Gremium MC - Präsident von Chapter Duisburg droht Haftstrafe

Polizisten kontrollieren Mitglieder des Motorrad-Clubs Gremium MC.
Polizisten kontrollieren Mitglieder des Motorrad-Clubs Gremium MC.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
37-jähriger Bochumer wird wegen räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer angeklagt. Ermittlungen nach der zweiten Großrazzia gegen Gremium MC dauern an.

Bochum/Duisburg.. Nachdem die Polizei unter Federführung der Bochumer Staatsanwaltschaft mit zwei Großrazzien in den vergangenen Monaten gegen mutmaßliche Mitglieder der Rocker-Vereinigung Gremium MC vorgegangen ist, zeichnen sich erste Konsequenzen ab. Wegen räuberischen Angriffs auf einen Kraftfahrer, Raub und gefährlicher Körperverletzung wird ein 37-jähriger Bochumer vor der 1. Strafkammer des hiesigen Landgerichts angeklagt.

Dem nicht vorbestraften Mann, zum Tatzeitpunkt nach Angaben der Ermittler Präsident des Duisburger Gremium-Charters, wird vorgeworfen, am 5. Februar des vergangenen Jahres mit mehr als 20 Komplizen ein Mitglied der Freeway Rider’s vor deren Vereinsheim an der Xantener Straße in Alpen überfallen zu haben. Das Clubhaus dort teilen sich die beiden Chapter Rheinberg und Moers. Die Angreifer sollen ihr damals 50-jähriges Opfer aus seinem Wagen gezerrt und ihm dann seine Kutte, seine Geldbörse und ein Navigationsgerät geraubt haben. Durch Schläge und Tritte erlitt der Mann nach Polizeiangaben Kopfverletzungen und einen Handgelenksbruch. Der 37-jährige Bochumer hat in seinen Vernehmungen zugegeben, am Tatort gewesen zu sein, zum Tatvorwurf selbst oder zu möglichen Mittätern aber keine Angaben gemacht.

Großrazzia gegen Gremium MC im März und im Mai

Zwar ist der Vorfall damals von einer Überwachungskamera dokumentiert worden, die Bilder sollen allerdings von so schlechter Qualität sein, dass sie keine Rückschlüsse auf die weiteren Beteiligten zulassen. Eventuelle Mittäter des 37-Jährigen werden also straffrei bleiben. Dem 37-jährigen Rocker droht bei einer Verurteilung eine Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren. Der Mann war bei der ersten Großrazzia Anfang März dieses Jahres festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen ihn ist noch nicht terminiert.

Ebenfalls weiter in U-Haft befinden sich seit der zweiten Schwerpunkt-Aktion Mitte Mai ein 49-jähriger Bochumer und ein 33-jähriger Herner. Auch sie sollen Mitglieder der Duisburger Gremium-Ortsvereinigung gewesen sein soll. Die Wohnung des 49-Jährigen hatte die Polizei mit einer gezielten Explosion gestürmt. Sein hochwertiger Mercedes war beschlagnahmt worden. Anlass dieser Razzia war der Verdacht des Rauschgifthandels und der räuberischen Erpressung. Drogen oder Waffen haben die Ermittler dabei zwar nicht gefunden, aber unter anderem etliche Handys sicher gestellt. Die Auswertung der Daten und die Ermittlungen dauerten noch an, sagte ein Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft.