Kulturpolitik
Grüne lehnen Bochumer Konzerthaus weiter ab
13.11.2009 | 13:09 Uhr 2009-11-13T13:09:00+0100
Bochum. Angesichts der klammen Finanzlage der Stadt hat Wolfgang Cordes, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die Ablehnung des geplanten Konzerthausbaus für die Bochumer Symphoniker bekräftigt.
„Größte Bauchschmerzen" habe er, wenn er sehe, wie dieser Plan weiter verfolgt werde, obwohl gleichzeitig finanziell schmerzhafte Einschnitte bei vielen Einrichtungen der Stadt geplant seien. Der Bau der auf 29 Millionen Euro veranschlagten „Bochumer Harmonie" sei eine Investition mit Folgekosten. „Deshalb geht das mit der Spielstätte nicht", sagte Wolfgang Cordes, Fraktionsvorsitzender der Grünen, im Gespräch mit der WAZ.
Schließlich drohten anderswo empfindliche Nachteile: So sollen, wie die Stadtverwaltung es in ihrem Entwurf für ein Haushaltssicherungskonzept hinein geschrieben hatte, unter anderem Verschlechterungen im Kindergartenbereich, aber auch in den Angeboten der Volkshochschule, der Musikschule und bei der Stadtbücherei kommen. Zur Zeit prüfen auch die Grünen, welchen Einsparungen sie zustimmen könnten. „Wo Bildungsarmut verstärkt wird, machen wir nicht mit", hält Cordes jetzt schon fest. Und: „Was wir diskutieren, muss noch durch den Parteitag."
Bis zum 17. Dezember soll alles geklärt sein
Bevor das von der Stadt vorgelegte Sparprogramm in den Bezirksvertretungen und Ratsausschüssen diskutiert wird, grübeln bei der SPD auch Arbeitskreise darüber, schildert SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz-Dieter Fleskes. „Wir wursteln uns durch die Seiten", bemerkte er der WAZ gegenüber. Die SPD habe noch „dicke Fragezeichen an verschiedenen Stellen". Ihm liege es am Herzen, dass der soziale und dienstleistungsstarke Charakter der Stadt erhalten bleibe. Die geplante Erhöhung der Grundsteuer halte er für tolerabel, auch wenn er am liebsten auf Steuererhöhungen verzichtet hätte, weil die Stimmung dafür nicht gut sei. Aber es gelte, Konsolidierungsbeiträge zu leisten: Bei der Grundsteuer mache die geplante Erhöhung für den einzelnen Mieter pro Jahr 12 Euro aus. „Wir haben keine Angst, uns an das Thema heran zu wagen, das ist nicht die Stadt, die den Bürger quälen will." Die SPD will den Zeitplan nicht aus den Augen verlieren. Fleskes: „Wir haben den Ehrgeiz, bis zum 17. Dezember das Ding 'rumzukriegen." Dann soll der Rat entscheiden.
08:18
Wir brauchen in Bochum eine große Koalition.
Die SPD wird doch durch die Grünen erpressbar.
In Zeiten - wie dieser - kann es doch nicht angehen, dass die paar Piepel von den Grünen das Bochumer Leben auf Jahrzehnte hinaus - jetzt - bestimmen.
20:37
Dem Leserbrief von kaufmannvonhoentrop gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer einer klaren Zustimmung: Jawoll - genau so isses! und dies dann mal nicht nur im engen Nörglerkreis, sondern in aller WAZ-Öffentlichkeit.
15:41
Ich stimme Herrn Hermann zu. Die Stärken Bochums sollten ausgebaut werden, denn davon gibts einige.
10:57
#6 Lieber kaufmannvonhoentrop,
vielen Dank für Ihren ehrlichen Beitrag, aus dem endlich einmal Vernunft klingt, die ich bei vielen Akteuren vermisse. Man muss den Ruhrstadtgedanken umsetzen und Synergien nutzen. Das wäre das Ende der Konzerthausidee. Oder man ist so ehrlich, sich zum tatsächlich gelebten Kirchturmdenken zu bekennen. Dann aber gibt man zu, dass es die Ruhrstadt faktisch nicht gibt und die Kulturhauptstadt schon gar nicht. Nur eins von beidem geht, alles andere ist Augenwischerei. Diese Erkenntnis bleibt aber den meisten Politikern bisher verborgen.
10:34
Wäre das Ruhrgebiet eine Großstadt wie Berlin wäre die Fahrt zum Konzerthaus nach Essen oder Dortmund wie eine Fahrt in einen anderen Stadtteil. Kann man dies den Klassikmusikfans nicht zumuten? Wir müssen bei der Haushaltslage endlich weg vom Provinzdenken und über den Tellerrand schauen. Eine kleine Stadt wie Bochum muss Sxchwerpunkte setzen und nicht gegen die schon bestehenden Angebote in den Nachbarstädten Konkurrenz aufbauen, dort gibt es schon Auslastungsprobleme und Gestöhne über die Unterhaltskosten so einer Konzerthalle.
Also: Lieber die BOSYS auflösen und das eingesparte Geld in Musikschule und kulturelle Sachen/ Projekte am Bürger investieren. Wer leere Taschen hat hat kann nicht so tun als hätte er den Keller voller Goldbarren, die SPD scheint immer noch Traumschlösser zu bauen. Schade aber, dass die Opposition sprich CDU nicht im Wahlkampf deutlich Position gegen die Geldverschwendung Konzerthalle bezogen hat, dann wäre die Wahl vielleicht anders ausgegangen.
10:32
Stadtbücherei, Museum, VHS usw., nahezu keine kulturelle Institution soll von den Sparmaßnahmen ausgenommen werden . Dann fragt sich doch jeder, warum neben dem Konzerthaus auch einem Klavierhändler zur eigenen Selbstdarstellung noch ein Kammermusiksaal hingesetzt werden muß.
09:17
#8 Bildungsbürger
Geht doch nicht, habt ihr doch gerade erst gewählt!!
21:41
Dieser Konzerthausquatsch muss SOFORT beendet werden! Fleskes RAUS!
20:22
Ja, schließlich müssen die Ratsmitglieder in anderen Städten Eintritt zahlen.
Im übrigen sind Fleskes und Co. in anderen Städten Nobody´s! Hier in Bochum sind sie umgarnt von den Geldempfängern! Möchtet ihr doch auch, natürlich nur auf anderleuts Kosten, oder?
Für die Mehrheitsbeschaffung im Konzerthausbau sorgt wie auch letztes Mal die CDU! Und einen Koalitionskrach oder -bruch ist auch dann nicht mit den Grünen zu machen!
18:41
Leserbrief zu: Grüne: Klares Nein zum Konzerthaus vom Freitag, den 13. Nov. 2009
In dem Artikel „Grüne: Klares Nein zum Konzerthaus“ vom Freitag, dem 13. Nov. 2009
bekräftigt der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Cordes mutig seine Meinung zu den Plänen der Stadt, den Bochumer Symphonikern ein neues Konzertgebäude errichten zu wollen.
Es ist sicher schön für ein derartig gutes Orchester eine eigene Spielstätte zu haben.
Allerdings muss man sich fragen, ob das Ruhrgebiet drei Konzerthäuser verkraftet? Dortmund und Essen haben bereits Schwierigkeiten genügend Zuschauer für ihre anspruchsvollen Programme zu bekommen und das kostet viel Geld.
Die Bochumer Symphoniker werden das Konzerthaus nicht allein auslasten können, weder mit Spielterminen, noch mit ihren begeisterten Musikfreunden, zu denen ich auch gehöre. Es wird also, wie Wolfgang Cordes argumentiert, unausweichlich zu Folgekosten kommen müssen.
Derartige Projekte hat Bochum bereits viele, ob da das Planetarium mit seinen hochwertigen Pro-grammen ist, oder das Museum, oder das Schauspielhaus, oder Stadtbibliothek, oder VHS, oder Musikschule, oder Tiergarten, oder eine U-Bahn, die Millionen an Wartungskosten verschlingt.
Falls es noch nicht klar ist, Bochum ist keine Millionenstadt oder eine Metropole, die in ihrem Um-feld konkurrenzlos ist.
Einen sehr guten Zoo haben Gelsenkirchen und Duisburg, über die Region hinaus bekannte Muse-en befinden sich in Dortmund und Essen usw. usw..
Als Bürger der Stadt muss ich mir die Frage stellen, muss Bochum auf allen Gebieten mithalten? – Alles ist nicht zu haben, nicht zu bezahlen und da sollte das Bewährte, was gut funktioniert und Re-nommee hat, erhalten und nicht noch weitere finanzielle Unkalkulierbarkeiten auf sich genommen werden.
Das Schauspielhaus hat einen Ruf, der weit über die Stadt hinausgeht. Auch der Starlight-Express ist eine feste Adresse, die gut arbeitet. Zum Planetarium kommen Menschen aus dem Ruhrgebiet, weil es so etwas nur in Bochum gibt.
Einrichtungen, die nur Geld kosten und bei denen andere Kommunen besser aussehen, wie z. B. der Tiergarten, sollten auf die Streichliste!
Bochum sollte an seinem Profil der Theaterstadt im Ruhrgebiet weiterarbeiten!
Bernd Hermann, Abonnent der Bosys