Interessengemeinschaft Gartensiedlung kündigt Widerstand an

Die Firma AGR DAR hat ihren Standort in Riemke an der Rensingstraße aufgegeben.
Die Firma AGR DAR hat ihren Standort in Riemke an der Rensingstraße aufgegeben.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Anwohner wenden sich in an die Stadt und den Rat. Sie fordern Diskurs über die Nutzung des ehemaligen AGR-Betriebsgeländes.

Bochum.. Seit 1982 gibt es die Interessengemeinschaft Gartensiedlung. Selten hatten die Vorstandsmitglieder zum Ende eines Jahres so viel Gesprächsbedarf. Von wegen besinnliche Feiertage. Der WAZ-Artikel „Neuer Abfallverwerter im Gespräch“ vom 19. Dezember 2014 aus dem hervorgeht, dass die Geschäftsführung der AGR-DAR GmbH schon seit einiger Zeit mit einem anderen Abfallentsorger über den Verkauf des Betriebsgeländes verhandelt, hat die Mitglieder der Interessengemeinschaft „schwer verärgert“.

„Wir sind entsetzt“, sagt Vorstandsmitglied Stefan Fleischmann, der zu den Unterzeichnern eines Offnen Briefes gehört, der an die Oberbürgermeister der Stadt, die Ratsfraktionen, die WAZ und zur Kenntnis an den Regierungspräsidenten in Arnsberg gegangen ist. So eine Entscheidung dürfe nicht ohne den Rat und die Bürger getroffen werden. „Wir wohnen in Nachbarschaft zum Betriebsgelände an der Rensingstraße, das nach einem Großbrand im August 2013 stillgelegt worden ist“, heißt es im Offenen Brief. „Wir sind entsetzt darüber, dass sich ein im Besitz der öffentlichen Hand befindliches Unternehmen klammheimlich darüber hinwegsetzt, dass Eigentum verpflichtet und zugleich dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen habe. Es kann nicht sein, dass mit dem Verkauf des Geländes an einen anderen Abfallentsorger ohne öffentliche Diskussion und ohne Rats- und Bürgerbeteiligung am Standort Rensingstraße ein Geschäftsmodell reaktiviert wird, das in der Vergangenheit durch großflächige Ausgasungen inmitten einer dicht besiedelten Fläche die Luft verpestete und auch durch erhebliche Investitionen zu keiner wesentlichen Verbesserung der Situation in der Lage war.“

Gespräch gewünscht

Fleischmann und seine Vorstandskollegen kündigen Widerstand an. „Wir würden gerne an den Interessenten herantreten. Wenn klar ist, dass er zum Beispiel nur Bauschutt verarbeiten will, wären die Probleme deutlich kleiner. Wenn er aber überhaupt erst gar nicht mit uns sprechen will, dann hätte er mit erheblichen Protesten zu rechnen. Wir fordern daher einen offenen Diskurs über die Zukunft des Betriebsgeländes und wollen Entscheidungen verhindern, die dem Gemeinwohl schaden und eine sinnvolle Entwicklung des Gewerbegebietes blockieren. Unsere Interessengemeinschaft jedenfalls wird alle ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen und politischen Möglichkeiten nutzen, um die Anwohner des Betriebsgeländes vor erneuten unerträglichen Belastungen zu schützen.“

Unterstützung erfährt die Interessengemeinschaft weiterhin von CDU-Ratsmitglied Lothar Gräfingholt. „Es würde mich richtig sauer machen, wenn vorab Gespräche gelaufen wären. Wir müssen schnellstmöglich den Stand der Dinge wissen.“ Er geht davon aus, dass in dieser Woche Bewegung in die Sache kommt.