In Seoul fühlt sich Bochumer Professor pudelwohl
15.02.2010 | 06:00 Uhr 2010-02-15T06:00:00+0100
Bochum. Der aus Bochum gebürtige Koreanistik-Professor Hans-Alexander Kneider ist vor kurzem in Seoul zum Bezirksbürgermeister ernannt worden - als erster Ausländer überhaupt. Eines seiner Ziele: Zugereisten die koreanische Kultur nahebringen.
„Honory Chief Dong Officer” – das ist der Titel des Bochumers Hans-Alexander Kneider im fernen Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Seit Dezember ist der Koreanistik-Professor ehrenhalber Bezirksbürgermeister im tiefen Osten. Damit ist Kneider der erste Ausländer, der solch ein Amt in Südkorea hält. Dabei sollte er eigentlich das Kräuterhaus IKABO seines Vaters an der Massenbergstraße übernehmen. Aber es kam alles anders.
„Chemie war nicht mein Ding”, gibt der 54-jährige zu, „Asien hat mich schon immer interessiert”. Also studierte er Koreanistik, Volkswirtschaft und Wirtschaft Ostasiens an der Ruhr-Uni. 1988 bekam Kneider ein Stipendium und flog nach seinem Magisterabschluss nach Seoul. Dort studierte er drei Jahre lang Koreanische Geschichte. Doch statt dann nach Deutschland zurückzukehren, blieb er bis heute dort. „Ich habe damals aushilfsweise eine Stelle an der Uni bekommen, um Deutsche Sprache und Literatur zu unterrichten”, erinnert Kneider sich. Aus dem einen Semester wurden 19 Jahre. Kneider wurde Full Professor und Dekan, lernte seine Frau Yujin (42) kennen und ist mittlerweile stolzer Vater seiner zwölfjährigen Tochter Vanessa.
"Zurück nach Deutschland - niemals"
„Zurück nach Deutschland – niemals”, lächelt Kneider, wenn man einmal die Freundlichkeit der Menschen und den Service in Südkorea genossen habe, wolle man ihn nicht mehr missen. „Außerdem ist das Land unglaublich modern”, erzählt er. „Jedesmal, wenn ich hier meine Eltern besuche – ein bis zwei Mal pro Jahr – fühle ich mich um fünf Jahre zurückversetzt.”
Gerade in jüngster Zeit versucht Südkorea, attraktiver für Ausländer zu werden. Seongbuk-dong, der Stadtteil, dem Kneider nun vorsteht, beherbergt Residenzen aus 34 verschiedenen Ländern. Trotz der nur rund 30 000 Einwohner herrschen in dem Bezirk also große kulturelle Unterschiede. „Meine Aufgabe ist es nun”, erklärt der Bürgermeister, „den Ausländern die Koreanische Kultur näherzubringen und umgekehrt.” Also sammelt er Ideen, macht Umfragen und knüpft Kontakte. Es werden kostenlose Sprachkurse angeboten und Seminare angeboten, vom Kochkurs bis zur Kalligrafie.
Bekannt wie ein bunter Hund
Als Fernziel plant der Professor außerdem eine internationale Schule und mehr Buslinien in seinem Bezirk. „Zum Glück arbeiten die bürokratischen Mühlen in Seoul etwas schneller als in Bochum”, meint er. Außerdem ist Kneider in Seoul als erster ausländischer Bürgermeister natürlich bekannt wie ein bunter Hund. „Einige Kollegen aus der Politik sind schon sauer über die große Aufmerksamkeit der Medien”, räumt er ein. Trotzdem fühle er sich in der Zwölf-Millionen-Stadt einfach pudelwohl.

15:18
An #1 und #3: Jedes Ereignis ist grundsätzlich eine Nachricht wert. Der Bericht vom Prof. in Korea ist zumindest interessanter aus außergewöhnlicher als die 1000te Berichterstattung über Karneval oder DSDS-Kandidaten. Beim nächsten Mal einfach nicht anklicken. Jeder wählt das aus, was er lesen will.
15:16
Tschööö, Wattwurm!
13:11
Mich interessiert das brennend!Ist doch toll,das es ein Bochumer geschafft hat aus diesem total
verkorksten Land auszuwandern und dann auch noch etwas zu erreichen!Davor ziehe ich den Hut!
Vielleicht kann Herr Kneider da unten noch jemanden gebrauchen,ich würde da auch sofort
hingehen,es ist überall schön,nur hier nicht!
20:13
Wen interessiert das?
17:14
Zumindest für Bochum nicht uninteressant. Die Nachricht belegt, daß andere Länder ohne Anstrengung menschenfreundlicher sein können als D. Wir sollten bescheidener sein, so gut, wie wir denken, sind wir nicht, erst recht nicht gegen Ausländer.
10:02
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08:40
Wie schoen. Warum wird eine solch inhaltslose Nachricht verbreitet?