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Musikzentrum Bochum kostet zwei Millionen Euro zusätzlich

27.10.2015 | 06:00 Uhr
Musikzentrum Bochum kostet zwei Millionen Euro zusätzlich
Die Gerüste hätten die Arbeiten behindert, argumentiert der Hildener Handwerksbetrieb.Foto: Lars Heidrich

Bochum.   Das Musikzentrum Bochum wird noch mal teurer: Der Kulturdezernent räumt Mehrkosten von bis zu zwei Millionen Euro ein. Um die Baustelle gibt's Streit.

„Zwei Millionen Euro mehr. Das ist eine Prognose, verbindlich kann ich das noch nicht sagen.“ Kulturdezernent Michael Townsend bestätigte am Montag Informationen der WAZ zum Bau des Musikzentrums, die er einen Tag zuvor noch nicht kommentieren wollte.

Die für die Heizungsanlage zuständige Firma habe die Baustelle ohne Angabe von Gründen am 10. September verlassen, hieß es morgens. Auf Anfrage der WAZ präzisierte die Stadt die Auskunft am Abend: „Es gab seitens der Firma Behinderungsanzeigen in einem üblichen Umfang“, aber „keine Androhung auf Einstellung der Arbeiten“.

Zwei Mal habe die Stadt die Firma aus Hilden dazu aufgefordert, die Arbeiten wieder aufzunehmen – ohne Erfolg. Auch Anrufe seien unbeantwortet geblieben und bei einem Besuch des Firmensitzes habe man den Projektsteuerer des Geländes verwiesen. Ende September habe die Stadt den Vertrag dann gekündigt. „Wir sind stinksauer“, sagt Townsend, der jetzt mit rechtlichen Mitteln gegen die Firma vorgehen will.

Unternehmen wird gegen die Stadt vorgehen

Das alteingesessene Hildener Unternehmen indes schildert den Sachverhalt völlig anders: Es sei gar nicht möglich gewesen, die Fußbodenheizung einzubauen. Zum einen hätte im Kirchenschiff noch ein Gerüst gestanden und „es gibt da ein Problem mit dem Grundwasser, der Beton ist feucht“, so der Gesellschafter des Unternehmens auf WAZ-Nachfrage. Bei einem Vor-Ort-Termin mit einem Sachverständigen hätte das Wasser an einigen Stellen rund vier Zentimeter hoch gestanden.

Das Unternehmen werde nach eigenen Angaben nun selbst gegen die Stadt vorgehen. „Eine solch vermüllte Baustelle habe ich in meinem Berufsleben noch nicht gesehen. Ein Arbeiten war dort gar nicht möglich“, so der O-Ton aus Hilden. Die Stadt habe sein Unternehmen aus „fadenscheinigen Gründen“ gekündigt.

Die Baustelle Konzerthaus an der Viktoriastraße. Foto: Jürgen Theobald

Die Stadt widerspricht dieser Darstellung: Die Verlegung der Fußbodenheizung sei flächendeckend möglich gewesen, mit Ausnahme eines Flurs im Kellergeschoss, in den Regenwasser eingedrungen sei.

Der Aufragswert für den Heizungsbauer lag der Stadt zufolge bei 500 000 Euro, 60 Prozent der Arbeiten seien bereits fertiggestellt und bezahlt worden. Für die noch zu erstellenden Leistungen erfolgte bereits am 19. Oktober die Vergabe an eine Firma, die auch mit der Installation der Sanitäranlagen beauftragt ist.

Nachtragskosten in 15 verschiedenen Gewerken

Die Konsequenzen für das gesamte Bauvorhaben sind immens: Nachtragskosten in 15 verschiedenen Gewerken werden fällig, da beauftragte Firmen nicht mehr fristgerecht arbeiten können und, wie es aussieht, Mehrkosten von rund 70 000 Euro allein im Gewerk Heizungsbau anfallen. Außerdem drohen etwa 800 000 Euro aus dem Förderprogramm der EU wegzufallen, da hier die Frist mit dem 31. Dezember endet. „Die Bezirksregierung ist informiert und wir sind im Gespräch“, sagt Townsend.

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) lehnte die Bitte der WAZ zu einer Stellungnahme ab. „Herr Eiskirch verweist auf den zuständigen Koordinator Townsend“, teilte ein Stadtsprecher mit.

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Kommentare
28.10.2015
10:01
Musikzentrum Bochum kostet zwei Millionen Euro zusätzlich
von BlueDress74 | #37

Das Loch in der kommunalen Schatulle holen die Stadtwerker schon wieder rein. Hat man sich doch günstig am Energiemarkt eingedeckt und verkündet mit...
Weiterlesen

1 Antwort
Musikzentrum Bochum kostet zwei Millionen Euro zusätzlich
von Unbehagen | #37-1

Abgesehen davon, daß die RWE-Aktien auch den Bach runtergehen ....

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Musikzentrum Bochum kostet zwei Millionen Euro zusätzlich
Musikzentrum Bochum kostet zwei Millionen Euro zusätzlich
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http://www.derwesten.de/staedte/bochum/handwerksfirma-kritisiert-zustaende-am-bau-id11221990.html
2015-10-27 06:00
Bochum, Musikzentrum, Politik, Städtebau, Finanzen,
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