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Goerden hat Kritiker imponiert

01.09.2008 | 19:05 Uhr

Darum setzt Meyer-Arlt das Schauspielhaus bei einer Umfrage an die Spitze im Land

In jedem Sommer gibt die Fachzeitschrift "Theater heute" ein Jahrbuch heraus. Darin ist traditionell eine groß angelegte Kritikerumfrage nachzulesen. Diesmal nannten 37 Kritiker die "Höhepunkte der Saison". In früheren Zeiten tauchte bei dieser Umfrage immer wieder das Schauspielhaus Bochum auf, mit einer gelobten Inszenierung, einem besten Bühnenbild, hervorragenden Schauspielerleistungen und überzeugenden Regiekonzepten. Oder alles zusammen.

Die Häufigkeit der Nennungen hat sich spätestens seit Frank-Patrick Steckels Intendanz immer mehr verringert. Bei Haußmann und Hartmann hielt sich die Zahl der Nennungen durchaus in Grenzen. Das ist auch unter dem Theaterleiter Elmar Goerden nicht anders.

Mehr noch: Wer das neue Jahrbuch von "Theater heute" in die Hand nimmt und die Seiten mit der Kritiker-Umfrage durchblättert, wird enttäuscht feststellen müssen: kaum Resonanz auf den Spielplan 2007/08 an der Königsallee. Und plötzlich bleibt der Blick an einer einsamen Nennung hängen. Der Theaterkritiker Ronald Meyer-Arlt von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung stellt unter der Rubrik "Gesamtleistung eines Theaters in der Saison" das Schauspielhaus Bochum an die erste Stelle - wie ein Fanal in einer Wüste des Desinteresses für das Bochumer Theater.

Dieses Votum ist allerdings insofern befremdlich, als Meyer-Arlt bei den Einzelnennungen (Beste Inszenierung, beste Kostüme usw.) die Bochumer Bühne wie seine 36 Mit-Kritiker mit Nichtbeachtung straft.

Von der Bochumer WAZ-Kulturredaktion befragt, warum er denn das Schauspielhaus Bochum als bestes Theater des Landes empfinde, wenn er doch keine Einzelleistung an der Königsallee für erwähnenswert halte, meint Meyer-Arlt verschmitzt: "Das war eine kleine Trotzreaktion." Ihm habe imponiert, wie Elmar Goerden, der nach der Saison 2009/10 das Schauspielhaus verlassen wird, diesen Weggang begründet habe. Das sei "sehr nobel" gewesen, meint der Theaterkritiker von der Leine.

Bekanntlich hat Elmar Goerden auf besagter Pressekonferenz die Schuld daran, dass das Schauspielhaus derzeit schwächelt, zuvörderst bei sich selbst gesucht. Dieses beachtenswerte Verhalten hat "die Gesamtleistung" des Schauspielhauses nach Ansicht von Kritiker Roland Meyer-Arlt so sehr gestärkt, dass er es an die Spitze gesetzt hat. Ob's den Intendanten freuen wird?

Denn eines betont Roland Meyer-Arlt: Mit einzelnen Regie- und Schauspielerleistungen am Bochumer Theater in der Saison 2007/08, so gut oder schlecht sie auch gewesen sind, habe diese seine Entscheidung nichts zu tun.

Von Werner Streletz

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