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14.06.2007 | 05:46 Uhr

An der dritten Spielzeit seiner Intendanz will sich Elmar Goerden messen lassen."Der Welpenschutz und der Brandbonus sind weg". Theaterchef erläutert seine Pläne vor dem Kulturausschuss

"Das ist der entscheidende Spielplan", steht für Intendant Elmar Goerden fest: "Der Welpenschutz und der Brandbonus sind weg!" An der dritten Saison seiner Intendanz will er sich "messen lassen". Ab Oktober werde im Schauspielhaus zu sehen sein, "was ich machen will." Die nächste Saison sei bestimmt durch "entschiedene Kontraste".

So wird er zum Auftakt Shakespeares "Wie es euch gefällt" inszenieren: "Meine erste Shakespeare-Komödie." Damit werde das Schauspielhaus Bochums Ruf als Shakespeare-Stadt gerecht. Am Abend nach "Wie es euch gefällt" ist die Uraufführung des Stücks "Trotzdem" von Sabine Harbeke geplant, die die Autorin selbst inszenieren wird. Eine Woche später sind Ibsens "Gespenster" in der Deutung von Lisa Nielebock und "Die Katze auf dem heißen Blechdach" von Tennesse Williams in der Regie von Markus Dietz zu sehen.

Elmar Goerden: "Diese beiden Wochenenden werden zeigen, wie die nächste Spielzeit gedacht ist."

Der Intendant schaute während seiner Erläuterungen im Kulturausschuss zurück und nach vorn. Seine erste Spielzeit sei ein "gutes, aber auch ein schweres Jahr" gewesen. Das sei nicht anders zu erwarten gewesen, "bei diesem Vorgänger". Bekanntlich hat Matthias Hartmann - was die Auslastung anbelangt hat - eine Traumquote hinterlassen. Nach der ersten Spielzeit hatte das neue Ensemble ersten Tritt gefasst, alles blickte erwartungsvoll auf die zweite Saison. Diese indessen wurde sogleich durch den Brand im Außenlager schwer belastet. Umso mehr freut sich der Intendant, "dass die Spielzeit wie geplant abgelaufen ist".

Das "Ohne alles"-Festival bezeichnete er als einen "Quantensprung" für seine Intendanz, die "Penthesilea"-Inszenierung von Lisa Nielebock mit einer überragenden Lena Schwarz in der Titelrolle nannte Elmar Goerden gar "ein kleines Theaterwunder". Nachdenklich stimmt den Intendanten, dass Tschechow in Bochum scheinbar "einen schlechten Ruf" habe: "Warum ist das so? Liegt das an Tschechow oder liegt das an Bochum?" Das interessiere ihn. Im Repertoire ist bekanntlich derzeit eine beachtenswerte Deutung von Tschechows "Platonow" durch Jorinde Dröse zu sehen.

Ein hohes Lob des Intendanten gilt ohnehin den jungen Regisseurinnen am Haus: Lisa Nielebock, Tina Lanik und Jorinde Dröse, die in der nächsten Saison vielleicht einen Shakespeare proben wird. Goerden plädiert im übrigen dafür, dass junge Regiekräfte sich mit den Klassikern befassen und "alte Hasen" neue Texte uraufführen. So wird Dieter Giesing den Text "Motortown" von Simon Stephens erstmals auf die Bühne bringen. Das Junge Schauspielhaus wird mit Elan weitermachen und mit den leer stehenden alten Räumen des Stadtarchivs vielleicht schon bald über ein eigenes Domizil verfügen. Solches klang im Kulturausschuss jedenfalls durch. Der Raum in der Melanchthongemeinde ist ohnehin nur als Provisorium gedacht.

Die nächste Saison startet am 19. Oktober "ziemlich spät", so Goerden. Das hänge mit der Ruhr-Triennale zusammen, die vom 1. September bis zum 14. Oktober dauere. Es gehe allerdings nicht darum, "einen Veranstaltungsstau im Hinblick auf die Triennale" zu verhindern oder einer Konkurrenz auszuweichen. Beabsichtigt sei, "etwas Luft" zwischen Triennale und Schauspielhaus zu schaffen.

Von Werner Streletz

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