Das aktuelle Wetter Bochum 9°C
Schöffengericht

Häftling erhält nach Drogenfund weitere 18 Monate Haft

16.03.2010 | 17:12 Uhr
Funktionen

Bochum. Eigentlich wäre der 39-jährige Häftling Ende kommender Woche freigekommen, nach anderthalb Jahren Haft. Allerdings kamen 22 Gramm Heroin dazwischen. Die hat man in seiner Hosentasche gefunden. Deshalb wurde er vom Schöffengericht zu weiteren 18 Monaten Haft verurteilt.

Der Mann war am 10. Juli 2009 - kurz nachdem ihn seine Ehefrau in der JVA Bochum besucht hatte - kontrolliert worden. Dabei fand das Personal die 22 Gramm in einem eingeschweißten Päckchen. Die erste Strafe folgte auf dem Fuße durch die Gefängnisleitung: Zwei Wochen Dauerarrest. Heißt: 23 Stunden pro Tag in einer extrem trostlosen Einzelzelle ohne die geringste Unterhaltung wie Fernsehen oder Radio. Wahlweise liegt aber die Bibel oder der Koran dort. Außerdem werden Sport, Kirchgänge und Arbeit gestrichen. Zu dieser Sanktion kam jetzt noch die gerichtliche obendrauf.

Der Angeklagte saß schon mehrfach Haftstrafen ab, weil er gestohlen, Drogen besessen oder betrogen hatte - zum Beispiel. „Ich habe immer Sonderschule gehabt. Erst war ich auf Zeche gewesen. Dann Umschulung als Hochbaumaschinist vom Arbeitsamt. Dann da mal gejobbt, dann da mal.“ Und zwischendurch immer wieder Straftaten.

Mit 14 Jahren Hasch, mit 17 Jahren Heroin

Mit 14 Jahren begann er das Haschrauchen. Mit 17 kam Heroin hinzu, „erst geraucht“, dann „mit 20, 21 angefangen zu spritzen“. Der Anfang vom Abstieg. Bis heute ist er süchtig. Auch in der Krümmede hat er Drogen konsumiert, sagt er.

Anfangs hatte die Staatsanwaltschaft auch Anklage gegen seine Frau erhoben, als vermeintliche Schmugglerin. Dem Gericht war die Anklage aber zu vage - und verhandelte sie erst gar nicht.

Der Angeklagte nahm seine Frau denn auch komplett aus der Schusslinie. Das Heroin habe er auf der Toilette eines Vorzimmers zum Besucherraum zufällig gefunden. Da habe er es einfach für sich behalten. Sein Anwalt: „Drogenabhängige nehmen alles mit, was sie bekommen können.“ Heroin, sagte Staatsanwalt Thomas Knötel jedoch, berge im Knast „erhebliches Gefahrenpotenzial“ - weil es Streitigkeiten provoziere.

Bernd Kiesewetter

Kommentare
Aus dem Ressort
Kunstmuseum zieht positive Bilanz
Kunst
Museumsdirektor Dr. Hans Günter Golinski blickt auf ein turbulentes Jahr. Freude über überregionale Wahrnehmung. Eigene Sammlung bleibt aber Baustelle
Bochumer wurden für 65 Jahre Mitgliedschaft bei der GdP geehrt
Gewerkschaften
Der Arbeitnehmerverband der Polizei Bochum zeichnete Jubilare für ihre besonders lange Unterstützung aus. Darunter der Fahrer des Polizeipräsidenten...
Kinder haben Spaß mit Trollen im Lutherhaus
Lutherhaus
Der „Äktschensamstag“ der evangelischen Gemeinde Stiepel entführt Kinder in die Welt der Weihnachtstrolle aus Island. Spaß und Spiel garantiert.
Anne-Frank-Schüler singen für Flüchtlinge
Weihnachtskonzert
Erlös des Weihnachtskonzertes der Anne-Frank-Schule soll Neuankömmlingen helfen, die im Januar Unterkünfte in Harpen beziehen.
A 40-Auffahrt in Richtung Essen bald wieder geöffnet
Stahlhausen
Straßen.NRW öffnet die Auffahrt Bochum-Stahlhausen in Richtung Essen früher als erwartet. Wegen des milden Wetters kamen die Bauarbeiten gut voran.
Fotos und Videos
Propst-Hellmich-Promenade
Bildgalerie
Straßen in Bochum
Bochum aus der Luft
Bildgalerie
Weihnachtsmarkt von oben