Herbert Grönemeyer empfängt zwischen den Konzerten WAZ-Leser

Herbert Grönemeyer sprach am Samstag mit den Finalisten des Wettbewerbs zur 5. Strophe von Bochum. Im Bild von links Lilly und Ralph Engler, Claus und Jutta Höper, Franziska Weiße, Ursula Tharr (vorn) und Frank Brenscheidt.
Herbert Grönemeyer sprach am Samstag mit den Finalisten des Wettbewerbs zur 5. Strophe von Bochum. Im Bild von links Lilly und Ralph Engler, Claus und Jutta Höper, Franziska Weiße, Ursula Tharr (vorn) und Frank Brenscheidt.
Foto: Kai Kitschenberg
Was wir bereits wissen
60.000 Fans erlebten Freitag und Samstag in Bochum zwei tolle Konzerte von Herbert Grönemeyer. Zwischendurch nahm er sich Zeit für Leser der WAZ.

Bochum.. Knapp 60.000 Fans, mehr als sechs Stunden Livemusik – die „Herbie“-Festspiele am Wochenende im Ruhrstadion waren großes Kino. „Es war neben unserem Auftritt auf der Waldbühne in Berlin ganz sicher eines der herausragenden Konzerte der Tour“, bewertete Herbert Grönemeyer am Samstag die Freitags-Show. Der Start im Regen sei indes schwierig gewesen. „Es war kalt, man muss die Leute dann besonders motivieren. Und man kommt nach Hause, singt vor der Familie, das ist anders als woanders.“

Der 59-Jährige hielt Wort und traf sich im Stadion mit den Finalisten des Wettbewerbs von WAZ und Radio Bochum, aus dem 2014 zum 30. Geburtstag von „4630 Bochum“ eine 5. Strophe für den Kult-Song „Bochum“ entstanden ist – die „Herbie“ wie versprochen an beiden Tagen auch live im Stadion sang.

WAZ-Redaktionsleiter Thomas Schmitt überreichte Grönemeyer die aus der Aktion hervorgegangene Charity-CD. „Herzlichen Dank. Die ist echt schön geworden“, sagte Grönemeyer. Fast 3000 der auf 4630 Stück limitierten Ausgabe sind bereits verkauft. Der Erlös kommt den Kinderheimen St. Vinzenz und Haus Overdyck zugute. Der Sänger und WAZ-Leserin Ursula Tharr, die die Siegerstrophe getextet hat, verzichten komplett auf ihr Honorar. Grönemeyer: „Das freut mich, dass das so gut läuft. “

Grönemeyer gab sich „sympathisch und völlig unkompliziert“

„Sympathisch und völlig unkompliziert“, so Franziska Weiße, gab sich Bochums wohl berühmtester Botschafter im Gespräch mit den WAZ-Lesern. Weiße hatte eine der vier Strophen geschrieben, die Grönemeyer aus mehreren Hundert Einsendungen fürs Finale ausgesucht hatte. Bereitwillig signierte er mitgebrachte CDs, Zeitungsberichte und zum Beispiel das Halbmarathon-Shirt von Ralph Engler. Unter dem Schriftzug „Hier, wo das Herz noch zählt“ prangt jetzt die Unterschrift des Künstlers.

Mit Claus Höper fachsimpelte Grönemeyer, der Autos sammelt, über Oldtimer. Höper hatte ihm „1978 oder ‘79“ einen Saab verkauft. „Grün war der, mit Fliehkraftkupplung, Mensch, das ist fast 40 Jahre her“, erinnerte sich Grönemeyer, der seine Stimme schonte und bewusst sehr leise sprach. Die Tour mit 28 Konzerten, in Bochum waren es Nummer 25 und 26, habe Kraft gekostet. „Normalerweise“, so Grönemeyer, „sollte man nach 15 Konzerten eine Pause machen.“

Jutta Höper ließ sich Herbies Autogramm in die WAZ-Beilage schreiben, die zu den Konzerten erschienen ist. „Genau auf die Stelle, wo meine Strophe abgedruckt ist.“ Auch Grönemeyer hatte das Heft studiert. Sein Urteil: „Besonders rührend. Danke.“

Zuneigung der Bochumer für Grönemeyer überwältigend

Bei seinem Treffen mit den WAZ-Lesern konnte Grönemeyer nicht ahnen, dass das zweite Konzert und die unfassbare Begeisterung seiner Fans („Herbie, Herbie! Oooh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen.“) ihn noch tiefer als am Freitag packen sollte. Waren Herberts Augen bei der ersten Jubiläumsshow zu 4630 Bochum am späten Freitagabend nur feucht, so wollten viele Fans am Samstag gar Tränen in seinem Gesicht ausgemacht haben.

„Herbies“ Wochenend-Fazit: „Die Zuneigung der Bochumer war wirklich überwältigend und sehr bewegend. Das hat mich völlig und tief getroffen. Unfassbar, das waren zwei unvergessliche Abende. Und auch die Präsentation der WAZ hat sehr dazu beigetragen. Es war ein riesiges Glücksgefühl und wir alle sind dafür außerordentlich dankbar!“

Notizen zum Doppelpack in Bochum

6. Strophe wird fällig

Der Kult um das Kult-Album „4630 Bochum“ und unsere Stadthymne lässt auch einen Star wie Grönemeyer nicht kalt. „30 Jahre Bochum und kein Ende in Sicht. Wie schön ist das denn?“, freute sich Herbert. Und versprach: „2045 komme ich wieder, dann feiern wir 60 Jahre Bochum.“ Denken Sie also schon mal über die 6. Strophe nach.

Riesenfeuerwerk zur Zugabe

Zu den Überraschungen der Jubiläumsshow gehörte nicht nur der Auftritt des gemischten Bergknappenchors aus Ibbenbüren beim Steigerlied als Vorspiel für „Bochum“, sondern auch ein tolles Feuerwerk, das zeitgleich zur Zugabe „Fang mich an“ um kurz nach 23 Uhr abgeschossen wurde. Da es über der Haupttribüne den Nachthimmel verzauberte, sahen die darunter sitzenden Fans es leider nicht.

Famose „zweite Halbzeit“

„Es war fantastisch“: Freunde, Kollegen und Verwandte, die am Freitag im Stadion waren, schwärmten am Samstag über das unvergessliche und hoch emotionale Erlebnis. Mancher Samstag-Besucher bangte: Würde Herbert diese Magie auch beim Zusatzkonzert entfachen können? Und wie! Glaubt man dem Meister, war die Zugabe sogar besser. „Die zweite Halbzeit ist noch schöner als die erste“, sagte Grönemeyer am Samstag zur überschäumenden Freude der 30 000 Fans.

Exklusive „Currywurst“

„Gehsse inne Stadt, wat macht dich da satt...“ Nicht nur die um die 5. Strophe erweiterte „Bochum“-Hymne gab’s anne Castroper exklusiv. Auch der „Currywurst“-Klassiker erklang auf der aktuellen Tour ausschließlich in unserer Stadt. „Das“, versicherte Grönemeyer seinen Bochumern, „singe ich nur hier.“

Friedliche Feiertage

Der Feiertage für viele tausend Bochumer Jungen und Mädchen verliefen komplett friedlich. „Keine nennenswerten Einsätze“ meldet die Polizei an beiden Abenden rund ums Stadion. Allein die Zahl der abgeschleppten Falschparker sei deutlich gestiegen. Das alte Lied, das alte Leid: „Ich drehe schon seit Stunden hier so meine Runden...“