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Hochkarätiges für wenige Gäste bei Bochumer Karnevals-Gala

30.01.2012 | 09:02 Uhr
Hochkarätiges für wenige Gäste bei Bochumer Karnevals-Gala

Bochum.   Rund 300 Gäste kamen zur Gala des Festausschusses Bochumer Karneval in den Ruhr-Congress. Die Veranstaltung hätte mehr Besucher verdient.

Die Kosten für das Prinzen-Dasein in Bochum sind überschaubar. „Sie entsprechen einem preiswerten Mallorca-Urlaub“, weiß Ober-Karnevalist Bernd Lohof aus eigener Erfahrung. Ob Jochen Sieberin die Sommerferien daheim verbringen muss, ist nicht überliefert. Sicher ist: Die schönsten Wochen des Jahres hat er bis dahin längst genossen. Nicht immer in vollen Sälen. Aber in vollen Zügen.

Seiner Tollität Jochen I. war der Spaß an der Prinzenrolle anzusehen, als er am Freitagabend an der Spitze des Dreigestirns in den Ruhr-Congress einmarschierte. Zum vierten Mal hatte der Festausschuss Bochumer Karneval eine Gala am Stadionring organisiert. Mit 300 Besuchern war die Resonanz zwar wieder verhalten. „Diesmal sind jedoch mehr, ganz normale Menschen hier: heißt: Karnevalsfreunde, die keine Vereinsmitglieder sind“, betonte Geschäftsführerin Petra Lohof.

Erstmals spielte mit „Royal Set“ eine Live-Kapelle auf

Ihr Ehemann, Präsident Bernd Lohof, führte im bunt dekorierten Kongresssaal gewohnt souverän durch ein vierstündiges Programm, das einen deutlich größeren Zuspruch verdient gehabt hätte. Erstmals spielte mit „Royal Set“ eine Live-Kapelle auf. Der spartenübergreifende Mix aus Gesang, Tanz, Kabarett, Stimmungsmusik und Pop überzeugte das Publikum, u.a. Bürgermeisterin Gaby Schäfer und den Chef des Bundes Ruhr-Karneval, Peter Niemann.

Abseits von Humtata und Tätärätä hatte der Festausschuss Anleihen bei den Kollegen von Atze Schröder genommen, der gleichzeitig im ausverkauften großen Saal gastierte. Comedian Stefan Bauer (Quatsch Comedy Club) war ebenso verpflichtet worden wie das komödiantische NRW-Urgestein Bernd Stelter. Der begeisterte mit neuen Texten für alte Hits. Tim Bendzkos Weltenrettung wird bei Angela Merkel zum Klagelied: „Jetzt muss ich auch noch den Wulff retten“. Lindenbergs „Cello“ wandelt sich zum teuren Stoßseufzer an der Tanke: „Ich war bei Shell-Ohhhh.“ Und Stelters jüngster Gassenhauer „Liebelein (lass ‘ mich heute Abend dein Travolte sein)“ dürfte zum Karnevalshit Nr. 1 avancieren.

In Zukunft ist auch ein Ball geplant

Tanzgarden u.a. aus Lohmar, die WM-Tanzformation Calypso und die rheinische Band „De Fründe“ aus Tönisvorst zählten gleichfalls zur durchaus hochkarätigen Gala-Besetzung.

Die Finanzierung des Abends war zuvor über Sponsoren und Inserenten der Sessionsbroschüre gesichert. „Allein über die Eintrittskarten (19 Euro) hätten wir das niemals hingekriegt“, sagt Schatzmeister Werner Lerch.

Um zusätzliche Gäste zu gewinnen, die bislang mit Karneval wenig Berührung hatten, will der Festausschuss der Gala ein neues Gewand verpassen. Geplant ist ein Ball, wie ihn Bochum nicht mehr zu bieten hat. „Das ist aber erst für 2014 realistisch“, so Bernd Lohof. Ob Gala oder Ball: Ein Stadt-Prinz sollte sich auch in den nächsten Jahren finden. Der Ballermann kann warten.

Karnevals-Sitzung im RuhrCongress

Jürgen Stahl

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Kommentare
30.01.2012
12:42
Hochkarätiges für wenige, nicht ganz normale Menschen
von cwkl | #1

Ich begrüße es, dass Frau Loho feststellt: „Diesmal sind jedoch mehr ,ganz normale Menschen’ hier“

Somit trifft sie die Unterscheidung zwischen Karnevalisten und halt "ganz normalen Menschen". Erleichternd zu wissen, dass "die da, die Hellau und Alaaf singen" nicht normal sind.
Danke.

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