Griechen wollen innenpolitische Veränderungen

Mit rund 36 Prozent hat die linke Partei Syriza die Parlamentswahlen in Griechenland für sich entschieden. Nikolaos Garipis vom griechischen Bildungs- und Erziehungsverein Bochum sprach mit uns über das Ergebnis.

1 Wie beurteilen Sie den Wahlausgang in Griechenland?

Das Ergebnis ist alternativlos und war vorherzusehen. 30 Jahre lang haben wir Griechen entweder Pasok oder Nea Dimokratia gewählt, und das Ergebnis davon kennen wir ja. Nun kamen die beiden eta-blierten Parteien einfach nicht mehr in Frage. Das wäre, also könnte man hier weder CDU, noch SPD, noch die Grünen wählen.

2 Was erhoffen Sie sich von diesem Machtwechsel?

Eigentlich jeder, mit dem ich gesprochen habe, erwartet sehr viele Veränderungen und setzt alle Hoffnungen in diese neue Partei. Das bezieht sich aber anders als oft in den Medien dargestellt vor allem auf innenpolitische Veränderungen, wie das Bildungssystem, den Beamtenapparat und das Steuersystem, das gerechter werden muss. Erst dann kommen die Verhandlungen über die Sparmaßnahmen oder den Schuldenschnitt.

3 Wie sehen Sie Griechenlands Zukunft in der Eurozone?

Ich glaube nicht, dass Griechenland die Eurozone verlassen wird. Und das wollen die Griechen auch nicht. Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Tsipras hat relativ wenig Spielraum und ich denke, er wird sich kompromissbereiter zeigen, jetzt, wo der Wahlkampf vorbei ist.