Gleiserneuerung bremst S-Bahn

Auch der Bahnübergang Ginsterweg in Höntrop ist gesperrt.
Auch der Bahnübergang Ginsterweg in Höntrop ist gesperrt.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ab dem 10. August soll die S-Bahn zwischen Essen-Steele und Bochum Hauptbahnhof wieder wie gewohnt fahren. Nach Angaben der Deutschen Bahn liegen die Gleiserneuerungsarbeiten voll im Zeitplan. Seit über zwei Wochen sind Busse als Schienenersatzverkehr für die S1 im Einsatz.

Bochum.. Ab dem 10. August soll die S-Bahn zwischen Essen-Steele und Bochum Hauptbahnhof wieder wie gewohnt fahren. Nach Angaben der Deutschen Bahn liegen die Gleiserneuerungsarbeiten voll im Zeitplan. Seit über zwei Wochen sind Busse als Schienenersatzverkehr für die S1 im Einsatz.

Die Arbeiten im Essener (1,7 Kilometer) und im acht Kilometer langen Wattenscheider Gleisbereich sind bereits seit geraumer Zeit im Gange; dazu wurde unter anderem auch der Bahnübergang Ginsterweg in Höntrop gesperrt. Heute starten die Arbeiten auf dem Bochumer Teilstück (rund 1,7 Kilometer). Die Deutsche Bahn investiert in diese Erneuerung insgesamt rund elf Millionen Euro.

54.000 Tonnen Schotter

Dabei werden Schienen, Schotter und teilweise auch der Untergrund erneuert bzw. aufbereitet. 22.700 Holzschwellen werden durch Betonteile ersetzt; an der Brücke in Höntrop liegen die Schienen auf rund neun Metern Länge auf Stahlschwellen, was laut Bahn den Zuglärm um bis zu fünf Dezibel senkt.

Zum Materialtransport werden Rangierzüge mit zahlreichen Wagen eingesetzt, was ca. 1300 Lkw-Fahrten erspart – es geht um 54.000 Tonnen Schotter und 16 000 Kubikmeter Boden. Aufbereitet wird der Schotter in einer mobilen Recyclinganlage, die das Unternehmen Vereinigte Schotterwerke (ein Firmenstandort ist Bochum) in Essen-Huttrop aufgebaut hat. „Etwa 30 000 Tonnen Altschotter werden wiederverwertet“, erklärt VSW-Geschäftsführer Sebastian Scheel. Kerngeschäft der Firma ist die Wiederaufbereitung von Altschotter an festen Firmenstandorten in Stolberg und Bochum, strategisch machte es nun Sinn, für einige Monate eine mobile Anlage in Essen zu errichten.

Um schnell voran zu kommen, wird auf der Gleisbaustelle auch nachts gearbeitet. „Wir bitten die Anwohner um Verständnis“, so Rüdiger Dach von der DB-Bauüberwachung.

Gleise müssen nach 35 Jahren gewechselt werden

Logistisch ist alles ein mächtiger Aufwand. Die Instandsetzung wurde von langer Hand geplant und ist notwendig, da Gleise, Schwellen und auch der Schotter aus Sicherheitsgründen nach 35 Jahren einfach gewechselt werden müssen. „Die haben ihren Dienst getan“, so Rüdiger Dach.

Bewusst wurden dazu die Sommerferien gewählt, da derzeit keine Schüler und weit weniger Pendler die Strecke nutzen. Gleichwohl: Wegen der gleichzeitigen A 40-Sperrung wälzt sich derzeit eine Lawine Autos via Wattenscheid nach Essen, und in diesen Staus kommen auch die Ersatzbusse oftmals nur langsam voran. Ein Umstand, den man beobachten wolle, um im Bedarfsfall auch reagieren zu können.