In Bochum haben die Eltern die Kinderbetreuung im Griff

Bestreikt werden seit Montag auch die Kitas des Akademischen Förderungswerks. Allerdings sind in beiden Einrichtungen Notgruppen untergebracht. Im Zweifelsfall können Beschäftigte ihre Kinder mit zur Arbeit bringen.
Bestreikt werden seit Montag auch die Kitas des Akademischen Förderungswerks. Allerdings sind in beiden Einrichtungen Notgruppen untergebracht. Im Zweifelsfall können Beschäftigte ihre Kinder mit zur Arbeit bringen.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Streik in den 17 städtischen Kitas führt bislang nicht dazu, dass Mitarbeiter ihre Kinder mitzur Arbeit bringen. In Einzelfällen würden Arbeitgeber dies möglich machen.

Bochum.. Die von dem Streik in den 17 städtischen Kindertagesstätten betroffenen Eltern von etwa 1100 Kindern haben es bislang offenbar vor allem durch private Initiativen geschafft, Kinderbetreuung und Beruf unter einen Hut zu bringen. Bei einigen großen Arbeitgebern gibt es bisher jedenfalls so gut wie keine Anfragen von Beschäftigten nach einer kurzfristigen Urlaubnahme oder Kinderbetreuung am Arbeitsplatz.

„Es kann sein, dass dies intern in einzelnen Geschäftsstellen geregelt wurde“, sagt Sparkassen-Sprecherin Sabine Raupach-Strohmann. Anfragen an die Personalabteilung habe es aber keine gegeben. Bei Bedarf hätte die Sparkasse versucht, Lösungen mit ihrem Kooperationspartner Awo zu finden.

Individuelle Lösungen sind gefragt

Individuelle Lösungen würden auch die Stadtverwaltung, die Stadtwerke oder die Knappschaft möglich machen, wie es auf Anfrage der WAZ hieß. Und „in Ausnahmefällen ist es auch möglich, dass Mitarbeiter ihr Kind mit zur Arbeit nehmen“, sagt Stadtwerke-Sprecher Kai Krischnak. Eine Umfrage des Betriebsrats habe jedoch ergeben, dass Beschäftigte des städtischen Unternehmens keinen Bedarf nach einer solchen Regelung haben.

Knappschafts-Sprecherin Claudia Müller kennt zwar einen Fall aus ihrem Büroumfeld: „Da hat ein Referent einen Tag lang sein Kind mit ins Büro gebracht.“ Das sei nach individueller Absprache und je nach Arbeitsplatz ebenso möglich wie die Ausweitung der ohnehin schon üppigen Gleitzeit (6 bis 19 Uhr). Von einer größeren Nachfrage im Haus nach solchen Regelungen sei ihr aber nichts bekannt. Viele Beschäftigte der Knappschaft lassen ihre Kinder im von der Awo betriebenen Knappschaftskindergarten mit seinen 50 Plätzen betreuen.

Notgruppen im Akademischen Förderungswerk

Auch bei der Stadtverwaltung sind keine Fälle bekannt, in denen Mitarbeiter um Regelungen gebeten habe, da sie sich um die Betreuung von Kindern kümmern müssen. „In Einzelfällen“, so Stadtsprecher Thomas Sprenger, sei es aber immer möglich, Kinder mit zur Arbeit zu bringen. Es sei sogar extra ein Büro für solche Fälle vorgesehen, wenn aus Krankheitsgründen oder wie nun beim Streik die Notwendigkeit besteht, ein Kind mitzubringen. „Das geht aber lediglich bei einem normalen Büroarbeitsplatz und nicht bei anderen Tätigkeiten wie etwa bei der Feuerwehr.“

Solche Szenarien sind auch bei Eltern von Kindern möglich, die in einem der beiden Kindertagesstätten des Akademischen Förderungswerkes – Lennershofstraße und UniKids – untergebracht sind. „Es sollte kein Problem sein“, sagt Akafö-Pressesprecher Peter van Dyk, „wenn im Zweifelsfall Kinder mit zur Uni oder zur Hochschule mitgenommen werden müssten. Bei uns sind ja viele Kinder von Uni-Mitarbeitern oder Studierenden untergebracht. Unbedingt nötig ist das aber nicht. Wir haben es hinbekommen, dass es in beiden Einrichtungen eine Notgruppe gibt. In der Lennershofstraße sind in dieser Gruppe 23, bei den UniKids 20 Kinder.“