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Gleisanschluss ans Bochumer Opelwerk soll bleiben

04.02.2015 | 18:11 Uhr
Die Gleise, die zum Opelwerk I führen, fotografiert von der Brücke Wittener Straße. Die Stadt möchte auf der Trasse einen Radweg bauen, die Bezirksversammlung Ost plädiert dagegen für einen Erhalt der Schienen.Foto: Gero Helm

Bochum.  Bezirk Ost kämpft um die Schienen, gibt aber grünes Licht für Bebauungsplan-Änderung, die den Weg für Logistik-Ansiedlung auf der Werksfläche ebnet.

Die Bezirksvertretung Ost gibt grünes Licht für eine Veränderung des Bebauungsplanes 947, die den Weg für künftige Logistik-Ansiedlung auf dem früheren Opel-Werk I ebnet. Ein wichtiger Schritt, um etwa DHL nach Bochum zu locken. Wie mehrfach berichtet, hat die Deutsche Post großes Interesse bekundet , auf 15 der insgesamt 68,8 Hektar großen Fläche eines der größten Paketzentren Deutschlands zu errichten. Aktuell wird das Thema in diversen Ausschüssen diskutiert, ehe der Rat am 19. Februar abschließend über den Bebauungsplan 947 berät und entscheidet.

Ihr Pro-Votum verbindet die Bezirksvertretung Ost allerdings mit zwei Forderungen: Zum einen ist den Lokalpolitikern nach wie vor wichtig, dass Laer unter stadtbaulichen Aspekten in die Entwicklungsplanung der Werksfläche eingebunden wird. Zum anderen legen sie großen Wert darauf, dass der Gleisanschluss an das Werksgelände erhalten bleibt.

"Warum kann DHL die Schienen nicht nutzen"

Um diese beiden Punkte wurde die Beschlussvorlage ergänzt, ehe sie von dem Gremium bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung akzeptiert wurde.

Kai Müller vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt hatte der Bezirksvertretung die Hintergründe für die Anpassung des Bebauungsplans erläutert. Dabei wies er auch darauf hin, dass er eine Nachfolgenutzung des Gleisanschlusses nicht für wahrscheinlich hält. Die Verwaltung verfolge vielmehr die Idee, die Trasse zu einem Radweg umzufunktionieren. Müller: „Dadurch könnte eine Verbindung von Langendreer zum Springorum-Radweg geschaffen werden.“

Hintergrund
Gelbes Paketzentrum wird bis zu 15 Meter hoch

Das DHL-Paketzentrum wird „mindestens zwölf bis 15 Meter hoch“, sagt Stadtplaner Kai Müller. „Von Süden aus dürfte das knallgelbe Gebäude also gut zu sehen sein.“

Rund 50.000 Pakete können hier pro Stunde im Rund-um-die-Uhr-Betrieb sortiert und verteilt werden. Bis zu 600 neue Arbeitsplätze sollen laut Verwaltung entstehen.

Alles schön und gut, doch den Lokalpolitikern sind die Schienen wichtiger. „Diese Werksfläche ist das einzige Gewerbe- und Industriegebiet mit Gleisanschluss“, hob Carsten Neuwald von der neuen Fraktion „boost“ das Alleinstellungsmerkmal hervor. Karl-Josef Schiffer (CDU) fragte: „Warum kann DHL die Schienen nicht nutzen?“ Schließlich gelte es laut Linke-Ratsmitglied Ralf-Dieter Lange, im Zuge des zu erwartenden vermehrten Schwerlastverkehrs auch die Feinstaubbelastung im Blick zu haben.

Ein weiterer Punkt, der aus Sicht der Bezirksvertretung für einen Erhalt der Gleise spricht, ist eine mögliche Nachfolgenutzung durch andere Betriebe. Denn niemand könne seriös voraussagen, wie lange DHL das Paketzentrum in Bochum betreiben werde. „Die Zeiten, in denen ein Unternehmen wie etwa Opel 50 Jahren an einem Standort bleibt, sind leider vorbei“, hatte Rolf Heyer von der „Perspektive Bochum 2022“ zuvor in einem Vortrag über die Entwicklung auf der Opelfläche deutlich gemacht.

Letzte Schicht bei Opel

Gernot Noelle

Kommentare
05.02.2015
16:30
Turgot wenn wir die Trasse frei lassen
von boges | #5

bis der letzte Quadratmeter aus dem Opelgelände verkauft ist kann man eine andere Nutzung ins Auge fassen. Vorher ist das verantwortungslos. Da zählt...
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1 Antwort
Gleisanschluss ans Bochumer Opelwerk soll bleiben
von Turgor | #5-1

Im konkreten Fall sehe ich auf der Karte direkt parallel zur Bahntrasse keine gleiche Verbindung - wobei ja immer die Frage ist, wo die Radverbindung münden soll. Mir ist auch noch nicht klar, wie die Planer die Trasse an den Springorumradweg anschließen wollen - mit einer Verlängerung entlang des Nordhausen- / Oviedoringes vielleicht oder dann doch wieder mit Kurverei auf normalen Straßen? Hm.

Ich meine, dass alle Möglichkeiten kombiniert werden sollten. Natürlich sollen Hauptstraßen nicht einfach so komplett umgewandelt werden - aber z.B. entlang oder auf der Königsallee ergäbe ein wirklich guter Radweg Sinn.

Wasserstraße: Will ich mit möglichst wenig Steigung, Schlaglöchern und Matsch fahren, ist die Wasserstraße der Durchquerung des Wiesentals deutlich vorzuziehen - und ist trotz längerer Strecke auch schneller. Wenn, dann müsste die Wiesentalstrecke asphaltiert werden.

Standortfaktor: Richtig - aber es muss sich eben lohnen. Keiner gewinnt, wenn die Stadt (= Alle) draufzahlt.

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Gleisanschluss ans Bochumer Opelwerk soll bleiben
Gleisanschluss ans Bochumer Opelwerk soll bleiben
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http://www.derwesten.de/staedte/bochum/gleisanschluss-ans-bochumer-opelwerk-soll-bleiben-id10310175.html
2015-02-04 18:11
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