Das aktuelle Wetter Bochum 7°C
Bochum

Hundehalterin unterlag erneut vor Gericht

25.01.2008 | 19:30 Uhr

Junge (9) war aus Angst vor ihren Hunden vor ein Auto gelaufen. Schadensersatzprozesse

Die Halterin zweier Hunde - darunter eine Bulldogge - hat nach einem verheerenden Verkehrsunfall erneut vor Gericht eine Niederlage hinnehmen müssen. Nach 140 000 E Schadensersatz, die aus einem früheren Zivilprozess resultieren, sind es diesmal 2100 E, die sie bzw. ihre Hundehaftpflichtversicherung zahlen muss. Wie es gestern in einem weiteren Schadensersatzprozess am Landgericht Bochum hieß, war ein neunjähriger Junge auf dem morgendlichen Schulweg von den zwei Hunden angebellt worden, so dass er in panischem Erschrecken zwischen parkenden Autos hindurch auf die Straße rannte. Dort erfasste ihn ein VW-Golf. Das Kind wurde schwer verletzt (u.a. Gehirnblutung).

Der Unfall ist jetzt bereits sechs Jahre her. In dieser Zeit gab es diverse Klagen wegen "Gefährdungshaftung" gegen die Hundehalterin, eine zierliche, äußerlich sehr gepflegte Frau um die 30. Wegen der Arztkosten für den verletzten Jungen war sie, beziehungsweise ihre Versicherung bereits früher zu 140 000 E verurteilt worden. Wie es hieß, habe die Autofahrerin das hinter den parkenden Autos hervorstürzende Kind nicht erkennen müssen, und Ursache des Unglücks seien nun einmal die Hunde gewesen. Zudem wurde die Frau dann auch von der Golf-Fahrerin verklagt; der Klägerin sprach das Amtsgericht 2500 E für die Blechschäden am Auto zu. Das aber wollte sich die Hundehalterin nicht bieten lassen - und zog gestern in die Berufung vor die 5. Zivilkammer des Landgerichts. Beide Hunde seien an einer Flex-Leine angeleint gewesen, betonte sie. Außerdem seien ihre zwei Hunde direkt vor dem Unfall von anderen Kindern geärgert worden.

Aber das blieb zweifelhaft. Jedenfalls kam die Frau nicht mehr aus ihrer Haftungspflicht heraus. Sie erklärte sich in einem Vergleich bereit, dass sie 2100 E an die Autofahrerin zahlt. Binnen einer Woche können sich beide Parteien das aber noch anders überlegen. Dann spräche das Gericht am 22. Februar ein Urteil. B.Ki.

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1493189/create

Umfrage
Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Altpapiertour
Bildgalerie
WAZ Serie
Fliegerbombe entschärft
Bildgalerie
Bombenfund
Kemnade in Flammen
Bildgalerie
Volksfest
Aus dem Ressort
Sechster Brand im selben Wohnhaus in Bochum-Hamme
Feuerwehr
Zum sechsten Mal in knapp drei Wochen hat es in einem Mehrfamilienhaus im Bochumer Ortsteil Hamme gebrannt. Am Dienstagmorgen stand ein Mülleimer in Flammen. Niemand wurde verletzt. Feuerwehr und Polizei gehen von einem Serienbrandstifter aus. Sein Motiv: unklar.
Rainer Einenkel dankt „Herbie“ für Solidarität
Opel
In einem persönlich gehaltenen Brief dankt der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes, Rainer Einenkel, Herbert Grönemeyer für seine Solidarität mit den Beschäftigten des Autobauers. Einenkel wörtlich: