Im Herzen des Reviers
17.01.2010 | 15:27 Uhr 2010-01-17T15:27:00+0100
Von Bochum aus werden die Linken ihren Wahlkampf für die Landtagswahl im Mai steuern. Das sogenannte 'Wahlquartier' will auch ansprechbar für die Wählerinnen und Wähler sein.
Was Katharina Schwabedissen, Landessprecherin der NRW-Linken, sagt: „Wir gehen zu den Menschen. Wir gehen ins Herz des Reviers. Da, wo die meisten Menschen von möglichen Massenentlassungen betroffen sind” – scheint der Blick aus dem Fenster des am Sonntag eröffneten „Wahlquartiers” der NRW-Linken zu bestätigen: Eine verregnet graue Hinterhofszenerie, wie bestellt für den Wahlkampfauftakt.
Von der unteren Kortumstraße aus will die Partei ihren Landtagswahlkampf organisieren. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten künftig in den spartanisch möblierte Räumen einer ehemaligen Werbeagentur. Die Linken signalisieren Offenheit, wollen sich als Gesprächspartner etablieren, an einem „Ort, wo Kontakte geknüpft werden können” (Schwabedissen).
Landessprecher Wolfgang Zimmermann, der männliche Part in der paritätisch besetzten Landesspitze, weiß, dass er sich mitten in einer SPD-Hochburg befindet. „Die SPD möchte, dass wir draußen bleiben.” Doch entgegen dieser strikten Doktrin, gebe es auch andere Stimmen bei den Sozialdemokraten, die sich eine Zusammenarbeit mit den Linken durchaus vorstellen könnten.
Die Gelegenheit nutzte auch die linke Landtagskandidatin Bärbel Beuermann, ihre Position als Frauenpolitikerin deutlich zu machen. Vor dem Hintergrund der bekannt gewordenen Personalpolitik etwa von Schlecker, wandte sie sich nachdrücklich gegen solche „ausbeuterische und prekäre Beschäftigung”, von der gerade Frauen betroffen seien. Beuermann versprach einen „eigenen und zielgerichteten Frauenwahlkampf” für die Landtagswahl.
Eigens nach Bochum gekommen war Ulrich Maurer, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Linken. Er sicherte seinen nordrhein-westfälischen Genossen eine „massive Unterstützung” der Bundespartei zu.
Bochum, im Zentrum des Ruhrgebiets sei bewusst gewählt worden, weil die Partei einen „aufsuchenden Wahlkampf” bestreiten wolle. Ein Zeichen dafür , welche Bedeutung der Landtagswahl im Mai seitens der Linken zugemessen werde, sei die geplante Klausurtagung der Bundestagsfraktion in Dortmund, kündigte Maurer an.

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