Grüner erhält Hausverbot in Bochumer Bermuda-Kneipe wegen Rauchverbot

Die Kneipe Mandragora in Bochum: Der Betreiber beklagt einen massiven Umsatzrückgang seit Inkrafttreten des strikten Rauchverbots.
Die Kneipe Mandragora in Bochum: Der Betreiber beklagt einen massiven Umsatzrückgang seit Inkrafttreten des strikten Rauchverbots.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Rauchverbot sei Schuld an heftigen Einbußen, beklagen Bochumer Wirte, darunter auch der Betreiber der Kneipe Mandragora. Ein Grünen-Mitglied bezweifelt das: Umsatzrückgänge lägen wohl eher an "Preiserhöhung und Verstümmelung der Speisekarte", kommentierte er online - und erhielt Hausverbot.

Bochum.. Er muss draußen bleiben: Christian Michalak, seit Jahren für die Grünen in Bochum aktiv, hat Hausverbot in der Bermuda-Kneipe Mandragora erhalten. „Und das nur, weil ich mich als Grüner seit 2008 für den Nichtraucherschutz in der Gastronomie einsetze“, sagt der 36-Jährige.

Auslöser war ein WAZ-Bericht im Juni. Seit Inkrafttreten des strikten Rauchverbots am 1. Mai sei die Hälfte der Einnahmen weggebrochen, klagte Dirk Steinbrecher, Betreiber der Bermuda-Urzelle Mandragora und Sprecher der Interessen-gemeinschaft. Leere Tresen gerade zu späterer Stunde würden verkürzte Öffnungszeiten nach sich ziehen; 600 Jobs könnten alsbald wegfallen.

Rauchverbot sei nicht Schuld am Umsatzrückgang

„Ich bin sehr oft im Mandragora. Sollte es tatsächlich einen Umsatzrückgang gegeben haben, dann eher wegen der heftigen Preiserhöhung und Verstümmelung der Speisekarte“, kommentierte Christian Michalak den Online-Bericht und äußerte massive Zweifel, dass die Kneipen unter dem Rauchverbot leiden.

Mit seinen Besuchen im Mandragora ist nun vorbei. Dirk Steinbrecher bestätigt auf WAZ-Anfrage, dass er Michalak Hausverbot erteilt habe, will zu dem Vorgang aber nichts weiter sagen. Michalak indes sucht die Öffentlichkeit: „Willkürliche Hausverbote nehmen zu. Mich will man seit etwa zwei Jahren auch in der Diskothek ,Stargate’ nicht mehr sehen.“ Das sei „undemokratisch und ein wenig kindisch“.