Im Steigerhaus gibt’s kaum Reparaturen

Wohnen an historischer Stätte: 1890 – Kaiser Wilhelm II. regierte, Otto von Bismarck war Reichskanzler – wurde das Steigerhaus im Deutschen Reich 26 errichtet, in dem Martina Pöppinghaus seit 13 Jahren mit ihrer Familie lebt. „Eigentlich suchten wir damals nur eine Wohnung, groß genug für unsere drei Söhne“, sagt die 53-Jährige. „Das Zechenhaus schien uns ideal. Die 135 Quadratmetern reichten für drei Kinderzimmer.“

Die Jungs sind inzwischen aus dem Haus. Martina Pöppinghaus ist mit ihrem Mann Ralf (59) geblieben. „Wir sind hier heimisch geworden.“ Das Haus sei robust und fest. „Es gibt kaum Reparaturen. Das hält mindestens noch mal 125 Jahre.“ Die Nachbarschaft sei „so, wie sie sein soll. Man kümmert sich, ist füreinander da“, schwärmt die Wernerin.

Zwar findet sie es schade, dass viele Zechenhäuser abgerissen wurden. Manche neuen Nachbarn sind immerhin wohlbekannt: „Die Kinder einiger Alt-Bewohner haben hier neu gebaut.“ Das Deutsche Reich bleibt quasi in der Familie.

Probleme mit dem Straßennamen hat Pöppinghaus nicht. „Wenn ich eine Lieferadresse angeben muss, gibt’s mal irritierte Blicke und Nachfragen. Aber das ist ja kein Nazi-Begriff, sondern geht ins 19. Jahrhundert zurück. Das wissen viele nicht.“