Jahrelang war der Ruhr-Uni-Campus ihr zweites Zuhause

Christel Ludwig und Josef Hubbert in der RUB-Mensa
Christel Ludwig und Josef Hubbert in der RUB-Mensa
Foto: Ingo Otto/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
36 Jahre hat Christel Lyding für das Akafö gearbeitet und alle Änderungen an der Mensa miterlebt. Treuer Begleiter war ihr der Konditor Josef Hubbert.

Bochum.. Strahlende Gesichter begrüßen Christel Lyding, wenn sie die Mensa an der Ruhr-Universität betritt. Die Kollegen aus der Küche, an der Ausgabe und an der Kasse kennt sie alle gut. Bis vor zwei Jahren hat die 64-Jährige dort selbst noch gearbeitet. Der Uni-Campus ist fast wie ein zweites Zuhause für sie geworden. Während der 36 Jahre, die sie dort als Wirtschafterin für das Akademische Förderungswerk (Akafö) gearbeitet hat, konnte sie die baulichen Veränderungen hautnah miterleben. Erinnerungen, lustige Anekdötchen und vor allem Freundschaften bleiben ihr aus dieser Zeit.

Am 9. Februar 1965 wurde das Akafö gegründet, im selben Jahr die Mensa eröffnet. Lyding kam 14 Jahre später dazu. „Im Jahr 1979 habe ich in der Mensa als eine der ersten Wirtschafterinnen angefangen“, erzählt sie mit einem Lächeln. „Ich kenne sie wie meine Westentasche.“ Früher, so sagt sie, da war die Ausstattung noch ein bisschen spartanisch. Modern, geräumig, groß und lichtdurchflutet ist das riesige Mensagebäude geworden nach der Kernsanierung vor wenigen Jahren. „Aber die Studenten sind so nett wie eh und je geblieben.“

33 Jahre an der Uni gebacken und gekocht

Eine tiefe Freundschaft verbindet Lyding mit Josef Hubbert, der 33 Jahre an der Uni gebacken und gekocht hat. Als Konditormeister hat er die feinen Studentengaumen mit Torten, Pralinen und Plunderteilchen verwöhnt. Noch bis in die 90er Jahre existierte die Konditorei, die ehemals in der heutigen sogenannten „großen Mensa“ zu finden war. „Morgens um vier Uhr, da musste ich schon ran – Croissants, Schokobrötchen und Brezel vorbacken“, betont der 70-Jährige. Bis zu 30 Torten hat der Konditormeister an Spitzentagen kreiert.

Als die Konditorei geschlossen wurde, ist Hubbert wenig später zum Küchenchef im Mensa-Restaurant aufgestiegen. „Teppichmensa wurde das Etablissement scherzhaft genannt“, so Hubbert. „Dort wurde man bedient, die Bestuhlung war ganz anders und der Boden war mit Teppich ausgelegt“, ergänzt Lyding. Zu finden war das À- la-carte-Essen in den heutigen Veranstaltungsräumen, die unter der großen Mensa liegen.

„Die Atmosphäre war lockerer“

An den Zusammenhalt und die Heiterkeit unter den Arbeitskollegen erinnern sich beide gerne: „An Karneval, da verkleidete man sich – gar keine Frage“, so Lyding. „Die Atmosphäre war lockerer“, stimmt Hubbert zu: „Manchmal ging man gemeinsam zur Kegelbahn, die es früher noch gab.“

Über die Jahre sei die Arbeit einfacher geworden. Die Logistik habe sich stark verändert. „Essensaufzüge haben Einzug in die Küche gefunden“, weiß Lyding. Doch die kuriose „Salzanlage“, die automatisch alle Essen salzen sollte, hat im Alltag der Großküche nicht überzeugen können.