Grüne Ratsfrauen zeigen sich empört über Fällaktion der evangelischen Kirche

Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services

Die Grünen melden sich in Sachen Baumfällungen des Evangelischen Kirchenkreises an der Querenburger Straße zu Wort (die WAZ berichtete Anfang März). „Wir sind nach wie vor empört über das Vorgehen der Evangelischen Kirche, die sich ja die Bewahrung der Schöpfung auf die Fahnen geschrieben hat. Hier muss auf jeden Fall verhindert werden, dass dies ein Präzedenzfall für die beschleunigte hemdsärmelige Schaffung von Bauland wird“, sagt Ratsfrau Martina Foltys-Banning.

Für die nächste Sitzung des Ausschusses für Planung und Grundstücke am 21. April hat sie zusammen mit Barbara Jessel einen Fragenkatalog aufgestellt. Die Grünen wollen u.a. wissen, wie die zugesagte artenschutzrechtliche Prüfung erfolgen soll, da das rund drei Hektar große Biotop mittlerweile ja völlig zerstört sei. Die Verwaltung soll auch die klimatischen Auswirkungen des geplanten Wohnbaugebietes auf das Neue Gymnasium in der Nachbarschaft prüfen und die Frage klären, ob die Kirche das Grundstück, das trotz Kahlschlags bis heute als Wald gilt, 2016 wieder aufforsten muss. Es sei nämlich unwahrscheinlich, dass bis zu diesem Zeitpunkt der Bebauungsplan fertig sei.

Fraktionsgeschäftsführer Frank Taschner hatte gegenüber besorgten Anwohnern im Februar 2014 noch Verständnis der Grünen für das Gebaren der Kirche gezeigt. In einer dieser Zeitung vorliegenden E-Mail heißt es: „Wäre Bochum eine wachsende und keine schrumpfende Stadt, wäre Flächenrecycling vielleicht wirtschaftlicher. Bei dem Waldstück an der Querenburger Straße spielte sicherlich auch eine Rolle, dass die Kirche schon längere Zeit Druck gemacht hatte. Aus deren Perspektive völlig nachvollziehbar. Die müssen eben auch sehen, wie sie ungenutzte Liegenschaften verwerten. Außerdem sah die Planung keinen Kahlschlag vor, sondern die Einbettung der Gebäude in zu erhaltende Baumbestände.“

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