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Gute Zeiten für Shakespeare

04.11.2008 | 20:16 Uhr

Drei Stücke des großen Elisabethaners stehen im November auf dem Spielplan an der Königsallee.American Drama Group zeigt Drama um den Dänenprinzen, Preisträger Gotscheff tritt in der Hamletmaschine auf

Martin Rentzsch als Macbeth: Versiert und überzeugend gibt er das Ehegespons der machtsüchtigen Lady kraftvoll, blutbesudelt von Anfang an. Lisa Nielebock zeichnet für die beachtenswerte Inszenierung verantwortlich. Foto: Hupfeld Foto: Horn

Zu Zeiten des Intendanten Frank-Patrick Steckel gab es einen Spielplan, in dem es an den Werken des großen Elisabethaners mangelte. Und als sich die Shakespeare-Gesellschaft zu ihrer turnusmäßigen Tagung in Bochum traf, musste sie auf eine Inszenierung ausweichen, die mit dem Namenspatron ihrer Gemeinschaft nichts zu tun hatte. Die Freunde des Elisabethaners sahen anstelle von Romeo, Julia oder King Lear des Intendanten Inszenierung von "Germania/Tod in Berlin" von Heiner Müller.

Ein beinahe ebenbürtiger Ersatz, zumal Steckels Deutung des Müllerschen Geschichtsdramas so exzellent war, dass sie zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.

Bekanntlich hat sich Steckel mit Shakespeares größter Tragödie, das mörderische Schicksalswalten um Hamlet, zum Abschluss seiner Intendanz an der Königsallee ein besonderes Ruhmesblatt erworben. Noch heute sprechen die Zuschauer, die damals dabei sein konnten, hochachtungsvoll von dieser Inszenierung, in der der junge Martin Feifel in der Titelrolle glänzte. So waren die Shakespeare-Stücke mal mehr und mal weniger auf dem Spielplan präsent. Den Ruf, eine Shakespeare-Stadt zu sein, hat sich die Stadt bekanntlich zu Zeiten von Saladin Schmitt erworben, der alle Dramen des Elisabethaners, auch die abgelegensten, auf die Bühne des Schauspielhauses stemmte.

Würde die Shakespeare-Gesellschaft im November in Bochum tagen - was sie nicht tun wird - sie hätte an der Königsallee die Qual der Wahl. Gleich drei Werke des legendären Stückeschreibers sind zu besuchen. Und eine Hamlet-Anverwandlung durch Heiner Müller.

Das Original-Drama um den Dänenprinzen ist am Freitag, 7. November, in den Kammerspielen zu sehen. Es handelt sich bei diesem "Hamlet" allerdings um ein Gastspiel der American Drama Group in englischer Sprache. Doch die Story ist ja ohnehin bekannt. Einen Tag später, am 8. November, 19.30 Uhr, lohnt es sich auf besondere Weise, das Schauspielhaus zu besuchen. Anlässlich der Verleihung des Peter-Weiss-Preises an den Regisseur Dimiter Gotscheff ist auf der großen Bühne "Die Hamletmaschine" von Heiner Müller zu sehen. Der Preisträger hat dieses Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin selbstredend inszeniert - und er ist auf der Bühne zu sehen. Dimiter Gotscheff persönlich spielt mit.

Wenn diese Gastspiele vorbei sind, braucht sich der Shakespeare-Freund nicht zu grämen. Kann er sich doch weiterhin die beiden hauseigenen Inszenierungen von Stücken des Elisabethaners ansehen. In beiden Fällen beachtenswerte Deutungen.

Da ist zunächst "Macbeth" in der Regie der jungen Lisa Nielebock. Mit Lena Schwarz in der Rolle des Lady Macbeth und Martin Rentzsch in der Titelrolle. Lena Schwarz spielt die Lady mondän und scheinbar von oben herab, eine Machtgier, die von innerer Unsicherheit bestimmt ist. Martin Rentzsch gibt ihr Ehegespons kraftvoll, blutbesudelt von Anfang an.

Mit dem "Kaufmann von Venedig" ist Regisseur und Intendant Elmar Goerden ein guter Auftakt in die neue Saison gelungen. Besonders bemerkenswert: Renate Becker in der nicht ganz einfachen Rolle des Juden Shylock.

Von Werner Streletz

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Kommentare
09.11.2008
13:05
Gute Zeiten für Shakespeare
von FranzSchenkel | #2

Unter der Intendanz von Frank-Patrick Steckel gab es insgesammt acht Einladungen zum Theatertreffen in Berlin.
Germania Tod in Berlin war nicht darunter, hier irrt Herr Streletz.

05.11.2008
08:08
Gute Zeiten für Shakespeare
von andreakelin | #1

shakespeare ist ja schoen und gut, aber warum im kaufmann von venedig campingstuehle und tische ueber die buehne geworfen werden muessen und sich eine schauspielerin mit milch und mehl ueberschuettet, hat sich mir bis heute nicht erschlossen. etwas weniger modernitaet waere vielleicht angebracht, dann wuerde evtl. die besucherzahlen auch wieder etwas ansteigen.

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