Im Programmkino

Der Sommer 1992 war eine finstere Zeit in Rostock-Lichtenhagen. Ende August wütete ein entfesselter Mob drei Tage lang gegen Asylbewerberheime in der Plattenbausiedlung, die verstörenden Bilder gingen um die Welt. Der Spielfilm „Wir sind jung, wir sind stark“, der ab heute im Kino Endstation zu sehen ist, erzählt die Ereignisse von damals aus verschiedenen Blickwinkeln. Da ist Stefan, der mit seiner Clique durch die Gegend streift und sich an der Krawalle gegen Ausländer beteiligt. Da ist sein Vater (Devid Striesow), ein Lokalpolitiker, der den Ereignissen hilflos gegenüber steht. Und da ist Liens, die mit ihrem Bruder in der Siedlung lebt.

Regisseur Burhan Qurbani stellt seinen Film am Montag (26.1.) um 20 Uhr im Kino Endstation im Bhf. Langendreer selber vor. Am 26. und 27.1. besteht zudem für Schulklassen die Möglichkeit, Sondervorstellungen in Anwesenheit des Filmemachers zu besuchen. Es wird Material für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Nähere Info bei Nina Selig: 0234 / 68 71 620. Im Kino Endstation tägl. 20 Uhr, Fr. bis So. 19 Uhr.

Missverstanden

Ebenfalls ab heute zeigt das Kino Endstation das Familiendrama „Missverstanden“. Aria ist das einsamste Mädchen Roms: Ihr Zuhause gleicht einem Schießstand, auf dem ihre neurotischen Eltern ihre Eitelkeiten abfeuern. Ihre Mutter, eine Pianistin, und ihr Vater, ein Filmstar, haben die Neunjährige in ihrem Ehekrieg längst aus den Augen verloren. Während ihre Schwestern mit Liebe überschüttet werden, wird Aria wie ein ungeliebtes Möbelstück hin- und hergerückt. Underground-Ikone Asia Argento hat mit „Missverstanden“ ein bonbonbuntes Drama geschaffen. Do./Mo./Di. um 18 Uhr, Fr./Sa./Mi. um 21.15 Uhr.