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Städtebau

Hotel Eden soll ab Spätsommer abgerissen werden

30.06.2010 | 00:00 Uhr
Hotel Eden soll ab Spätsommer abgerissen werden
Das ehemalige Hotel Eden wird abgerissen. Der neue Besitzer Petros Vasiliou, ein bayerischer Unternehmer mit griechischen Wurzeln, will an der Stelle des Hotels einen Glücksspielbetrieb errichten. Foto: Ingo Otto

Bochum.Lenin blickt streng von seinem Bild herab. Ganz so, als ahnte er, dass hier bald kapitalistisches Glücksspiel stattfinden wird. Petros Vasiliou, Investor aus Bayern, will bekanntlich im Hotel Eden einen Glücksspielbetrieb errichten.

In der dem Hotel Eden angegliederten ehemaligen Druckerei Kleffmann werden die Spielhallen installiert. Der Vorbesitzer Kyriakos Petmesas hat den Komplex inzwischen entrümpelt, nur das Lenin-Gemälde hat er übrig gelassen. Vasiliou hat die Immobilie in der letzten Woche grundbuchlich vom Vorbesitzer übernommen. Die alten Druckereihallen will er stehen lassen, dort sollen die „einarmigen Banditen“ stehen.

Architekt Christoph W. Bener zeigt die Baustelle. Fotos: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Das Hotel dagegen, 1956 wiederaufgebaut, das seit über 15 Jahren leer steht und vor sich hin gammelt, wird abgerissen. „Wir müssen damit bis zum Ende von Bochum Total warten, danach kann’s losgehen“, erklärt Christoph Bender vom Bochumer Ingenieurbüro Bentec, das die Gesamtplanung vornimmt, auf WAZ-Anfrage. Es habe vertragliche Verzögerungen gegeben, dann stand das Grundstück kurz vor der Zwangsversteigerung; denn eigentlich sollte der Abriss schon in diesem Frühjahr über die Bühne gehen. „Jetzt stehen wir kurz vor der Baugenehmigung, der Abrissantrag wird gestellt.“

Historisch waren Druckerei und Hotel an der Rottstraße ein Gebäude, bis das ehemalige Hotel Garni, später Eden, abgekoppelt wurde. Die rückwärtigen Druckereihallen werden entkernt und später mit eigenen Eingängen ins Hotel integriert. Diese Spielhallen umfassen 1200 Quadratmeter, weitere 500 qm ² kommen im ersten Obergeschoss hinzu. Insgesamt wurde dieser Bereich etwas abgespeckt, der verkürzten Konzession geschuldet.

Wie berichtet, hatte Vasiliou bis drei Uhr morgens öffnen wollen, was die Stadt ihm verweigert hatte. Zwischendurch wollte der Bayer gar von seinem Vorhaben zurücktreten aus Angst, es sei dann nicht mehr wirtschaftlich. Nun will er den eigentlichen Spielbetrieb verkleinern, es werden statt 120 nur noch 96 Geräte aufgestellt.

Das Druckerei-Untergeschoss bleibt ebenfalls erhalten für eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen. Das in den ursprünglichen Plänen noch enthaltene Restaurant ist gestrichen, es scheiterte an konzessionellen Hürden. Stattdessen sieht der Investor in den oberen beiden Etagen Büros vor. Bedenken, die nicht vermieten zu können angesichts einer Marktsättigung, habe er nicht: „Wir errichten sie nach besonderen ökologischen Ansprüchen, beheizt mit Solarenergie und Fernwärme, zudem werden alle Arbeitsplätze barrierefrei und rollstuhlgerecht gebaut“, erklärt Bender. Uni-nahe Institute und Kreative sollen angesprochen werden.

Glücksspiel in Bochum
Gleich zwei Vorhaben

Zielgruppe des Investors Vasiliou sind Kunden über 40 Jahre, die er gezielt über die Gestaltung ansprechen will. Dieses Vorhaben wird nicht der einzige neue Glücksspielbetrieb in Bochum sein. Die Logos-Gruppe hat das Imax-Kino an der A 40 an die Schmidt-Gruppe verkauft, die dort auch Automaten installieren will.

Während der Abrissphase im Spätsommer/Herbst muss die Rottstraße für gut vier Wochen einseitig gesperrt werden. „Wir haben uns mit den Nachbarn abgestimmt.“ Ziel ist, im Winter den Rohbau abschließen zu können. Bender rechnet mit einer 15-monatigen Bauzeit bis zur Eröffnung des „Freizeitcenters Eden“ (Arbeitstitel). Das Spielhallenkonzept ist auf 15 Jahre angesetzt. Danach besteht die Option auf eine Neunutzung, laut Bender z.B. ein Kaufhaus. Daran orientiere sich auch die Fassade zur Rottstraße, die komplett aus Glas bestehen wird (unten blickdicht), somit für verschiedene Nutzungen geeignet. Vasiliou investiert acht Millionen € in sein Objekt, die reinen Baukosten schätzt Bender auf dreieinhalb Millionen €.

Sabine Vogt

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Kommentare
30.06.2010
19:15
Hotel Eden soll ab Spätsommer abgerissen werden
von kobelkopp | #5

Bestimmt nicht seriös. Kennen eine ganze Siedlung wo dieser Herr Bender die Käufer mit halbfertigen Häusern hat sitzenlassen.

30.06.2010
14:26
Hotel Eden soll ab Spätsommer abgerissen werden
von peterasdfsfsdf | #4

wer genehmigt eigentlich die vielen Spielhöllen, wo sinnlos Geld verzockt und Schwarzgeld gewaschen wird...?

Von seriösen Geschäften ist da nicht die Rede!

30.06.2010
13:48
Hotel Eden soll ab Spätsommer abgerissen werden
von prinz_charming | #3

#2 doch, die Stadtbadgalerie :-)))

30.06.2010
08:25
Hotel Eden soll ab Spätsommer abgerissen werden
von Ästhet | #2

Gut, dass dieser 08/15-Beton-Zweckbau, der nach den Beschädigungen des Krieges wie so viele Gebäude der damaligen Zeit im Schnell-Schnell hochgezogen wurde, endlich verschwindet. Hässlicher als das kann wirklich kein moderner Neubau sein.

29.06.2010
22:57
Hotel Eden soll ab Spätsommer abgerissen werden
von ToEnd | #1

Echt Schade das nun das EDEN bald abgerissen wird :-((( Sollte als Mahnmal der Menschheit genau so da stehen bleiben.
Das EDEN hat doch wenigstens Ausstrahlung. Stattdessen kommt da nun n Plexiglaspuff mit Pokerautomaten hin. Armes Bochum, aber was soll man auch anderes erwarten?
Würde gerne mal das EDEN von innen besuchen, um schöne Bilder zu machen, um es für die Nachwelt festzuhalten. Das muss da drinnen ziemlich heftig sein. Da ist die Zeit sprichwörtlich stehen geblieben. Da Fotos zu machen versuche ich schon länger. Allerdings waren all meine Anfragen bei der Stadt und beim derzeitigen Besitzer erfolglos. Nicht einmal eine Antwort bekam ich.
Die Herren verdienen da wohl nix dran. Daher uninteressant.
Kennt eigentlich noch jemand das Hotel, wo es noch geöffnet war? Ich bin 34 und kenn es nur verlassen. Wurde glaube ich um 1980 geschlossen?

R.I.P HOTEL EDEN

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