In Bochum wollen Moslems und Christen ein friedliches Miteinander

Ahmad Aweimer
Ahmad Aweimer
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach dem Anschlag auf ein Pariser Satiremagazin sprechen sich Vertreter unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Nationen gegen Extremismus aus.

Bochum..  Zwei Tage nach dem Anschlag auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ mit zwölf Toten haben sich in Bochum Angehörige sowohl des Islams als auch des Christentums zu Wort gemeldet.

Direkt nach dem Freitagsgebet in der Khaled Moschee erreichten wir Ahmad Aweimer vom Islamischen Kulturverein Bochum. In seiner etwa 1000 Familien umfassenden Gemeinde ist man geschockt über die Ereignisse in Frankreich. „Wir sind natürlich gegen den Terror. Wir möchten uns dem offiziellen Statement des Zentralrats der Muslime in Deutschland anschließen.“

Appell an die christlichen Mitbürger, als Einheit zusammen zu stehen

In dem noch am Tag des Anschlags veröffentlichten Dokument heißt es auszugsweise: „Es ist zu befürchten, dass der Anschlag neues Wasser auf die Mühlen von Extremisten jeglicher Couleur sein wird. Wir rufen alle dazu auf, dem perfiden Plan der Extremisten nicht auf dem Leim zu gehen, die die Gesellschaft spalten, Hass und Zwietracht zwischen den Religionen schüren und die überwältigende Mehrheit der friedlichen Gläubigen zu Paria der Gesellschaft machen wollen.“ Ahmad Aweimer appelliert an seine christlichen Mitbürger in Bochum: „Die aktuellen Ereignisse sind ein weiterer Grund, näher zusammen zu rücken und als Einheit zusammen zu stehen. Ich wünsche mir, dass wir den Dialog und die Begegnung miteinander verstärken und den Terroristen keine Gelegenheit geben, uns zu unterwandern!“

Deutliche Worte findet Superintendent Peter Scheffler: „Die Evangelische Kirche in Bochum ist entsetzt über den feigen und brutalen Mordanschlag in Paris. Dieser tödliche Anschlag darf nicht dazu benutzt werden, um die Stimmungsmache gegen Muslime weiter anzuheizen. Vielmehr müssen sich alle gesellschaftlichen Kräfte auch in Bochum verstärkt für das friedliche Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen einsetzen. In diesen Tagen gilt aber zuallererst unser Mitgefühl den Opfern von Paris und ihren Angehörigen. Wir schließen sie in unsere Gebete ein.“

Fassungslosigkeit über den Anschlag auch bei französischen Studenten

Dieses gelebte Mitgefühl kommt bei den Franzosen gut an wie Nathalie Piquet, seit sechs Jahren Französisch-Dozentin an der Ruhr-Universität, bestätigt. „Ich habe etliche Seminare mit deutschen und französischen Studenten. Die jungen Franzosen waren sehr berührt, wie die Deutschen auf den Anschlag reagiert haben und reagieren. Viele waren aber einfach auch nur fassungslos darüber, was da passiert ist.“

Auch Piquet kann dieses Attentat nicht begreifen. „Ich habe es in den Nachrichten gehört und dann das französische Fernsehen eingeschaltet. Man versteht es nicht und es sorgt schließlich dafür, dass man Ängste bekommt.“