Hochschule Bochum: Auszeichnung überrascht Lehrbeauftragte

Die Hochschule Bochum zeichnet jedes Jahr
Die Hochschule Bochum zeichnet jedes Jahr
Foto: Fischer
Die Hochschule zeichnet Petra Leßmann aus. Sie will „Begleiterin“ der Studierenden sein. Auszeichnung auch für Professor Hermann Kleine-Allekotte.

Bochum.. Petra Leßmann ist jedes Jahr aufs neue auf eine Abstimmung mit den Füßen angewiesen. Nur wenn sich ausreichend Studierende an der Hochschule finden, die ihre Kurse der japanischen Sprache und Kultur besuchen wollen, kann sie, darf sie unterrichten. Ein bisschen Werbung kann da nicht schaden. Zum Beispiel durch einen Preis für besondere Leistungen in der Lehre. Leßmann hat ihn bekommen. Professor Hermann Kleine-Allekotte auch. „Es sind“, so formuliert es die Hochschule in ihrer Würdigung, „zwei Preisträger wie aus unterschiedlichen Welten.“ Da der Professor, hier die Lehrbeauftragte des Instituts für Bildung, Kultur und Nachhaltige Entwicklung. Leßmann führt die Studierenden in die japanische Sprache und Kultur ein.

Dazu kommt, dass sie lange nicht glaubte, dass sie für diese Auszeichnung vorgesehen ist und sie dann auch tatsächlich bekommen würde. „Ich wusste nicht, dass ich im Rennen bin. Bisher haben nur Professoren diesen Preis bekommen. Ich bin Lehrbeauftragte und habe mich gelinde gesagt echt erschreckt, als da plötzlich drei Personen vor meiner Tür standen, die ich nicht kenne und die dann meinen Unterricht begutachten wollten.“ Ihr Hinweis, dass sie sich anders vorbereitet hätte, wenn sie von diesem Besuch gewusst hätte, konterten die Besucher mit: „Dann hätten sie versucht, ihren Unterricht bewusst attraktiver zu gestalten.“ Das aber hat sie gar nicht nötig – glaubt man den Studierenden, die sie für den Lehrpreis vorgeschlagen haben: Sie vermittle authentisches Wissen, sagten die Studierenden.

Unterricht nicht als Übergabeveranstaltung

Sie selber versteht ihren Unterricht nicht als Übergabeveranstaltung. „Das ist nicht ein kleines Päckchen, dass ich weitereiche und dazu sage: hier macht mal. Ich versuche eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, was aber nicht heißt, dass ich Kuschelkurse abhalte. Ich muss ja auch Noten geben und die Leistungen regelmäßig überprüfen.“ Wichtig sei ihr, die Namen der Studierende zu kennen. „Das ist bei einer Kursgröße von 18 Studierenden aber auch nicht zu viel verlangt. Ich habe aber versucht, als ich noch an der Ruhr-Uni Kurse mit bis zu 80 Studierenden gegeben habe, mir jeden Namen zu merken.“

Die jetzige Größe der Kurse sei für einen Sprachkurs ideal. „Sonst kommt man ja nicht dran. Die Studierenden sollen nicht einschlafen. Ich versuche interaktiven Unterricht zu machen, lasse Rollenspiele machen. Ich sehe mich als Begleiter der Studierenden und versuche ein partnerschaftliches Verhältnis aufzubauen.“

Den Preis, so überraschend er auch kam, sieht sie als Ansporn. „Er bestätigt mich darin, dass es gut und richtig ist, meinen Unterricht immer wieder zu überdenken und mich selbst zu hinterfragen. Er bestätigt mich, dass es eine gute Sache ist, innovativ zu arbeiten.“