In Selbsthypnose auf dem Weg zum Wohlfühlort

Am Wohlfühlort angekommen: Im „Palmengarten“ fand ein Selbsthypnose-Kurs für Einsteiger statt.
Am Wohlfühlort angekommen: Im „Palmengarten“ fand ein Selbsthypnose-Kurs für Einsteiger statt.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Ser
Was wir bereits wissen
Selbsthypnose für Einsteiger: funktioniert das? 13 Teilnehmern eines Seminars in Bochum gelang der tiefenentspannende Trip ins Unterbewusstsein.

Bochum.. Augen zu. Abschalten. Im Oberstübchen die Koffer packen. Und auf geht’s an seinen persönlichen Wohlfühlort. Das kann eine Trauminsel oder das eigene Auto sein; die Reise kann Sekunden oder Stunden dauern. „Hauptsache entspannt“, sagt Andreas Ahnfeldt. Die Teilnehmer seines Selbsthypnose-Kurses für Einsteiger staunen. Gar nicht so schwer, loszulassen und kraft seiner Gedanken auf Fahrt nach Irgendwo zu gehen.

Andreas Ahnfeldt: Das ist der bürgerliche Name von Aaron. Dem großen Publikum ist der Dorstener als Show--Hypnotiseur mit regelmäßigen Auftritten u.a. im „et-cetera“-Theater bekannt. Abseits der Bühne vermittelt der 47-Jährige in Abend-, Tageskursen und Seminaren die Fähigkeit, sich und andere zu hypnotisieren. Motto: „Du kannst es, Du weißt es nur noch nicht!“

Skepsis ist einigen der 13 Frauen und Männern gleichwohl ins Gesicht geschrieben, die 35 Euro für den zweieinhalbstündigen Selbsthypnose-Kurs in „Lisas Palmengarten“ in Riemke investiert haben. Manche sind, etwa als Therapeuten, quasi vom Fach, andere als Einzelhändler oder Polizeibeamte einfach nur gespannt. Die Bereitschaft, sich auf den Trip einzulassen, bringen alle mit. Anders würde es auch nicht funktionieren.

Ängste und Stress abbauen

Prüfungs-, Flug- oder Platzangst abbauen, zur Ruhe kommen, neue Kräfte sammeln: Die Do-it-yourself-Trance soll psychische Probleme ebenso lindern wie den ganz normalen Alltagswahnsinn erträglicher machen. Soeben, auf der Autofahrt nach Bochum, habe es mal wieder prächtig geklappt, sagt Aaron. Mitten im chaotischen Feierabendverkehr hat er sich an seinen Wohlfühlort, ein Wellnessbad, gebeamt. „Es waren nur wenige Momente. Aber anschließend ging’s mir viel besser.“

Für die Teilnehmer wird’s jetzt ernst. Auf ihren Stühlen nehmen sie eine bequeme Stellung ein, schließen die Augen, atmen tief ein und aus, fokussieren sich auf die sanft-sonore Stimme des Meisters. Treiben lassen, wirken lassen, geschehen lassen: Binnen Sekunden befindet sich die Tafelrunde auf einer Reise ins Unterbewusstsein. Vom kleinen Zeh bis zu den Schultern: Auf Aarons Geheiß stellt sich bei allen 13 für Minuten totale Entspannung ein. Ihr glückseliges Lächeln dokumentiert: Sie sind an ihrem Wohlfühlort angekommen – und fast enttäuscht, als sie Aaron bittet, ins Hier und Jetzt zurückzukehren. Das ist simpel und verlässlich: Auch in Hypnose ist das Bewusstsein stets präsent.

Von einer „geilen Reise“ spricht der Einzelhändler zum Abschied. Wie die anderen Teilnehmer will er das Erlernte fortan fleißig üben – und den kleinen Urlaub für zwischendurch häufiger antreten.