Das aktuelle Wetter Bochum 12°C
WAZ öffnet Pforten

Heiße Ware aus der „Hölle“

31.07.2012 | 18:56 Uhr
Heiße Ware aus der „Hölle“

Bochum.  Schwitzen und staunen: 22 Leser erlebten am Dienstag hautnah, wie Stahl in Bochum erzeugt und verarbeitet wird. Die WAZ öffnete im Rahmen ihrer Sommerserie die Pforten ins ThyssenKrupp-Werk.

Es dampft. Es zischt. Es brodelt. Einem feuerspeienden Drachen gleich, öffnet der UHP-Hochleistungsofen seinen glühenden, metallenen Schlund. Flammen züngeln, Funken sprühen. Die sengende Hitze strahlt binnen Sekunden meterweit ab. Die WAZ-Gruppe hält sich in sicherer Entfernung die Ohren zu, als Schrottteile mit infernalischem Lärm im Feuermeer versinken. „So“, schreit ein Leser, „stelle ich mir die Hölle vor.“

Highway to Hell an der Essener Straße: Im Rahmen der Sommerserie „WAZ öffnet Pforten“ waren 22 Leserinnen und Leser am Dienstag zu Gast bei ThyssenKrupp Steel Europe. Exklusiv und hautnah konnten sie miterleben, wie Stahl in Bochum erzeugt und verarbeitet wird. „Einmalig!“, strahlten die Besucher nach über vier schweißtreibenden und anstrengenden, aber höchst informativen Stunden.

Zum Auftakt gibt es Physikunterricht

Der Auftakt hat etwas von Physikunterricht . Günter Hellen, altgedienter Metaller und als Werksführer ein wandelndes Lexikon, fächert im Verwaltungszentrum das elementare Wissen über die Stahlherstellung auf. Unter den WAZ-Lesern sind manche Experten, die mitwissend nicken.

Wer nur Bahnhof versteht, erkennt doch: Kein anderes Material ist so fest und zugleich flexibel wie Stahl. Bei ThyssenKrupp wird er millimetergenau auf die Bedürfnisse der Auftraggeber zugeschnitten. Die Autoindustrie gehört ebenso dazu wie Hersteller von Getränkedosen, Waschmaschinen oder Toren.

Der Anblick des Elektrolichtbogenofens ist spektakulär

Genug der Theorie. Mit Helm, Schutzbrille und Schutzmantel steigen die Leser in einen Bus, der sie ins nahe Stahlwerk bringt. Karl-Heinz Rehberg (70) ist besonders gespannt. 32 Jahre hat er als Reparaturschlosser im Bochumer Werk gearbeitet. Vor 18 Jahren nahm er Abschied. „Mal schauen, ob ich alte Kumpels wiedertreffe“, sagt Karl-Heinz Rehberg, der von Sandra Thias begleitet wird – und begrüßt später tatsächlich überschwänglich einen Ex-Kollegen.

Auf der Besucherbrücke im Stahlwerk wird der Kittel-Crew alsbald eingeheizt. Der Anblick des mächtigen Elektrolichtbogenofens, in dem der Stahl erschmolzen wird, ist höllisch spektakulär.

  1. Seite 1: Heiße Ware aus der „Hölle“
    Seite 2: "Das hab ich bisher nur im Fernsehen gesehen"

1 | 2



Kommentare
Aus dem Ressort
Gemeinde wirbt mit Banner für die ,Offene Matthäuskirche’
Ruheort
Die Matthäuskirche ist eine der ältesten in Bochum. Die evangelische Gemeinde will das bekannter machen: Sie wirbt für einen Besuch – und lockt mit Stille.
Arzt warnt Erstklässler zum Schulstart vor Fast Food
Schulanfang
USB, Sparkasse und Stadtwerke verteilen Brotdosen und Trinkflaschen an rund 2800 Erstklässler. Leitender Arzt des Adipositas-Zentrums, Dr. Thomas Hulisz, warnt vor vorgefertigten Produkten als Pausensnack: „Kinder lernen heutzutage ,Fast Food’.“ Er verrät, warum das Pausenbrot so wichtig ist.
Stadtarchiv Bochum zeigt Ausstellung zum Ersten Weltkrieg
Zeitgeschichte
Das Foto spricht Bände: Zwei Kanonen – „Feind-Beutestücke“ – stehen vor dem Kaiser-Denkmal auf dem Wilhelmsplatz, dem heutigen Husemannplatz. Die historische Aufnahme steht symbolisch und als Blickfang für die Ausstellung „Zwischen Heimat und Front – Bochum im Ersten Weltkrieg“, die Sonntag beginnt.
„Bochum macht Weltmeister“ - VfL würdigt Christoph Kramer
Fußball
„Bochum macht Weltmeister“ - so steht auf den T-Shirts, mit denen der VfL Bochum seinen früheren Spieler und heutigen Fußball-Weltmeister Christoph Kramer würdigt. 500 werden in einer ersten Auflage ab Montag verkauft. Der Erlös geht in die Nachwuchsarbeit. Kramer selbst freut sich über die Aktion.
Forscher der Ruhr-Uni erhalten 50.000 Dollar von Facebook
Preisverleihung
Zwei Forscher der Ruhr-Universität Bochum können sich über den Internet-Schutzpreis des Sozialen Netzwerks Facebook freuen. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Dollar dotiert. Die beiden Wissenschaftler werden für ihre Arbeit über Schwachstellen im Internet prämiert, die Hacker ausnutzen könnten.
Umfrage
Die Bochumer Narren müssen in der kommenden Session wohl auf das 2010 etablierte Dreigestirn verzichten. Es gibt keine Kandidaten für das Markenzeichen des Karnevals in der Stadt. Was halten Sie davon?

Die Bochumer Narren müssen in der kommenden Session wohl auf das 2010 etablierte Dreigestirn verzichten. Es gibt keine Kandidaten für das Markenzeichen des Karnevals in der Stadt. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Auftakt Bürgerwoche Ost
Bildgalerie
Werne
Neue Ausstellung
Bildgalerie
Geschichte
Hochhaus Sanierung
Bildgalerie
Bomin Haus
Starlight Express feiert
Bildgalerie
Starlight Express