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Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt

28.09.2012 | 11:37 Uhr
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
Die Mitarbeiter der Bochumer Jobcenter sind unzufrieden. Viele bewerben sich intern auf andere Stellen.Foto: dapd

Bochum.  Desolate Zustände herrschen bei den Bochumer Jobcentern. Die Mitarbeiter sind die andauernden Beschimpfungen leid, bewerben sich intern auf andere Stellen. Auch die Sicherheitsvorkehrungen sind unzureichend - kein Sicherheitspersonal, keine Kameras. Hinzu kommen interne Gerichtsprozesse.

Wenn eine Stelle in der Bochumer Stadtverwaltung ausgeschrieben wird, kommen 80 Prozent der Bewerber aus dem Jobcenter. Sie alle wollen weg, raus aus der „extremen psychischen Belastung“, schildert Frank Older, stellvertretender Personalratsvorsitzender der Stadt.

„Viele haben sich bei uns über Beschimpfungen und Entgleisungen beklagt, die Lage im Jobcenter ist schlimmer geworden“, so Older. „Bei den Sachbearbeitern läuft der ganze Frust der Menschen auf.“ Die Tötung einer 32-jährigen Kollegin in Neuss durch einen Kunden lässt auch die Debatte in Bochum aufleben, ob die Sicherheitsvorkehrungen ausreichen.

Sicherheitsvorkehrungen sind in Bochumer Jobcentern Mangelware

Older: „Mangelware. Zeitweise gab es Sicherheitspersonal in den Fluren, das wurde wieder abgezogen. Kameras etc., wozu die Polizei geraten hatte - nichts ist vorhanden. Man schummelt auch bei den Fallzahlen.“ Mit der Leitung des Jobcenters verkehre der Personalrat fast nur noch auf dem Gerichtsweg, Mitbestimmungskonflikte führten zu etlichen Gerichtsprozessen.

Mord in Neuss
Tatverdächtiger hatte Angst vor Datenhandel

Die Frau, die im Neusser Jobcenter getötet wurde, war wohl ein Zufallsopfer. Der 52-jährige Angreifer, der die Tat gestanden hat, wollte an sich einen anderen Mitarbeiter konfrontieren. Als Motiv nannte er Angst vor Datenhandel. Eine Tötungsabsicht streitet er ab - geglaubt wird ihm nicht.

Sicherheitspersonal gebe es noch, hält Johannes Rohleder, Pressesprecher der Jobagentur, dagegen. Allerdings nur noch an den häufig frequentierten Standorten Universitätsstraße und Wattenscheid, an den übrigen fünf Zweigstellen nicht mehr , weil es nicht nötig sei: „Situationen, in denen Kunden Mitarbeiter verbal bedroht haben, gibt es, aber es sind Einzelfälle.“

Im Jahr 2011 gab es deshalb 29 Hausverbote und drei Strafanzeigen. Im Jahr 2012 wären es bisher neun Hausverbote und zwei Strafanzeigen. Seit 2006 gebe es „Begehungen unserer Standorte.“ Dabei schaue man, „ob ein Fluchtweg offen ist, ob Möbel im Weg stehen oder Gegenstände da sind, die als Waffen  benutzt werden könnten."

Rolf Hartmann



Kommentare
02.10.2012
12:43
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von ro-fisch | #21

Wenn tatsächlich die Umstände für beide Seiten so schwierig sind, sollten sich die Verantwortlichen Fragen, warum diese ungedeihliche Zusammenarbeit überhaupt fortgesetzt wird. Wenn schon die Politik nicht versteht Aufgaben zu konzentrienen - One-Stop-Agency - sollte zumindest die Stadt Bochum und die Agentur für Arbeit diese "konstruktive" Zusammenarbeit überdenken. Darüber hinaus scheint es ebenfalls an Führungsqualität und -verantwortung zu mangeln, denn anders lassen sich ständige Auseinandersetzungen vor Arbeitsgerichten nicht deuten.

01.10.2012
14:10
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von Xavinia | #20

Wenn beide Seiten (Mitarbeiter UND Kunden) derart unzufrieden sind (wie man immer wieder lesen kann) muss doch irgendetwas am System falsch sein.
Oder kann es sein, dass Mitarbeiter ihren Job-Frust viel zu oft an den Kunden auslassen?
Oder kann es sein, dass die Gesetzesvorlagen die Mitarbeiter als "Prügelknaben" dastehen lassen?
Oder kann es sein, dass Kunden nur deshalb so unzufrieden sind, weil sie ihren Lebens-Frust an Mitarbeitern auslassen?

Ich denke, die ganze Misere besteht aus einer Mischung von allen drei Punkten.

Eines allerdings sollte klar sein: Ein Mindestmaß an Respekt sollte von BEIDEN Seiten eingehalten werden.

01.10.2012
09:41
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von coramos | #19

@ #18: genau DAS war die Reform, die mich zu einem konsequenten Nicht-SPD-Wähler machte!

30.09.2012
19:28
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von myreiter | #18

es liegt nich am sicherheitspesonal , es liegt an gerhard gierhalz schröder von der sozialen SPD er hat uns das eingebrock ein sochle partei ? ja genau die ! und jetzt kommt noch so einer der kanzler werden will auch er ist ein gierhals , lässt sich mit 7000 euro ein interwieiv bezahlen , das wars

1 Antwort
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von rexhaiza | #18-1

die meisten deutsche vergessen halt....

30.09.2012
19:25
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von myreiter | #17

aufklärung: mitarbeiter werden dazu angehalten kein geld auszuzahlen , kunden wegzuschicken und irgendwelche unterlagen besorgen zu lassen , wenn die dann da sind dann die nächsten es könnte ja sein das der böde kunde nicht wieder kommt und von seine eltern lebt oder bekannten , das wird so gelern und geschult , als nächstes arbeiten die abteilungen absolut nicht zusammen sodass die dort sich gegenseitig behindern und das ist auch so gewollt um zeit zu gewinnen , es wird gelogen ! mitarbeiter legen einfach auf , jetzt kann man sagen wenn der kunde frech wird legt der mitarbeiter auf aber !!! würden sie geren verhungern weil ein mitarbeiter einen fehler macht ? ich nicht , ich versteh die mitarbeiter !!!!! sie werden von ihren vorgesetzten dazu gezwungen , das heit sie müssen den kunden ins gesicht lügen , der druck von BEIDEN seiten wächst !!! und dann wollen sie weg weil sie wissen hartz4 ist unmenschlich und kann zum tode führen durch verhungen , ps. nicht alle kunden sind faul

30.09.2012
19:15
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von myreiter | #16

was macht jemand der kein geld bekommt obwohl es ihm gesetzlich zusteht ? er wird böse und das verstehe ich zu 100% , mord ist niemals der richtige weg ! aber böse wäre ich auch

30.09.2012
19:08
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von myreiter | #15

endlich , wehren sich die kunden durch meckern , unsere miesen politker müssen endlich verstehen das schluss mit dem sozialklau ist

29.09.2012
14:50
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #14

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.09.2012
12:58
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von derwestentalker | #13

Was passiert ist, ist absolut tragisch und mit nichts zu rechtfertigen, das ist ja wohl hier jedem klar. ABER, ich kann zumindest die Verzweiflung u. Wut eines Menschen verstehen!
Ich muss den meisten hier leider recht geben u. auf den Punkt gebracht: "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!"
Ich selber musste ALG 2 beantragen, zum Glück nur für 3 Mon.. Die Sachbearbeiter waren bei mir sehr freundlich, ich ja auch! :-). ABER, die Bearbeitung war eine Katastrophe u. Unverschämtheit. Ständig wurden n. Einreichung geforderter Unterlagen neue Fragen zu NEUEN Themen! gestellt u. Unterlagen gefordert. Zum Teil, obwohl sich diese Fragen auch von Anfang an ergeben konnten, wenn man konzentriert u. ordentlch arbeitet! So wurde ich von Woche zu Woche mit neuen Fragen konfrontiert!. Alles hier zu schreiben wäre zu viel, jeder über die Abarbeitung sprachlos. Telf. Erreichbarkeit bis 9 Uhr fast unmöglich! Nach 14 W. bekam ich dann m. Bewilligung! Ohne fam. Hilfe verhungert man...

29.09.2012
11:34
Großer Druck - Jobcenter Bochum als sozialer Brennpunkt
von tanzi | #12

Großer Druck beim Job-Center Bochum..... darf ich lachen? Welchen Druck über denn die sogenannte "Arbeitsvermiitler"auf uns aus? Ach ja, es sind keine Vermittler mehr, die Herrschaften üben nur noch eine Kontrollfunktion aus (wörtliche Aussage einer Sachbearbeiterin, übringens auch Ex-Telekom)). Diese Leute sehen Ihre Lage gar nicht, denn, wenn es uns nicht gäbe, sässen Sie auf der anderen Seite des Schreibtisches.
Wir gehen mit folgender Devis zu unseren Terminen: Erzähl Du mal, wir kennen die Lage auf dem Arbeitsmarkt besser, ansonnsten, zitieren wir für uns Götz von Berlichen:"LmaA"
Viel Freude noch beim Job-Center-Bochum

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