GLS-Bank übernimmt Prokon-Anteile

Im Kampf um die künftige Eigentümerstruktur des insolventen Windenergie-Unternehmens Prokon legt sich die in Bochum beheimatete GLS-Bank mächtig ins Zeug. Gemeinsam mit den Elektrizitätswerken Schönau und Öko-Energieanbieter „Naturstrom“ spricht sie sich nicht nur für die Umwandlung in eine Genossenschaft aus. Das Trio bietet auch an, Anteile von Gläubigern zu übernehmen, um im Kampf gegen den Mitbewerber EnBW das Zünglein an der Waage für das Genossenschaftsmodell zu spielen. Drei Millionen Euro könnten maximal dafür eingesetzt werden, hieß es gestern bei der GLS-Bank auf Nachfrage der WAZ. Das Angebot sei ein Signal an die noch unentschiedenen Anteilseigner.

„Wir sehen eine große Chance darin, dass einer der größten Windparkentwickler Deutschlands in Bürgerhand weiterbetrieben wird“, so GLS-Bank-Vorstandssprecher Thomas Jorberg. Morgen entscheidet sich, ob Deutschlands drittgrößter Energiekonzern EnBW Prokon übernimmt oder ob die Mehrheit der derzeit 75 000 Anteilseigner für die Umwandlung des Unternehmens in eine Genossenschaft plädieren. In den Hamburger Messehallen kommen die Gläubiger von Prokon zusammen. Abgestimmt wird über das Kaufangebot von EnBW und über das Genossenschaftsmodell.