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Hinterhältiger Raub brachte lange Jugendhaft

06.12.2007 | 21:05 Uhr

20-Jähriger überfiel sehr brutal einen offenbar homosexuellen Mann. "Emotionale Kälte"

Weil er einen 41-jährigen, offenbar homosexuellen Mann in einen Hinterhalt gelockt und äußerst brutal ausgeraubt hatte, wurde jetzt ein 20-jähriger Bochumer vom Landgericht zu dreieinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Er hatte sich im Internet mit dem späteren Opfer unter dem Vorwand verabredet, sexuelle Interessen zu verfolgen. In Wahrheit wollte er ihn nur ausrauben. An einem Weihnachtsabend 2005 schlug er ihn in einer ruhigen Ecke in Bochum mit einem Teleskopstock und Fäusten äußerst brutal und erbarmungslos zusammen. Sogar als sein Bekannter, der bei dem Verbrechen im Hintergrund geblieben war, ihn mit den Worten bremsen wollte, er solle doch aufhören, er schlage den Mann ja tot, hatte der junge Räuber weiter zugeschlagen. "Emotionale Kälte", befand Richter Johannes Kirfel.

Das Opfer war schwer verletzt worden. Der 41-Jährige leidet bis heute unter bleibenden Nervenschäden im Gesicht. Der Richter sagte, dass dieses Verbrechen "auch für uns, die wir viel Kummer gewohnt sind, eine selten hässliche Tat" sei. "Viel schlimmer geht es nun wirklich nicht." Die Beute: nur wenige Euro.

In die Strafe ist eine Vorstrafe von zwei Jahren mit eingerechnet. Der Prozess war eine Berufung des Täters. In erster Instanz war er vom Bezirksjugendschöffengericht zu vier Jahren verurteilt worden. Aber Verteidiger Michael Emde argumentierte, dass sein Mandant seit der Tat nichts mehr verbrochen und sich heute "stabilisiert" habe. Beim Erziehungsgedanken des Jugendstrafrechts solle das gewürdigt werden. "Ich bin ein anderer Mensch als vor zwei Jahren", so der Angeklagte, ein Schüler. Das Gericht reduzierte die Strafe um sechs Monate. B.Ki.

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