Jedes vierte Kind in Bochum ist arm
31.01.2012 | 00:00 Uhr 2012-01-31T00:00:00+0100
Bochum.In unserer Stadt gibt es mehr arme Kinder als im bundesweiten Durchschnitt. Die optimistischen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit über sinkende Kinderarmut gelten für Bochum nur eingeschränkt.
Die Kinderarmut ist zwischen 2006 und 2011 im Bundesdurchschnitt um 13,5 Prozent gesunken. Das heißt, weniger Kinder unter 15 Jahren leben in Hartz-IV-Familien oder kinderreichen Familien mit geringem Einkommen.
Für Bochum verzeichnet das Jobcenter im gleichen Zeitraum einen Rückgang armer Kinder von nur 3,2 Prozent, so Sprecher Johannes Rohleder.
Viele Faktoren
Damit liegen Bochum nicht nur weit unter Bundesdurchschnitt, sondern hinkt auch deutlich dem NRW-Durchschnitt von minus 7,9 Prozent hinterher. Konkret: In Bochum lebt jedes vierte Kind unter 15 Jahren in Armut. Zu den Ursachen für diesen Zustand möchte sich Rohleder nur ungern äußern. „Es ist ein Gemengelage an Faktoren. Alles was ich jetzt sagen würde, wäre Spekulation.“
Den Versuch zu erklären, warum es in Bochum mehr arme Kinder gibt, startet hingegen Werner Marquis, Sprecher der Regionaldirektion NRW der Agentur für Arbeit: „Eine wichtige Ursache im Ruhrgebiet ist der Strukturwandel von der Montanregion hin zur Dienstleistungsgesellschaft. Mehr Arbeitslose und Langzeitarbeitslose – das sind immer noch die Nachwirkungen – was eben auch mehr arme Kinder bedeutet“, so Marquis.
Kinderbetreuung ausbauen
In NRW lebten, laut seiner Angabe, 25 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger und 29 Prozent aller Familien in Deutschland mit mehr als vier Kindern. Viele Kinder seien ein Grund, dass Familien mit geringem Einkommen auf staatliche Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB II) angewiesen sind.
Geeignete Gegenmaßnahmen seien vor allem am Arbeitsmarkt zu treffen, so die Einschätzung Marquis. „Die Kinderbetreuung muss ausgebaut werden. Außerdem sollten Eltern nicht automatisch vom Arbeitsprozess ausgeschlossen werden.“
Manche Arbeitgeber seien noch immer nicht bereit umzudenken und beispielsweise Teilzeitmodelle anzubieten. Viele würden nur die Probleme sehen, die Eltern einem Betrieb bringen und nicht ihre Stärken. „Langfristig können wir uns diese Einstellung nicht leisten“, mahnt Marquis.

11:42
Wann endlich bietet EINE Zeitschrift dieser dummdreisten (keiner glaubt mehr daran) Aussage der BA oder von der Lügens Paroli!
Es genügt doch, in die Destatis (Statistikamt des Bundes) zu sehen und man wird nicht überrascht sein:
Kinder unter 15 Jahren:
2006: 11,441 Mio.
2010: 10,941 Mio.
Noch Fragen?
Zusätzlich hat sich von der Lügen wieder einmal einen Trick einfallen lassen. Ist die Aufstockung relativ gering, können die Eltern Kinderzuschlag beantragen, falls sie dann aus dem Hartz IV-Bezug herausfallen. D.h. die Familien bekommen die gleichen Transfereinkommen, sie heißen dann nur Kinderzuschlag und nicht Hartz IV..
Ähnlich macht man es mit den Arbeitslosen Statistiken. Auch Arbeitslose werden älter. Mit jedem Langzeitarbeitslosen der ein Alter von 58 erreicht, gibt es in der Statistik einen Arbeitslosen weniger, da diese Menschen nicht mehr erfasst werden.
Interessant ist aber auch, dass das Wohngeldgesetz von Anfang 2009 bis Mitte 2011 so geändert wurde, dass Kinder, deren Eltern Hartz IV beziehen, Anspruch auf Wohngeld hatten, wenn die Kinder dadurch aus dem Hartz IV-Bezug fielen. Dies war insbesondere bei Kindern bis 12 Jahren der Fall. Denn diese konnten mit Kindergeld, Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz und eben Wohngeld ihren Hartz IV Bedarf decken. Die Auswirkungen der Änderung des Wohngeldgesetzes auf die Statistik verzögerte sich dadurch, dass es eine gewisse Weile dauerte bis das neue Gesetz flächendeckend korrekt angewandt wurde.
Weniger arme Kinder?
Eher Gleichstand - wenn nicht mehr.
Diese staatlich verordneten Jubelorgien erinnern mich gleich wieder an welchen nicht mehr existierenden Staat???