgt von einer wütenden Elefantenherde.“ Letztlich ist der Jeep, in dem Maike Graf saß, davongekommen. Die Bochumerin war drei Monate in Südafrika und ist damit eine von vielen, die nach dem Abitur das Ausland mehr reizt als der harte Sitz im Vorlesungssaal. Die 20-Jährige suchte im Internet nach Freiwilligenstellen und fand sich wenig später in einem Armenviertel nahe Kapstadt wieder. Auf die Vorfreude folgte Ernüchterung: Maike sollte mit Kindern arbeiten, die nur ihre Stammessprache sprachen, Unterstützung der lokalen Projektmitarbeiter gab es kaum.

Mehr Glück mit dem Projekt hatte Matthias Huber, der auf ähnlichem Wege nach Südafrika gelangt war. Im Kinderheim verbrachte er sechs tolle Monate; machte aber auch negative Erfahrungen: „Ein Junge starb mit 17 Jahren an Herzinfarkt!“ Seine Stimme senkt sich und Melancholie mischt sich in den hart erarbeiteten Schatz aus Erfahrungen. Maike wechselte auf Eigeninitiative das Projekt und verbrachte fortan die Tage im Krüger-Nationalpark um bei der Dokumentation zu helfen. Sie lacht: „Wir hatten nichts und waren unglaublich zufrieden!“

„Ich bin selbstbewusster geworden“ , erzählt Tobias Lubitz nach einem Jahr „work&travel“ mit seinem Zwillingsbruder in Australien. Anfangs schlugen sich die beiden als Tagelöhner durch, dann kauften sie einen Jeep und umkreisten Australien. Auf Plantagen und Farmen lernten sie hochgiftige Spinnen und andere Abenteurer kennen. Die wollen sie im neuen Jahr bei einer Europareise besuchen.

Für den VfL früher zurückgeflogen

Andere kommen wieder um zu bleiben: „In Südafrika brauchen die mich nicht wirklich. Es gibt so viel zu tun in Bochum. Ich habe meinen Platz gefunden!“, sagt Maike. Auch Thomas Geers freute sich so sehr auf Bochum, dass er seinen Rückflug aus England vorzog, um ein Spiel des VfL nicht zu verpassen. Nach vier Monaten Sprachkurs im Küstenort Bournemouth lockten ihn Freundin, Familie und das gute Essen wieder nach Bochum. Ein paar im Callcenter erarbeitete englische Pfund hat er im Gepäck, ansonsten sei er um einiges eigenständiger geworden.

Nach der Rückkehr wird die große Freiheit gegen den deutschen Alltag getauscht. Tobias studiert International Management in Düsseldorf; Thomas hofft auf eine Ausbildung in der städtischen Verwaltung, Maike studiert Psychologie und Matthias nimmt dieses Jahr das Medizinstudium und als B-Jugendtrainer des TuS Harpen den Aufstieg in Angriff. Ob sie empfehlen würden ins Ausland zu gehen? „Ja!“, die vier sind sich einig.