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„Graue Wölfe“ beunruhigen Bürger in Bochum-Dahlhausen

08.02.2011 | 17:51 Uhr
„Graue Wölfe“ beunruhigen Bürger in Bochum-Dahlhausen
An der Fassade eines Hauses an der Dr.-C.-Otto Straße ist ein Symbol der türkischen Nationalisten zu erkennen. Foto: Ingo Otto

Bochum.Hell scheint die Februarsonne in den nüchternen Saal der ehemaligen Gaststätte „Alt Dahlhausen“. Dahlhausen prangt noch immer auf der Leuchttafel, die über der blickdichten Milchglas-Eingangstür hängt. Doch hinter der türkischen Inschrift verbirgt sich nichts anderes als eine Gruppe der sogenannten „Grauen Wölfe“. Am 28. November letzten Jahres feierte der Verein sein Eröffnungsfest. Unter den Augen des Staatsschutzes und der verunsicherten Dahlhauser Bevölkerung versucht dieser Ableger der vom Verfassungsschutz beobachteten nationalistischen türkischen Gruppierung Fuß zu fassen.

Werben zeigt Erfolg

Joachim Berndt ist 1. Vorsitzender von „Pro Dahlhausen“, der Interessensvertretung von rund 100 Vereinen und Einzelhändlern. Er beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Offenbar zeigt das Werben der mit der Attitüde der Saubermänner auftretenden türkischen Gruppe erste Erfolge:

Ja, die Grauen Wölfe, früher seien die mal gefährlich gewesen, nun hätten die sich aber komplett gewandelt, mit einer rein sozialen Struktur heutzutage, erzählte jemand dem Vorsitzenden: „Das scheint mir doch eine recht naive Vorstellung zu sein“, so Berndt.

Dort am Kreisverkehr, mitten in Dahlhausen, wenige Schritte gegenüber ragt eines der wenigen Neubau-Projekte der letzten Jahre auf, der Lidl-Markt, scheint ein ideales Pflaster zu sein. Zur Neueröffnung, der Dahlhauser Niederlassung, kamen auch Abordnungen der Frankfurter Zentrale. Offenbar ist etwas geplant am neuen Standort. Bisher gab es nur eine kleine Dependance an der Hermannshöhe.

Integration gleich Unterwerfung

Dr. Kemal Bozay ist Geschäftsführer der Ifak, der Verein, der sich seit 40 Jahren um die Integration von türkischen Migranten in Bochum bemüht. Das Geschehen beurteilt er kritisch. Bozay gilt als Kenner der Struktur der „Grauen Wölfe“. Vor zwei Jahren hielt er in Bochum ein viel beachtetes Referat bei einer Veranstaltung des Stadtjugendrings. „Die Grauen Wölfe politisieren, setzen auf Selbst-Abschottung, propagieren eine Selbst-Ethnisierung.“ Integration bedeute für sie schlicht „Unterwerfung“.

Manche türkischen Jugendliche fühlen sich dort offenbar gut aufgehoben. „Egal, was Du bis jetzt gemacht hast, Du bist bei uns willkommen“, sei eine Methode der Akzeptanz. Die Strategie sei immer ähnlich. Es gebe einen Jugendtreff, Info- und Beratungsangebote und spezielle Veranstaltungen für Familien. Auch dem Staatsschutz sind die Aktivitäten in Dahlhausen nicht entgangen. „Ja, es hat Hinweise aus der Bevölkerung gegeben.“ Mit Straftaten sei die Gruppe dort bislang nicht aufgefallen, die Situation werde beobachtet, heißt es aus Polizeikreisen.

Bürger über neuen Treffpunkt besorgt

Mit einer passiven Beobachterrolle mochte sich Bezirksbürgermeisterin Doris Erdmann (SPD) nicht zufrieden geben. Der Grund: Dahlhauser Bürger hatten sich mit besorgten Fragen über den neuen Treffpunkt an sie gewandt. Sie schrieb einen Brief an Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch. Doch mit rein baurechtlichen Methoden scheint den Grauen Wölfen nicht beizukommen sein. „Wir haben in der ehemaligen Gaststätte lediglich einen Türdurchbruch festgestellt“, so Kratzsch.

Für den NRW-Verfassungsschutz gibt die „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland e.V.“, so die offizielle Bezeichnung, Anlass zur Observation: „Zu den ideologischen Feinden gehören vor allem Kurden, Amerikaner, Juden und Armenier aber auch Angehörige gesellschaftlicher Minderheiten, zum Beispiel Homosexuelle.“ (NRW Verfassungsschutzbericht 2009)

 

Michael Weeke

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Kommentare
20.11.2011
17:14
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von freedom | #43

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21.05.2011
23:37
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von Matsumura | #42

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28.02.2011
18:00
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von Elektrosteiger | #41

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10.02.2011
17:19
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von rainhard | #40

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09.02.2011
17:28
„Graue Wölfe“ beunruhigen Bürger in Bochum-Dahlhausen
von Whiteman | #39

Unfassbar! Da flippe ich komplett aus!
Reicht es nicht, dass wir uns mit unserem eigenen braunen Gesindel rumplagen müssen?
Müssen jetzt auch noch unsere Steuergelder dafür herhalten, dass wir uns fremdes Pack vom Hals halten?
Ich bin weit davon entfernt, Probleme mit unseren Mitbürgern zu haben, die einen Migrationshintergrund vorweisen - ganz im Gegenteil. Vor allem dann nicht, wenn sie schon seit Jahren friedlich und VERFASSUNGSKONFORM in Deutschland leben.
Das hier hat allerdings eine ganz neue Qualität: Hier haben wir es sozusagen mit einer Subkultur innerhalb der Subkultur zu tun. Allerdings möchte ich mich dabei ganz bewusst von dem Begriff Kultur distanzieren! Diese hirnlosen Haufen von Arschlöchern können den Begriff ja nicht mal buchstabieren (wie ihre deutschen Kollegen übrigens auch - nur, dass wir uns da richtig verstehen!).
Ergo: Keine SEKUNDE damit verschwenden, diese Kanisterköppe zu beobachten, sondern diese Bude in Dahlhausen SOFORT dicht machen! Auch wenn die Jungs bis dato noch nicht verfassungswidrig aufgefallen sind - irgendwas wird sich schon finden, und wenn die Hütte unter dem Vorwand dicht gemacht wird, dass irgendwelche Brandschutzbestimmungen nicht eingehalten werden- ****** egal!

09.02.2011
15:20
„Graue Wölfe“ beunruhigen Bürger in Bochum-Dahlhausen
von Marcel1977 | #38

Die Einstellungen der Gruppierungen oder einzelner Mitdemonstranten kann also nicht als gemeinsame Zielsetzung gedeutet werden

Ach so, also kann ich auf einer Demo der NPD gegen Sozialabbau mitlaufen und gelte hinterher trotzdem nicht als rechter. Das meinen sie wirklich?

09.02.2011
15:05
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von DietmarKalaschnikow | #37

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09.02.2011
14:22
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von Cebulon | #36

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09.02.2011
14:21
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von Cebulon | #35

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09.02.2011
13:03
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von joachimkossmann | #34

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