Groß, größer, Stadtturm
24.10.2012 | 18:43 Uhr 2012-10-24T18:43:00+0200
Bochum. Noch ist er „nur“ in Planung, stieß aber auf der Immobilienmesse Expo Real in München auf Interesse: der Stadturm Bochum. Mit 105 Metern und 22 Geschossen wäre er der höchste Neubau nach dem Krieg in der Bochumer. Innenstadt.
"Im Moment ist sehr sehr viel Kapital unterwegs“, weiß Eckart Kröck, Bochums Amtsleiter für Stadtplanung. Er bezieht sich dabei auf Finanz-Erkenntnisse von der jüngsten Immobilienmesse Expo Real in München. Bochum war auch da in der Bayern-Metropole und konnte mit dem „Stadtturm “ glänzen. Das ist ein geplanter Wolkenkratzer direkt am Hauptbahnhof, dort, wo jetzt noch das breitbrüstige Parkhaus die Ecke zwischen Südring und Universitätsstraße dominiert.
Schon jetzt ist klar: Wenn der „Stadtturm“, ein Entwurf des Berliner Architekten Gerhard Spangenberg, in einigen Jahren „in echt“ dort aufragen sollte, mit 105 Metern und 28 Geschossen, wird er in einer Hinsicht das Schicksal des auf einem Hochbunker platzierten Exzenterhauses an der Universitätsstraße teilen. „Beim Exzenterhaus war nämlich die Frage, ob man die Tonne durchzieht“, erinnert Kröck. Dann zeigten Tests im Windkanal ein zu hohes Risiko. Die Folge: drei runde Etagenblöcke wurden versetzt aufeinander gepackt, was dem Exzenterhaus sein bizarres Design verleiht.
Auch der „Stadtturm“ ist nun anders als ursprünglich angedacht: Mit einer „gefälteten Fassade“ soll der Wind folgenlos vorbeirauschen. Das Treppenhaus als stabilisierender Baukern braucht deshalb nur bis zur halben Höhe eingefügt werden, weitere Aufgänge nach oben können individuell hinzukommen.
Unter der Erde liegt ein Flachbunker
Das Grundstück, das der städtischen Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) gehört, ist nicht ohne Handicaps. Quer drunter verläuft ein Kanal Richtung Bahnhof, und im hinteren Bereich ruht tief unten ein Flachbunker, der bersten würde, wenn er den „Stadtturm“ aushalten sollte. Doch einen vierstöckigen Bau mit 480 Stellplätzen, geöffnet für alle Autofahrer, würde der Bunker schon aushalten.
Der Grundriss für das Hochhaus selbst ist winkelförmig angelegt, passt noch auf die Ecke vor dem Bunkergewölbe. Anderthalb Jahre hat Eigentümer EGR dem potenziellen Bauherrn Dr. Thomas Durchlaub (Exzenterhaus ) Zeit gegeben, in Abstimmung mit der Stadt die Feinplanung zu besorgen. Es könnte ein Bürohaus werden, mit Wohnungen ganz oben. Der „Stadtturm“ werde, beschreibt Stadtplaner Kröck die Sinnhaftigkeit des Trumms, nicht nur die City beleben, sondern auch die Hochbauten Europa-Haus, Hotel Park Inn, Stadtbadgalerie und Stadtwerke-Haus zum markanten Ensemble ergänzen – wie eine Anmutung von „Mainhattan“ in Frankfurt. Und als großer Bruder: Das Exzenterhaus würde gleich dreieinhalb Mal in den „Stadtturm“ passen.

17:14
Ich habe nichts dagegen, wenn Bochum plötzlich eine Skyline bekommt. Die hat Essen schließlich auch. Zwei Zitate geben mir aber stark zu denken: ""Im Moment ist sehr sehr viel Kapital unterwegs“, weiß Eckart Kröck, Bochums Amtsleiter für Stadtplanung". und "zum markanten Ensemble ergänzen – wie eine Anmutung von „Mainhattan“ in Frankfurt". Wieso habe ich das Gefühl, dass dieser Beitrag irgendwie in der falschen Rubrik gelandet ist? Ist hier wirklich von der uns allen bekannten Stadt Bochum die Rede, in der Büchereine und Schwimmbäder wegen Geldmangels tageweise geschlossen werden müssen? Oder gibt es doch ein Paralleluniversum, in dem alles viel besser ist?
23:28
Noeppi, Stuede, Tomatenkiller und wie die ganze NEIN-Sager-Fraktion in dieser Stadt sich nennt, hier noch ein Objekt, bei dem ich Ihre Einwände regelrecht vermisse:
Der Aufbau auf dem Springerplatzbunker entspricht doch garantiert auch nicht Ihren kleinbürgerlichen Vorstellungen. So etwas in Bochum, oh Gott! Wann kommt denn Ihr Bürgerbegehren dagegen?
23:08
Noch ist der Schwachsinn Musikzentrum nicht abgehandelt, produziert die Stadt den nächsten Blödsinn. Größenwahnsinnig muss ein Stadtturm her.
Was machen eigentlich die Verantwortlichen städtischen Entscheidungsträger?
Kiffen die nur den ganzen Tag?
18:54
braucht man einen Hubschrauber. Nur wenn man dank Unfall oder ähnlichem einen Helikopterflug zum Bergmannsheil gesponsert bekommt, steht einem nicht der Sinn nach Architekturgenuss.
Hoffen wir das der zuständige Stadtplaner bald in Rente geht und Nachfolger eingestellt werden, die Neubauten aus der menschlichen Altgasperspektive her planen. Das Exzenterhaus zeigt, dass das auch bei Hochhäusern geht - wenn es denn nun unbedingt was Großes sein muss
16:22
Na sicher, da haben wir es doch wieder: Die mögliche Beschattung eines italienischen Restaurants verhindert eine Millioneninvestition in Bochum. Ist das jetzt zum lachen oder zum Weinen?
Sehr geehrte(r) DrDr,
sie scheinen zu vergessen das es nicht nur um Restaurants e.t.c. geht.
Es wohnen auch Menschen in der Innenstadt, die bestimmt nicht begeistert sind wen ihnen das Sonnenlicht genommen wird.
Ich würde gerne Ihre Reaktion sehen wen so ein Klotz vor Ihrem Wohnhaus errichtet werden soll.
14:04
" MitDerBahn " hat völlig Recht. Ich höre schon die Jubelrufe von vielen Bochumern die im Sommer ihre Außensitzplätze schön beschattet haben. Auch San Marco wird sich wohl sehr darüber freuen.
Bevor man solche Kommentare loslässt, sollte man sich im Vorfeld darüber informieren was so ein Riesenbau für Nachteile mit sich bringt.
Schattenwurf
Nötige Parkplätze
An und abfahrender Verkehr e.t.c.
Verehrte(r) donerwin
was meinen Sie wohl, wieviele Eisdielen in Frankfurt im Schatten liegen?
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10:51
Und sowas in Bochum? Da gibt es bestimmt wieder eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren! Wenn man überlegt, wie viele Strassen man mit dem Geld erneuern könnte. Und dann die schönen Parkplätze am Hauptbahnhof, die dadurch wegfallen...
09:30
Gut, für die Bochumer Bürger ist die größte städtebauliche Errungenschaft, die man sich vorstellen kann, der Bau eines Spaßbades. In diesem geistigen Klima tippe ich mal darauf, dass in Bochum gar nichts mehr von überregionaler Bedeutung gebaut wird.
23:00
Schlimmer als die völlig verhunzte Stadtbadgalerie, die der Architekt wohl unter
Drogen entworfen hat, kanns wohl nicht mehr werden.
Und einen schönen Gruß an alle Großgeister und Für-alles-Fetischisten hier, vielleicht
sollte Bochum erstmal die uralten Schienen aus den Straßen entfernen, sieht ja richtig
******* aus rund um den Bahnhof. Für einen roten Teppich hats gereicht, aber
nebenan die Geleise zu entfernen war wohl wieder etwas zu teuer.
22:32
Hoffentlich wird er gebaut!
Dass die üblichen Kleingeister und Gegen-alles-Nörgler hier wieder ihre Standard-Kommentare absondern würden, war klar. Wer wissen will, wie eine tote Stadt aussieht, in der man solchen Leuten das Feld überlassen hat, sehe sich Gladbeck oder Witten an.